Land- & Forstwirtschaft

Weidetiere sind keine Streicheltiere

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In den kommenden Wochen startet in Bayern wieder die Weidesaison. Sobald die Weideflächen genügend Futtergrundlage liefern, werden die einzelnen Weidetierarten wieder ausgetrieben. „Die Weidetierhaltung ist ein fest mit Bayern verankertes Bild und gehört zu unserer einzigartigen Kulturlandschaft dazu. Sie ist nicht erst durch Corona ein wahrer Besuchermagnet. Wir alle bewegen uns in unserer Freizeit gerne an der frischen Luft. Vor allem beim Wandern kommen wir immer wieder über Weideflächen. Da ist Rücksicht und Umsicht mit den einzelnen Tieren enorm wichtig“, sagte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber anlässlich des Tags der Weidetiere am 25. April.

Dabei sollten die Erholungssuchenden stets darauf achten, dass Tore und Gatter geschlossen bleiben. Während Jungrinder neugierig und stürmisch sind, verteidigen Mutterkühe ihre Kälber impulsiv. „Ich bin immer wieder über Meldungen verwundert, bei denen Erholungssuchende Weidetiere scheinbar mit Streicheltieren verwechseln. Wir alle sollten fremden Tieren mit Vorsicht und Respekt begegnen und sie auch nicht füttern“, so die Ministerin weiter. Da nicht nur die Weidesaison startet, sondern auch Futterflächen wieder gemäht werden, sollten Hundehalter auf die Hinterlassenschaften ihrer Hunde besonders achten. Kot hat auf Wiesen und Weiden nichts zu suchen.

Erholungssuchende, die sich mit dem Auto auf den Weg zu ihrem Ausflugsziel machen, sollten beachten, dass Wald- und Feldwege oder Wiesen- und Ackerränder nicht als Parkplätze geeignet sind. Wildes Parken beeinträchtigt die Landwirte bei ihrer täglichen Arbeit enorm. „Lassen Sie uns einfach wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen“, so die Ministerin.

Als Weidetiere in Bayerns Grünlandregionen werden nicht nur Rinder und Pferde gehalten. Auch Ziegen und Schafe, ja sogar Gänse zählen zu den Weidetieren. Auf Almen und Alpen werden überwiegend Jungtierherden gehalten. Aber auch Mutterkuhherden und Milchkühe werden aufgetrieben, deren Milch frisch oder verarbeitet zum Beispiel als Bergkäse auf den Tisch kommen kann.

Die Weidetierhaltung zu erhalten und zu unterstützen, ist ein erklärtes Ziel Bayerns. Denn sie ist ein besonders tierwohlgerechter und ressourcenschonender Betriebszweig der Landwirtschaft. „Die extensive Beweidung von Grünland trägt nicht nur zum einzigartigen Charakter Bayerns bei, sondern auch zur Artenvielfalt“, so die Ministerin. Das ist besonders bei Schafen und Ziegen der Fall: „Die vierbeinigen, wolligen Rasenmäher, bewahren besonders wertvolle Tier- und Pflanzengesellschaften. In ihrer Wolle transportieren sie Samen und Insekten teilweise über weite Strecken. Auch so können Biotope mit einander vernetzt werden“, so Michaela Kaniber abschließend.

Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium

Foto: Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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