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Wandertipp: Zum Jakobskreuz auf der Buchensteinwand

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Jakobskreuz im engeren Sinn ist das Ordenszeichen eines spanischen Ordens mit vier besonders stilisierten Kreuzarmen. Das gleichnamige Kreuz, das wir auf dieser Tour antreffen, hat sogar sechs Kreuzarme: jeweils eines nach oben und unten und weitere vier in die vier Himmelsrichtungen. Es steht auf dem Gipfel der 1462 m hohen Buchensteinwand in den Kitzbüheler Alpen oder der „Buach“, wie der Berg bei den Einheimischen genannt wird. Das Jakobskreuz ist nicht nur das größte Gipfelkreuz dieses Wanderführers, sondern mit annähernd 30 Metern vermutlich auch das größte begehbare der Welt und gilt als Wahrzeichen der Region.
Einer der drei Gründerväter hatte die Idee zu diesem Bauwerk während einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Nach vielen Jahren der Planung wurde es dann 2014 fertig gestellt. Es enthält vier Ausstellungs- bzw. Seminarräume, die auch privat für Hochzeiten oder Seminare gemietet werden können. Auf seiner höchsten Ebene sowie auf den vier Armen befindet sich jeweils eine Aussichtsplattform. Alle Geschosse sind durch einen barrierefreien Personenaufzug verbunden. Da auch ein Sessellift von St. Jakob aus auf den Gipfel fährt, kann das Jakobskreuz bequem von Personen mit Gehbehinderung besucht und betreten werden. Sicher sind auch die Kinder von der Größe des Kreuzes beeindruckt wollen wohl auch mit Begeisterung die fünf Aussichtsebenen erkunden. Für die Kleinen gibt es etwas unterhalb des Jakobskreuzes einen schönen Spielplatz an einem Speichersee.

Der Gasthof auf dem Gipfelplateau mit seiner großen Sonnenterrasse steht direkt neben der Bergstation und bietet eine grandiose Aussicht auf die Loferer und Leoganger Steinberge.

Wer auf den Lift verzichtet und von Norden (Pillerseetal) aufsteigt, kann zwischen mehreren Wegen auswählen. Am einfachsten und für Familien am besten geeignet ist der Aufstieg über eine breite Forststraße, die allerdings auch gerne von Mountainbikern genutzt wird. Ein Steig führt von der Talstation des Lifts zuerst über Wiesen und durch Wald, später aber in engen Serpentinen steil unter der Seilbahn. Am längsten ist der Wanderweg von St. Jakob in Haus über das Katzeneck. Allen drei Wegen ist gemeinsam, dass man sie zusammen mit der Seilbahn untereinander kombinieren kann.

Anfahrt

Mit dem PKW fahren wir entweder von der A8 München Salzburg (Ausfahrt Bernau) oder von der Inntalautobahn A93 nach Kössen in Tirol. Von dort über Waidring und den Pillersee zu dem Erholungsdorf St. Jakob in Haus. Vom südlichen Inntal aus kommend fährt man am besten über die Ausfahrt Kufstein-Süd über St. Johann und Fieberbrunn nach St. Jakob in Haus. Der Parkplatz der Talstation (auch ohne Liftbenutzung) liegt an der Hauptstraße, ca. 1 km östlich des Ortszentrums (855 m, GPS-Wegpunkt N47 30.105 E12 34.295). Öffentliche Verkehrsmittel: Mit der Bahn gelangen wir bis nach Fieberbrunn, von dort aus oder auch von Waidring verkehren Busse bis nach St. Jakob in Haus, Bushaltestation „Bergbahn“.

Aufstieg Forststraße

Vom Parkplatz aus gehen wir zuerst auf dem Fahrweg zurück zur Hauptstraße und biegen dort in den parallel zur Straße verlaufenden Fuß-/Radweg ein. In wenigen Minuten zweigen wir nach einer Brücke rechts ab in den Ortsteil Flecken, halten uns dort links und anschließend wieder rechts. Nun folgen wir der Beschilderung zur Buchensteinwand (Kammbergalpe / Buchensteinwand, Weg 220). Die gut ausgebaute Forststraße führt in zahlreichen Serpentinen nach oben, zwischendurch weisen an einigen Gabelungen Schilder immer den richtigen Weg an.

Aufstieg Katzeneck / Kühle Klause

Von der Talstation führt ein Weg nach Westen und weiter nach 300 Metern links (nach Süden) zum unteren Ende einer Rodelbahn. Dort folgen wir dem nach rechts, also nordwestlich verlaufenden Weg (nicht links über die Kröpflalm). Dieser führt relativ flach durch Waldgelände. Nach einem Kilometer biegen wir scharf links ab, dem Wegweiser „Buchensteinwand – Jakobskreuz über Katzeneck“ folgend. Der Weg steigt nun stellenweise stärker an, bis wir den Wald verlassen. Über eine steile Bergwiese gelangen wir dann in den Gipfelbereich mit Bergstation und Jakobskreuz.

Aufstieg Kröpflalm

Von der Talstation führt ein Weg nach Westen und weiter nach 300 Metern links (nach Süden) zum unteren Ende einer Rodelbahn beim Kröpflstüberl. Dort halten wir uns links (Wegweiser Buchensteinwand – Jakobskreuz) in Richtung der Bergstation des Kröpfllifts und durchqueren einen Wald. Bald erreichen wir die nicht bewirtschaftete Kröplflalm (1200 m). Ab hier wird der Steig zunehmend steiler und führt durch Baumgruppen und Wiesen in vielen Serpentinen – immer der Lifttrasse entlang – bis zum Gipfel.

Blumenweg und Panoramasteig

Direkt beim Jakobskreuz beginnt der romantische Panoramasteig bzw. Blumenweg. Auf dem knapp zwei km langen Rundgang stehen vier große Panoramatafeln mit Angabe der umliegenden Berggipfel. Bei vielen Blumen, Sträuchern und Bäumen gibt es Hinweisschilder, welche die Pflanze beschreiben und auf deren Besonderheiten hinweisen. Am östlichen Ende des Blumenlehrpfads befindet sich ein idyllischer, künstlicher Bergsee. Für den gesamten Weg sollte man sich 45 Minuten Zeit nehmen, aber trotzdem auch trittsicher sein. Der Pfad verläuft meist in Gratnähe, teilweise entlang der abfallenden Steilwand.

Abstieg

Für den Abstieg können wir zwischen allen Varianten wählen. Neben den drei beschriebenen Aufstiegswegen steht natürlich für Kleinkinder oder ältere Leute auch der Vierersessellift zur Verfügung.

Freizeitpark Familienland

Der Familienpark ist eine willkommene Ergänzung nach der Bergtour und bietet für Jung und Alt viele Attraktionen. So gibt es für Kinder z. B. ein Kettenkarussell, Baumhäuser, eine Wikingerbahn, einen Streichelzoo oder eine Drachenschaukel. Des Weiteren findet man eine Familienachterbahn, eine Wildwasserbahn oder eine Indoorhalle mit Kletterwand, Kneippanlage, Trampolin, Boulderwand und einen Niederseil-Klettergarten. Die Totes-Meer-Salzgrotte bietet ein gesundheitsförderndes Klima, wie man es sonst nur am Meer findet. Der Freizeitpark befindet sich im Ortsteil Mühlau, direkt an der Hauptstraße in Richtung Fieberbrunn (Mühlau 29).

Aus dem Wanderführer „Familienwandern – Bayerische Alpen und Tirol“ – https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3475548305/robergede-21

Bericht und Bilder: Reinhard Rolle

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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