Kirche

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Bratislava

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Bezirksverband Oberbayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führt jedes Jahr eine Inspektionsreise zu ausgesuchten Kriegsgräberstätten und Soldatenfriedhöfen in ganz Europa durch. Eingeladen werden dazu die erfolgreichsten Sammler aus ganz Oberbayern. In diesem Jahr führte die Inspektionsfahrt zu zwei markanten Kriegsgräberstätten in Sankt Pölten / Niederösterreich und Bratislava/Pressburg in der Slowakischen Republik.

„Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ – unter diesem Motto arbeitet die humanitäre Organisation seit fast 100 Jahren für die Bundesregierung, mit dem Auftrag die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, anzulegen und zu pflegen. Aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein waren mehrere erfolgreiche Sammler bei dieser Reise mit dabei. Der Volksbund betreut weltweit auf 833 Kriegsgräberstätten die Gräber von 2,7 Millionen Kriegstoten in 46 Ländern. Alleine in Oberbayern arbeiten 3400 ehrenamtliche Mitarbeiter für den Verband, derzeit gehören ihm in Oberbayern rund 7400 Mitglieder an.

Der Soldatenfriedhof von St. Pölten wurde bereits 1940 von der Stadtgemeinde St. Pölten errichtet und in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in Zusammenarbeit mit dem Volksbund umgestaltet. Er ist die letzte Ruhestätte für 610 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges und 30 weitere Kriegstote vieler verschiedener Nationen. Unter jedem Granit-Kreuz in der weitläufigen gut gepflegten Anlage ruhen jeweils vier Tote. Die Besucher aus Oberbayern unter Leitung des neuen Bezirksvorsitzenden Heinrich Rehberg und des neuen Bezirksgeschäftsführers Artur Klein legten ein Blumengesteck mit einer Kranzschleife des Volksbundes am zentralen Hochkreuz nieder und sprachen ein gemeinsames Gebet.

Die nächste Station der Inspektion führte nach Bratislava in die Hauptstadt der Slowakischen Republik. Die deutschen Verluste im Zweiten Weltkrieg werden für die ehemalige Tschechoslowakei auf 178000 Kriegstote geschätzt. Die bei der Hauptstelle des Volksbundes in Kassel bekannten Grablagen befinden sich in etwa 5200 Orten über das ganze Land verstreut. 1990 begann die Arbeit des Volksbundes in der Ostslowakei mit dem Sammeln und Verifizieren der Daten, bis zur Exhumierung der Toten und der Zusammenführung auf den großen Sammelfriedhöfen. Mit der Einweihung der Gedenkstätte auf dem Hauptfriedhof von Bratislava im Jahr 2000 sind jetzt alle Friedhöfe für die in der Slowakei im Zweiten Weltkrieg Gefallenen angelegt und ihrer Bestimmung übergeben. Auf dem Friedhof von Bratislava seit September 1997 980 deutsche Soldaten eingebettet, die in Grablagen innerhalb des Stadtgebietes und im Umkreis von Bratislava geborgen wurden und hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Delegation überzeugte sich auch hier an Ort und Stelle, dass diese Anlage gut gepflegt ist und den Anforderungen des Volksbundes entspricht. Mit einer Ansprache des Bezirksvorsitzenden, der obligatorischen Kranzniederlegung und einem gemeinsamen Gebet endete die Inspektion.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

  • Teilnehmer der Inspektionsfahrt des Bezirksverbands Oberbayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Hochkreuz in Bratislava
  • Hier ruhen 980 deutsche Soldaten, die vor allem in den Jahren 1944/45 im Raum Bratislava / Pressburg gefallen sind.
  • Namentlich bekannte Soldaten, die aus den Feldgräbern nicht mehr geborgen werden konnten
  • Die Besucher aus Oberbayern unter Leitung des neuen Bezirksvorsitzenden Heinrich Rehberg (links) und des neuen Bezirksgeschäftsführers Artur Klein (rechts) legten ein Blumengesteck mit einer Kranzschleife des Volksbundes am zentralen Hochkreuz nieder und sprachen ein gemeinsames Gebet.
  • Gedenktafel am Friedhofseingang

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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