Freizeit

Wandertipp: Die Walchseer Almenrunde

Kaiserwinkl nennt sich die Urlaubsregion, die eingebettet zwischen Kaisergebirge und Chiemgauer Alpen liegt, nur wenige Kilometer von Kufstein entfernt. Wichtige Orte sind Kössen, Durchholzen und Walchsee. Im Rahmen unserer Almwanderung über den Ebersberg können alle drei Orte mit dem Walchsee von oben betrachtet werden. Drei Hütten liegen nah beieinander und bieten schmackhafte Brotzeiten für den hungrigen Wanderer – angefangen von der historischen, urigen Alm bis hin zur neu erbauten Jausenstation.

Startpunkt:

Lippenalm-Parkplatz südlich von Walchsee, 735 m. Bahnverbindungen gibt es bis Kufstein oder Prien am Chiemsee. Von dort fahren Busse nach Walchsee.

GPS-Wegpunkt für’s Handy: 47.63463047 12.31722414

Aufstieg:

Vom Lippenalm-Parkplatz aus gehen wir erst einmal auf der Asphaltstraße zurück in Richtung Walchsee. Vor unseren Augen breitet sich hinter der Ortschaft Walchsee das Lochner Horn in voller Breite aus. Wir bleiben ca. 600 Meter auf dem asphaltierten Weg und biegen bei der nächsten Kreuzung rechts ab. Auf dieser Straße spazieren wir am südlichen Ufer des Sees entlang, durchqueren das Campinggebiet und kommen an den Badeplätzen vorbei bis zur Ortschaft Durchen. Wir biegen nach Süden in den Fahrweg ein, der nach wenigen Minuten auf die Hubertus-Kapelle trifft. Für die nächste Zeit bleiben wir auf diesem Weg durch das Weißenbachtal. Er führt durch schattigen Laubwald leicht bergauf, immer am rauschenden Weißenbach entlang. Weiter oben bewundern wir die unzähligen Schachtelhalm-Gewächse am Wegesrand. Nach zwei Serpentinen erreichen wir auf 850 m rechts die Abzweigung zur Raineralm, die wir nach einer Viertelstunde erreichen. Wir gehen an dem Holzschuppen mit der großen Aufschrift links vorbei – an seiner Rückseite entdecken wir zuerst ein Almkreuz und dann einige Bänke und Tische. Hier ist es fast zu gemütlich, um weiter zu gehen. Obwohl wir noch zwei Hütten vor uns haben, legen wir gern eine Pause ein. Der traumhaft schöne Blick hinunter nach Kössen oder auf den dahinter aufragenden Geigelstein-Block ist halt doch sehr verführerisch. Für Kinder haben die Wirtsleute hier eine kleine Schaukel angebracht und auf der Seite steht neben einer Sitzgruppe ein schmuckes Almkreuz. Die Alm selbst wurde bereits im 18. Jahrhundert errichtet. Die beiden Almleute sind zu jeder Zeit da, es herrscht also Saison das ganze Jahr.

Bei der Raineralm müssen wir durch ein Gatter und danach über einen Forstweg die Wiese hinaufsteigen. Je mehr wir nach oben kommen, desto schöner wird die Aussicht in das Tal hinunter. Nach einer Serpentine kommen wir an der alten Schwarzenbachalm vorbei, die jetzt nicht mehr bewirtschaftet ist. Von hier aus sind es nur noch wenige Minuten zur neuen Schwarzenbachalm. Diese thront unterhalb des Ebersberg-Gipfels in aussichtsreicher Lage. Zu unseren Füßen liegt das ganze Tal bis nach Kössen, im Hintergrund blicken wir fast auf die ganze Kette der Chiemgauer Alpen. Eine auf der Hüttenterrasse angebrachte Panoramatafel enthält die Darstellung aller sichtbaren Berge mit Höhenangaben. Besonders eindrucksvoll ist, rechtzeitiges Aufstehen allerdings vorausgesetzt, der Sonnenaufgang über Zwiesel und Sonntagshorn, wie uns die Wirtsleute erklären. Die Alm gibt es schon seit dem 16. Jahrhundert. 1968 hat sie die Familie Daxauer erworben und wird abwechselnd von den Eltern und Kindern geführt.

Hinter der Almhütte sehen wir bereits den weiteren Verlauf unseres Weges auf einem Wiesenhang. Schon von unten erblicken wir dort einige gelbe Wegweiser. Diese erreichen wir nach drei Minuten. Hier befinden wir uns auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung. Unter uns schimmert durch die Bäume bereits der blaue Walchsee, und links davon sehen wir schon die Gebäude der Lippenalm, der dritten Station unserer Almenwanderung.

Abstieg:

Wir halten uns bei der Wegegabelung rechts und wandern über einen steinigen Weg in wenigen Minuten hinunter zur Lippenalm. Obwohl sich der Neubau der Alm zu einer sehr beliebten Jausenstation entwickelt hat, werden auch heute noch Milchkühe und Kälber gehalten. Unser Abstieg erfolgt über die Rodelbahn und endet nach einer guten Dreiviertelstunde direkt am Lippenalm-Parkplatz.

Informationen kompakt:

  • Dauer: insgesamt 3 bis 3,5 Std.
  • Höhenunterschied: 450 hm
  • Schwierigkeit: Fast durchgehend Forstwege, auch für robuste Kinderwagen geeignet, lediglich zwischen Schwarzenbachalm und Lippenalm für eine Viertelstunde Wiesenweg und etwas steinig.

Aus dem Wanderführer „Hüttenwandern in den Münchner Hausbergen” von Reinhard Rolle, erschienen im Rosenheimer Verlagshaus. Erhältlich im Buchhandel sowie im Internet (Amazon: https://amzn.to/3r2UK0z). Der Autor versendet das Buch auf Wunsch auch mit persönlicher Widmung, portofrei und ohne Aufpreis (Mail an info@roberge.de).

Text und Fotos: Reinhard Rolle

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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