Gastronomie

WeltGenussErbe Bayern – Netzwerkabend in Berlin

Das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft, Ernährung, Forsten und Tourismus hat in der Bayerischen Vertretung Berlin zu einem Netzwerkabend „WeltGenussErbe Bayern“ eingeladen. Thema waren die bayerischen Spezialitäten mit dem EU-Herkunftsschutz, wie das Bayerische Bier, der Frankenwein, die Nürnberger Bratwürste oder der Allgäuer Emmentaler. Es haben sich 7 Schutzgemeinschaften präsentiert. Moderiert wurde der weiß-blaue Abend von der ehemaligen deutschen und fränkischen Weinkönigin Nicole Then.

Zur Begrüßung sprachen Anette Denove, Sprecherin der „Bayerischen Botschaft in Berlin“, Prof. Dr. Richard Balling vom Bayerischen Staatsministerium und für Landwirtschaft, Ernährung, Forsten und Tourismus, sowie Dr. Lothar Ebbertz vom Bayerischen Brauerbund. Sie luden die Gäste ein, die bayerischen Herkunftsspezialitäten bewusst mit Bier und Wein zu genießen. Unter der Marke „Welt-Genuss-Erbe“ sind bayerische Agrarprodukte, sowie Bier und Wein, zu verstehen, die von der Europäischen Union mit einem Herkunftsschutz versehen sind. Somit soll die Einzigartigkeit der genusskulturellen Vielfalt Bayerns, geschützt werden, erklärte Herr Ebbertz. Er kritisierte die heutige „schnelle“ Esskultur „to go“, wo der Genuss auf der Strecke bleibt. Jedoch setzt sich die die Genussgemeinschaft der Erzeuger dafür ein, die bayerische Genusskultur als „Weltkulturerbe“ zu erhalten. Mit einem Schlusswort dankte Dr. Ebbertz der Bayerischen Landesvertretung Berlin, insbesondere Herrn Maximilian Feichtner, den Leiter der Vertretung, für die hervorragende Organisation des Netzwerkabends.

In einer Podiumsdiskussion stellte die Moderatorin Nicole Then die Vertreter der 7 Schutzgemeinschaften vor.  Für den Bayerischen Brauerbund sprach die Bayerische Bierkönigin Mona Sommer. Sie ist die erste Bier-Königin Bayerns aus dem Allgäu. Vom Fränkischen Weinbauverband warb die Fränkische Weinkönigin Lisa Lehritter für den Wein aus ihrer Region. Für den „Verband Milchwirtschaftlicher Verein Allgäu-Schwaben“ präsentierte die bayerische Milchprinzessin Philomena Mögele die Allgäuer Käsespezialitäten.  Dazu erläuterte Ludwig Sontheim, Geschäftsführer von der Albert Herz GmbH, den Sinn und Zweck der Schutzgemeinschaft Allgäuer Käse. Er warb u. a. dafür, dass die politisch in Frage gestellte Kombinationshaltung von Milchkühen erhalten bleibt. Für den Schutzverband Nürnberger Bratwürste e.V. sprach Ines Filipovic von der Agentur Herzhaft GmbH. Sie verwies auf den Ursprung der Nürnberger Bratwurst im Jahr 1313. Mit dabei hatte sie ein spezielles Wurstmessgerät, das zur Überprüfung der geschützten Länge der Bratwurst dient. Gemäß dem Schutzverband darf nämlich eine originale Nürnberger Bratwurst gerade mal 7 bis 9 cm lang sein. Weiteres über 700 Jahre Nürnberger Bratwurst-Geschichte kann im Nürnberger Bratwurstmuseum erfahren werden, ergänzte Frau Filipovic. Auskunft über das bayerische Rindfleisch gab Monika Richter von der landwirtschaftlichen Qualitätssicherung Bayern LQB. Die LQB hat es sich zur Aufgabe gemacht, für verschiedene Qualitätssicherungssysteme im tierischen und pflanzlichen Bereich als organisatorische Schnittstelle zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben und den jeweiligen Vermarktern zu fungieren. Abschließend hat der Vorstand vom Verbraucherverband „Bayerischer Meerrettich“, Hr. Osbach, die 500-jährige Anbaukultur des heimischen Meerrettichs hervorgehoben. Geschützt wurde die Bezeichnung „Bayerischer Meerrettich“ von der EU mit der geografischen Angabe g. g. A. (geschützte geografische Angabe). Als weitere Schutzgemeinschaften, erwähnte Nicole Then u.a. die „Schutzgemeinschaft Obazda“ und die „Schutzgemeinschaft Schrobenhausener Spargel“.

Nach der Diskussionsrunde konnten sich die Gäste von den herkunftsgeschützten bayerischen Spezialitäten überzeugen. Als Genussland ist Bayern derzeit mit einer Vielzahl von EU-geschützten Produkten deutschlandweit führend. Eine Übersicht über die in Bayern hergestellten Agrarprodukte und Lebensmittel, mit geschützter Herkunftsbezeichnung, sind in der Broschüre “Bayerische Originale” von der „Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft“ LfL, aufgeführt. Es war ein gemütlicher weiß-blauer Netzwerkabend mit einem Querschnitt durch ausgewählte regionaltypische und traditionelle Genussprodukte des Freistaates Bayern, in bayerisch-gastfreundschaftlicher Atmosphäre und mit zünftiger bayerischer Blasmusik.

Bericht und Fotos: Helmut Amberger, Freier Berichterstatter der Samerberger Nachrichten und 1. Vorsitzender des Vereins der Bayern in Berlin e.V.

Redaktion

Toni Hötzelsperger

Samerberger Nachrichten

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