Landwirtschaft

Unterstützung nötig zur Rettung der Wälder

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Waldeigentümer schlagen Alarm. „Die Auswirkungen der jüngsten Wetterextreme haben zu einer katastrophalen Lage in unseren Wäldern geführt“, sagte AGDW-Präsident von der Marwitz. Die AGDW – Die Waldeigentümer fordert daher eine Unterstützung in Höhe von 500 Millionen Euro durch den Bund, um die Dürreschäden aufzuarbeiten. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium wird aktuell für 2018 und 2019 mit einer Schadholzmenge in Höhe von 70 Millionen Festmetern gerechnet. Dabei handelt es sich laut Berechnungen der AGDW um eine Summe von rund 2,5 Milliarden Euro Schäden. 

Die Auswirkungen der Dürre und der vorangegangenen Stürme auf den Wald sind langfristig und vielfältig: Immer mehr Waldflächen vertrocknen. Darüber hinaus befürchten die Waldeigentümer angesichts des milden Winters und der aktuell warmen Temperaturen eine explosive Schädlingsvermehrung (z.B. durch den Borkenkäfer), so dass die Wälder in Deutschland weiter angegriffen werden. Auf ihrer Hauptausschusssitzung vor wenigen Tagen in Berlin haben die 13 Landesverbände daher einen Forderungskatalog verabschiedet, um die Wälder zu retten.

Neben den Nothilfen in Höhe von 500 Millionen Euro zur Aufarbeitung der Schäden fordert die AGDW von den Landesregierungen, die bereits zugesagte Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ unbürokratisch und zügig in den Ländern umzusetzen, damit die Hilfen bei den einzelnen Waldbesitzern ankommen.

Hans-Georg von der Marwitz: „Bei der Rettung unserer Wälder handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Aufgrund der katastrophalen Zustände in den Wäldern fordern wir einen ressortübergreifenden Pakt für den Wald, damit die vielfältigen Funktionen des Waldes in Deutschland erhalten bleiben.“ Zu diesen Funktionen zählt der Wald als Klimaschützer, als Wasserspeicher, als Luftfilter, Erholungsort und Lebensraum für viele Tierarten.

Zahlen und Fakten: 

Die Kernforderungen:

  • Weitere Hilfen in Höhe von 500 Millionen Euro, um das Schadholz aus den Wäldern zu schaffen.
  • Die Landesregierungen müssen dafür sorgen, dass die bereits zugesagte Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ unbürokratisch und zügig in den Ländern umgesetzt wird, damit die Hilfen bei den Waldbesitzern ankommen.
  • Verzicht auf den Einschlag von Frischholz in den staatlichen Wäldern von Bund und Ländern, um den Abfluss des Schadholzes aus den Wäldern zu gewährleisten.
  • Steuerliche Erleichterungen für die Waldeigentümer, damit sie in die Wiederaufforstung vertrockneter Flächen investieren können.
  • Zur-Verfügung-stellen von Pflanzenschutzmittel, um die Massenvermehrung des Borkenkäfers aufzuhalten. Pflanzenschutz ist für die Waldeigentümer eine „ultima ratio“.
  • Aufforstung mit klimatoleranten, nichtheimischen Baumarten, die mit den Wetterveränderungen besser klarkommen.

Die Waldeigentümer:

  • Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald. Die privaten Waldeigentümer verfügen über 48 Prozent des Waldes, die Körperschaften (z.B. Kirchen) und Kommunen verfügen über 19 Prozent, Bund und Länder über 33 Prozent.
  • Die AGDW setzt sich für die Interessen der rund zwei Millionen privaten Waldeigentümer sowie der kommunalen und körperschaftlichen Waldeigentümer ein, die mit ihrer multifunktionalen, nachhaltigen Forstwirtschaft etwa zwei Drittel der deutschen Waldfläche bewirtschaften.

Bericht und Fotos: AGDW – Die Waldeigentümer

Anhang: Positionspapier AGDW April 2019

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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