Freizeit

Wanderbuch im Oberpfälzer Dialekt

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Stadt Regensburg informiert: In Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern des Dürer Gymnasiums Nürnberg und dem Künstler Alex Mages ist ein Comicbuch entstanden, das die Geschichte der jüdischen Familie Jesuran von den 1920er-Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nachzeichnet. Der Comic stellt zunächst das bürgerliche Leben der Familie in Nürnberg dar und erzählt dann von ihrer Flucht und dem Überleben in einem Versteck in Belgien.

Gemeinsam mit Ehrenamtlichen wurde das Buch auch ins Oberpfälzische übersetzt. Hundert unverkäufliche Wanderbücher wurden für die Stadt Regensburg nun gedruckt und verteilt. Diese können von Hand zu Hand weitergereicht werden und so eine lebendige Erinnerungskultur ermöglichen. „Die Geschichte der Familie Jesuran ist beeindruckend und berührt einen auch besonders deswegen, weil sie nicht in Hochdeutsch, sondern im Dialekt erzählt wird. Ich freue mich, den fertigen Comic in der Hand zu halten und hier in der Jüdischen Gemeinde vorstellen zu dürfen“, so Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein. Dialekt drückt für viele Menschen lokale Heimatverbundenheit aus. In historischen Filmen sprechen Nazis stereotyp im Dialekt, die jüdische Bevölkerung jedoch hochdeutsch. Doch weshalb? Im Comic Jesuran spricht Familie Jesuran Dialekt, weil Bayern ihre Heimat gewesen ist. Um Menschen verschiedener Sprachcommunities zu erreichen, konnte der Comic bisher in 30 Sprachen und Dialekte übersetzt werden. Weitere sind in Bearbeitung, unter anderem Serbisch, Maltesisch und Finnisch.

Für 2022 wird eine Dialektlesung in Regensburg geplant.

Die Wanderbücher werden gefördert über das Bundesprogramm Demokratie leben! des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
Die Partnerschaft für Demokratie Regensburg fördert seit 2015 Projekte in den Handlungsfeldern Demokratieförderung, Vielfaltgestaltung und Extremismusprävention. Das Amt für kommunale Jugendarbeit der Stadt Regensburg koordiniert federführend die Umsetzung des Förderprogrammes.

Die Verteilung der Wanderbücher erfolgt in Kooperation mit folgenden Einrichtungen:
Kulturverein Nordkurve e.V. (Jean-Francois Drozak)
Stadt Regensburg, Amt für Weiterbildung – VHS und Stadtbücherei
Jüdische Gemeinde Regensburg
Jugendbeirat Regensburg
Campus Asyl
Partnerschaft für Demokratie Regensburg, Stadt Regensburg Referat für Bildung – Stabsstelle für Erinnerungs- und Gedenkkultur
Evangelisches Bildungswerk Regensburg e.V.

Bericht und Foto: Stadt Regensburg/Peter Ferstl (v. l. n. r.) Christoph Seidl (Amt für kommunale Jugendarbeit „Demokratie Leben“), Lennart Kammler (Vorstand Jugendbeirat), Maryna Shleimovych (Bibliothekarin jüdische Gemeinde), Ilse Danzinger (Vorsitzende Jüdische Gemeinde), Benjamin Kochan (Religionslehrer der jüdischen Gemeinde), Annerose Raith (Leiterin des Amtes für kommunale Jugendarbeit), Dr. Astrid Freudenstein (Bürgermeisterin), Judith Engler (Nordkurve e. V. Projektleitung)

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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