Kultur

Werkstattführung der Oberammergauer Passionsspiele 2020

Die 42. Passionsspiele in Oberammergau werden 2020 erneut neuinszeniert. Das künstlerische Leitungsteam unter der Leitung von Christian Stückl arbeitet seit Monaten an der neuen Aufführung. Bühnen- und Kostümbildner Prof. Stefan Hageneier wird das Passionsspiel komplett neu in Szene setzen, dafür werden rund 2.500 Kostüme für die Darsteller neu angefertigt. Das Bühnenbild, sowie die 12 Lebenden Bilder wurden in Gänze neukonzipiert und derzeit in Werkstätten in Oberammergau produziert. Auch die Theaterbühne wird in diesem Zusammenhang umgreifend umgestaltet.

Prof. Stefan Hageneier stellt heute in einem Werkstattbesuch den aktuellen Stand der Vorbereitungen für die Oberammergauer Passionsspiele im nächsten Jahr vor. In allen Abteilungen herrscht mittlerweile Hochbetrieb. Alle zehn Jahre spielen die Oberammergauer die Passion Christi. Die Oberammergauer gelobten vor fast 400 Jahren das Passionsspiel, um von der damals grassierenden Pest verschont zu werden.
Die Ausstattung für sämtliche Lebende Bilder muss hergestellt, ein halbes Dorf für das gemeinsame Theaterspiel eingekleidet werden. Es werden also Kostüme für über 2.400 Beteiligte entworfen und angefertigt.

Während diese Bilder in starken Farben gestaltet werden, setzt Hageneier für die Spielszenen auf „Farblosigkeit“: „Ich habe hier eine 45 Meter breite Bühne und einen großen Zuschauerraum. Da brauche ich eine Fernwirkung“, erklärt er. „Auch spielen wir ja zum Großteil bei Tageslicht und haben keine Lichtführung. Das Volk muss also in die Bühne integriert werden und optisch in den Hintergrund rücken, damit die Hauptfiguren vorne gut zur Geltung kommen.“ Die Grundfarbe der Bühne bildet diesmal also auch die Grundfarbe der Kostüme für das Volk. Hageneier reaktivierte die Kontakte zu seinen Stofflieferanten in Indien, schickte ihnen beige-graue Farbproben der Bühne und Entwürfe für Muster – und gab tausende Meter Stoff in Auftrag. Diese werden kombiniert mit alten Stoffen.

Lebende Bilder

Während die Spielszenen die letzten fünf Tage im Leben von Jesus Christus erzählen, werden davor und dazwischen Lebende Bilder gezeigt. Neben dem Vorspiel werden zwölf dem Passionsgeschehen analoge Szenen aus dem Alten Testament präsentiert. In der neuen Gestaltung erscheinen sie in starker Farbigkeit, die gegen die monochrome Farbgebung der Spielszenen stehen.
Diese „Andachtsbilder“ sollen nicht den Text illustrieren, sondern sie stehen für sich selbst und erzeugen assoziative Welten.

Bericht und Bilder: Presseteam der Oberammergauer Passionsspiele 2020

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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