Kirche

Veteranen-Treffen in Prien – Bericht und Bilder Teil 2

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„180 Jahre sind es wert, gemeinsam zu feiern, viel wichtiger aber sind die Gründungsgedanken, die das Helfen und Kümmern zum Ziel hatten, als es aufgrund von Kriegen für die Hinterbliebenen viel Not und Elend gab. Und heute ist es wichtig, dass alle und jeder Einzelne Zeichen und Mahnmal für den Frieden sind, denn Frieden und öffentliche Ordnung sind uns zwar geschenkt, aber sie sind nicht selbstverständlich“ – mit diesen Worten zu Beginn des Festgottesdienstes im Priener Eichental bat Bürgermeister Jürgen Seifert vom Markt Prien und Schirmherr des heurigen Veteranenvereins-Jubiläums die Anwesenden, auch in Zukunft um gegenseitige Verständigung und um ein gutes Miteinander bemüht zu sein (Der Bürgermeister bat wegen einer jüngst erlittenen Rückenverletzung aufgrund einer ungewollten Stacheldraht-Begegnung um Verständnis, dass er zur Feier und Würde des Tages die Trachtenjoppe nur umhängen und nicht fest tragen konnte). „In Treue fest“ – dieses Motto des Festvereins mit Vorsitzendem Georg Fischer junior und mit Ehrenvorsitzenden Michael Anner senior war für Pfarrer Klaus Hofstetter am Dreifaltigkeitssonntag ein willkommenes Predigt-Thema. „In unzerbrüchlicher Treue zueinander stehen und Gott danken für all das Gute, das in den 180 Jahren in Prien und im Bezirk geschehen ist, das möge für uns Richtschnur für unser weiteres Leben sein“, so der Geistliche, der aus dem Alten Testament mit den Worten zitierte „Damit es Dir und Deinen Nachkommen gut gehe“ und diesen Gedanken auf die heutige Zeit und auf Prien anwandte indem er sagte: „Uns geht es gut, über 70 Jahre haben wir in unserem Land keinen Krieg erfahren, doch durch die Nähe mit Flüchtlingen merken wir, dass die Welt aus den Fugen geraten ist. Die Gereiztheit steigt nicht nur woanders, sondern auch bei uns in Prien, wenn man nur an das Thema Jugendherberge denkt. Aber deswegen wollen wir nicht in Jammern verfallen, denn Gott der Allmächtige und Barmherzige ist bei uns. Leben wir nach Gottes Geboten und tun wir nicht Anderen was an, was wir gegenüber uns selbst nicht wollen“. Pfarrer Hofstetter beendete seine Predigt mit den Worten „Gehen wir wieder mehr aufeinander zu, auch auf jene, denen wir das Kraut ausgeschüttet oder die wir verletzt haben, damit es uns gut geht in einem Land, das uns Gott geschenkt hat“.

 

Der Gottesdienst mit Volksgesang wurde musikalisch von der Festmusikkapelle Prien unter der Leitung von Sebastian Strohmayer gestaltet. Die Idylle des Festplatzes im Großen Kurgarten im Eichental war geprägt von fleißigen Kuckucks-Rufen und vom ständigen Rauschen des Prien-Wassers. Unterbrochen wurde die Idylle nur durch den Kanonensalut bei der Wandlung und durch den abschließenden Ehrensalut der Priener Gebirgsschützen. Die Kirchenkollekte wird zu je einer Hälfte der Aktion für das Leben in Rosenheim und der Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung gestellt. Wie Pius Graf aus Zaisering als erster Obmann der Interessengemeinschaft der Krieger- und Veteranenvereine sowie der Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim im Beisein seiner Stellvertreter Sebastian Fodermeyer aus Babensham und Josef Beer aus Bruckmühl in seinem Grußwort sagte, gilt es weiter am Frieden zu bauen und an den Gedenkstätten für die verstorbenen Kameraden festzuhalten. In diesem Sinne übergab er einen Scheck in Höhe von 2.500 Euro an Heinrich Rehberg, dem Vorstand des Bezirks Oberbayern innerhalb des Vereins Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Rehberg dankte dafür mit den Worten: „Mit diesen 2.500 Euro können 50 Gräber renoviert oder 250 Gräber bepflanzt werden. Zudem können Arbeitseinsätze und Schulklassen-Aufenthalte bezuschusst werden. Bayern allein sammelt die Hälfte des deutschen Spendenaufkommens und in Bayern kommt die Hälfte aus Oberbayern“. Pius Graf ergänzte diese Informationen mit dem Grundsatz, dass Gräberpflege und Friedenssicherung nicht nur Aufgabe von Staat und Vereinen, sondern insbesondere vom Volk und von jedem einzelnen Bürger abverlangt werden sollten. Bei der Kranzniederlegung für die verstorbenen Kameraden schlug Ehrenvorsitzender Michael Anner eine eigens ins Eichental gebrachte Kirchenglocke an, über dessen besondere Geschichte noch eigens berichtet wird. Unter den zahlreichen Ehrengästen konnten von Erstem Vorstand Georg Fischer unter anderem die Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer, die Bezirksräte Sebastian Friesinger und Sepp Hofer, stellvertretender Landrat Josef Huber sowie Bayernbund-Ehrenvorsitzender Adolf Dinglreiter begrüßt werden.

Der Festzug durch den durch einen großen Antikmarkt eh schon stark belebten Ort war geprägt von vier Zügen, von zwei Festkutschen, von den Blaskapellen Prien, Wildenwart und Pang, vom Spielmannszug der Priener Gebirgsschützen sowie von rund 90 Fahnenabordnungen der Veteranen- und Ortsvereine, die zum Teil auch mit einer großen Anzahl von Mitgliedern teilnahmen. Den Ausklang des Festtages bildete ein gemütliches Beisammensein mit Mittagessen im mit rund 1.800 Plätzen vollbesetzten Festzelt.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke vom Veteranen-Bezirkstreffen in Prien

Weitere Informationen: www.prien.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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