Brauchtum Leitartikel

Waldfest-Stimmung in Atzing

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nicht oft in den gut 50 Jahren, seit es beim Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing Waldfeste im Buchenwald der Munzinger-Familie gibt, war das Wetter so ideal wie beim heurigen ersten Termin. Inmitten der großen Buchen sowie zwischen Waldschenke, Grillküche und Tanzbühne konnten die überaus vielen Besucher dank einer lauen Sommernacht   dem bayerischen Lebensgefühl fröhnen. Blasmusik, Bier, Brotzeiten und nette Leute am Tisch – all dies und einiges mehr war geboten.

Für den Atzinger Trachtenverein sind die Waldfeste absoluter Höhepunkt im Trachtenjahr. Die Kinder-, Jugend- und Aktivengruppen proben ganzjährig in ihrem Vereinsjahr Schuhplattler sowie Figuren- und Gemeinschaftstänze ein. Einzige Gelegenheit, diese vor einem großen Publikum zu zeigen bietet sich auf der Waldbühne von Munzing. Schon beim Auftanz zeigten drei Dutzend Dirndl und Buam, dass es beim Atzinger Trachtenverein zwei Jahre nach deren Gaufest-Ausrichtung vom Chiemgau-Alpenverband überaus gut um den Nachwuchs bestellt ist. Und auch die Aktiven sowie die Goaßlschnalzergruppe bewiesen mit ihren in die Waldstimmung bestens passenden Auftritten, dass die Brauchtumspflege bei den Daxenwinkler Trachtlern ein hohes Gut ist. „Es macht einfach eine richtige Freude, dabei zu sein, denn bei uns ist immer was los. So kommt in diesen Tagen eine Tanz- und Trachtengruppe aus Brasilien im Rahmen ihrer Europa-Reise zu uns und wir machen im Vereinshaus eine gemeinsame Probe, die Freunde aus Blumenau waren schon einmal bei uns und einige von uns besuchten sie auch schon mal. Solche Reiseerlebnisse, aber auch so ein Waldfest, das ist schon einmalig“,  so Vorplattler Manuel Baumert, der zusammen mit Dirndlvertreterin Anna Boggusch und mit dem Jugendleiterteam unter der Leitung von Florian Röger die Hauptaufgabe bei der Einstudierung von neuen Tänzen und Schuhplattlern hat. Und wenn der ganz spezielle Vereins-Plattler, der „Atzinger Marsch“ geplattelt wird, dann füllen die Jüngsten aus den Nachwuchsgruppen zusammen mit den Aktiven und den Älteren sozusagen generationenübergreifend gemeinsam die Bühne. Dort hat die Blasmusik bei Waldfesten ihren festen Platz. Den Beginn machte beim ersten heurigen Waldfest die Jugendblaskapelle Wildenwart unter der Leitung von Eva-Maria Gruber, den viel beklatschten Weisen folgte dann der Auftritt der Blaskapelle Wildenwart unter der Leitung von Matthias Stoib. „Gute Blasmusik und ein solch idyllischer Platz, das ist es wert hierher zu fahren“, so Josef Hornburger aus Kirchheim bei München und er fügt hinzu: „Wenn beim zweiten Atzinger Waldfest am Donnerstag, 18. Juli die Priener Blasmusikanten spielen, dann kommen wir wieder, genauso fahren wir zu den Waldfesten vom Trachtenverein Wildenwart (Donnerstag, 11. Juli), denn auch der Schlosspark von Wildenwart hat eine einzigartige Atmosphäre an einem Sommerabend“. Stimmungsvoller Höhepunkt bei den Atzinger Waldfesten sind bei einbrechender Dunkelheit die Weisen der fünf Hafenstoana Alphornbläser aus Bernau, sie positionieren sich dabei auf dem Gegenhang zum Waldfestplatz, der dann ohne Beleuchtung ist. Trachtenvorstand Michael Schlosser, der unter den vielen Gästen unter anderem Ehrenbürger Michael Anner, Gemeinderätin Rosi Hell und  Braumeister Franz Amberger von der Flötzinger Brauerei neben vielen Ortsvereins-Vorständen begrüßen konnte, bedankte sich öffentlich bei der großen Schar an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die vom Parkplatzdienst bis zur Kuchenspende im Einsatz waren. Alle Hände voll zu tun hatte das Grill- und Küchenteam mit Metzger Richard Grosse ebenso wie das Schank- und Service-Team. Auch wenn wegen der großen Andrangs kleine Wartezeiten in Kauf genommen werden mussten, so bekam doch jeder seine Brotzeiten und Getränke nach Wunsch. Ein besonders beliebter Treffpunkt zu vorgerückter Waldfest-Stunde war die Daxn-Bar für Autofahrer und für solche, die sich nicht mehr an das Steuer eines Autos setzen mussten. Bestandteil eines außergewöhnlich schönen Brauchtums- und Sommerabends ist tags darauf auch das Aufräumen und Herrichten für das zweite Waldfest. „Wenn wir da auch wieder so ein Wetterglück und einen so starken Besucher-Zustrom haben, dann können wir die kommenden Aufgaben des Vereins gut meistern“, so Christine Langmann. Eine dieser Aufgaben ist am Sonntag, 14. Juli ab 9.30 Uhr im König-Ludwig-Saal von Prien. Dann sind die Atzinger Trachtler Gastgeber für das ganztägige Sechs-Vereine-Preisplatteln mit Dirndldrahn zusammen mit Trachtenvereinen von Frasdorf, Greimharting, Höhenmoos, Prien und Wildenwart.

Fotos:  Rainer Nitzsche

– Eindrücke vom ersten Waldfest der Atzinger Trachtler im Buchenwald von Munzing – das zweite Waldfest ist am Donnerstag, 18. Juli

Nähere Informationen:  www.trachtenverein-atzing.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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