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Vögel des Chiemsees: Der Haubentaucher

Der Haubentaucher kann zweifelsohne zu den Charaktervögeln des Chiemsees gezählt werden. Unser größter heimischer Taucher ist das ganze Jahr über in teils hohen Individuenzahlen zu beobachten. So wurden allein im Februar an einem Tag knapp 500 Vögel gezählt. Mit Beginn des Frühjahrs fällt der Haubentaucher durch sein unverwechselbares Prachtkleid besonders auf, das ihm bis in den Sommer erhalten bleib. Mit seinem langen weißen Hals, der schwarzen, beweglichen Federhaube und dem rostroten Federkragen ist er unverkennbar. Ein besonderes Schauspiel ist die ritualisierte Balz. Dabei liegen sich die Paare im Wasser gegenüber, schütteln und drehen ihre Köpfe, um sich dann Brust an Brust weit aus dem Wasser aufzurichten und mit den Füßen auf das Wasser zu schlagen, als ob sie auf dem See tanzen würden. Zudem tauchen sie immer wieder nach Wasserpflanzen, welche sie sich symbolisch als Nistmaterial überreichen.

Im vergangenen Jahr konnten bei einer Chiemsee-weiten Erfassung aller brütenden Wasservögel 127 Brutpaare gezählt werden. Sein Nest aus alten Schilfhalmen und anderem Pflanzenmaterial baut der Haubentaucher am Rand der Verladungsbereiche oder in den Schwimmblattzonen des Chiemsees. Diese möglichst störungsfreien Brutgebiete findet er vor allem im Irschener Winkel (vergangenes Jahr 53 Brutpaare), in der Uferzone östlich des Rottspitz (30 Reviere), in der Hirschauer Bucht (18) oder auch am Aiterbacher Winkel (13). In diesem Jahr wurden aufgrund des Hochwassers im Frühsommer viele Nester überschwemmt und die Bruten aufgegeben, so dass erst im weiteren Jahresverlauf mit sinkendem Wasserstand wieder mit der Brut begonnen wurde.

Besonders gut kann man den Haubentaucher bei der Brut und Aufzucht seiner Jungen von den Beobachtungstürmen im Irschener Winkel oder der Hirschauer Bucht beobachten. Auch dann, wenn er seinem Namen alle Ehre macht und immer wieder abtaucht, um seine Hauptnahrung Fische zu fangen.

Der Bestand des Haubentauchers am Chiemsee kann neben dem im fränkischen Aischgrund und am bayerischen Bodensee zu den bedeutendsten in ganz Bayern gezählt werden.

Text: Dirk Alfermann (Gebietsbetreuer Chiemsee) – Bildrechte: Johannes Almer

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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