Kirche

UN-Auszeichnung für Klosterwald Maria Eich

Das Projekt „Eremiten im Klosterwald Maria Eich“ in Planegg, Landkreis München, wird als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Preisverleihung mit Führung durch den etwa 40 Hektar großen Bestand findet am Freitag, 17. Mai, um 10 Uhr vor der Wallfahrtskirche Maria Eich, Zu Maria-Eich 1, in Planegg statt. Mit der Auszeichnung ehren die Vereinten Nationen Projekte, die sich in vorbildlicher Weise für die Erhaltung biologischer Vielfalt einsetzen. Getragen wird das Projekt vom Forstbetrieb der Erzdiözese München und Freising, dem im Kloster ansässigen Augustinerorden, den Bayerischen Staatsforsten, der Gemeinde Planegg und dem Landkreis München.

In dem vorwiegend aus Hainbuchen und Eichen bestehenden Wald um die Wallfahrtskirche und das Augustinerkloster Maria Eich stehen auch etwa 50 mehr als 250 Jahre alte Eichen. Im Jahr 2014 konnten in dem Gebiet in einer einjährigen Untersuchung rund 240 Holzkäferarten nachgewiesen werden, darunter 55 Arten, die in Deutschland und Bayern auf den Roten Listen gefährdeter Arten stehen. Mindestens acht der nachgewiesenen Arten kommen nur in sehr alten und totholzreichen Wäldern oder Urwäldern vor. Namensgeber für das Projekt ist der im Klosterwald lebende Eremit, auch Juchtenkäfer genannt, aus der Familie der Blatthornkäfer.

Zum Schutz des Waldes haben die verantwortlichen Träger 2016 ein gemeinsames Pflege- und Entwicklungskonzept beschlossen, das seit 2017 Schritt für Schritt umgesetzt wird. Neben Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sowie einem möglichst langen Erhalt absterbender oder bereits toter sogenannter Methusalem-Bäume setzt das Konzept vor allem auf waldbauliche Maßnahmen. So wurden zuletzt im Januar in einem Erweiterungsareal durch die Bayerischen Staatsforsten Gehölzentnahmen zur Förderung ausgewählter Eichen und zur Erhöhung des Totholzanteils vorgenommen. Eigentümer des Projektgebiets sind der Freistaat Bayern, die Bayerische Staatskasse (Ärar), die Kirchenstiftung Maria Eich und die Deutsche Augustiner-Ordensprovinz. Die Wege und Straßen gehören der Gemeinde Planegg.

Das Projekt „Eremiten im Klosterwald Maria Eich“ ist das erste Projekt im Landkreis München, das den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ erhält. Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. (ct)

Bericht und Fotos: Pressestelle Erzbischöfliches Ordinariat München

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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