Kultur

Vorhang auf beim Riederinger Theaterzelt

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Vorhang auf beim Himmegugga!  Über ein Jahr lang blieb es im Theaterzelt der Ringsgwandls leer, nur die Kulissenbauer waren fleißig. Wie man hört ist ein neues Stück angesagt. Doch jetzt kehrt erst mal wieder normales Leben ein im Riederinger Zelt: am 1. Juli um 18 Uhr, mit dem Klassiker vom „Himmegugga“!

Die Theaterchefin Elfriede Ringsgwandl hat den Neustart professionell geplant. Die erste Vorstellung ist so gut wie ausverkauft, auch bei den Folgeterminen und den anderen Stücken auf der großen Bühne (Gsindlkind, Zigeunerbauer) sind nur noch wenige Plätze frei, und was bis zum Start an behördlichen Regelungen eventuell noch auf sie zukommt fürchtet sie nicht. „Wir warten einfach ab und reagieren kurzfristig. Hauptsache wir können wieder spielen!“ Auf die Frage, was sie und ihre Truppe in der langen Wartezeit gemacht haben erfährt man: „Spazierengehen geht ja nur eine Zeit lang, Langeweile mag ich sowieso nicht und darum haben wir die Zeit kreativ genutzt.“

Auf die konkrete Nachfrage ergibt sich: Das neue Stück „Lukas Straßenkind“ soll, wenn alles klappt, möglichst noch in diesem Jahr Premiere haben. So etwas will organisiert sein und neue Kulissen braucht es dafür natürlich auch. Für die hatte die technische Truppe um Erwin Ringsgwandl viel mehr Zeit als üblich, Erwins Spruch „Meine Frau hat eine Idee und ich dafür zwei Jahre Arbeit“ passte diesmal nicht so ganz. Die Proben für „Lukas Straßenkind“ müssen allerdings noch warten bis die Theatertruppe nach Monaten der Pause wieder weiß, worauf es ankommt. Im September letzten Jahres, als nach der ersten Corona-Welle für ein paar Wochen wieder gespielt wurde, machte die Truppe eine ganz neue Erfahrung: je länger eine Spielpause dauert, umso mehr muss vor dem Neustart geprobt werden. Das hatten sie übersehen, alle, selbst die Chefin, erinnern sich noch an ihre ungewohnten Aussetzer bei den Proben, damals im September.

An Erfahrung reicher und voll motiviert wird die Truppe am 1. Juli wieder an den Start gehen. „Gerade beim Himmegugga mit seinen vielen Details,“ weiß die Chefin Elfriede, „müssen wir intensiv proben, das ganze fünfmal, wenigstens!“ Ansonsten haben alle Darsteller die Zwangspause gut überstanden, was sicher mit der lang gewachsenen Struktur der Truppe zu tun hat. Niemand aus dem Ensemble ist  abgesprungen und Nachwuchssorgen hatte das Theater sowieso noch nie.

Auch zur näheren Zukunft hat Elfriede Ringsgwandl gute Nachrichten: das Landratsamt hat die Genehmigung für das große Theaterzelt auf weitere fünf Jahre verlängert, „ohne große Umstände, nur mit ein paar freundlichen Zeilen.“ Gerade hat Elfriede Telefondienst, mit ihrem bayerischem Charme nimmt sie freundlich Reservierungen entgegen und in einer Pause spricht sie nochmal das Thema Zukunft an, diesmal richtig weit voraus gegriffen. Um ein neues Stück geht es nicht, das wäre weiter keine Überraschung. Doch was der Reporter da hört ist genau das, und zwar eine richtig große! Über die kann er aber erst berichten wenn die Theaterchefin die Information frei gibt.

Bericht: Klaus Bovers

Foto: Ringsgwandl/Riederinger Theaterzelt

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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