Ukraine-Hilfe

Ukraine-Hilfstransport startete von Reit im Winkl aus

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Die Reit im Winkler helfen.“ So stand es in einem Aufruf, um auf einen beabsichtigten Hilfstransport für die Ukraine hinzuweisen und einen Spendenaufruf zu starten. Die Hilfsbereitschaft war nach Aussage der Initiatoren überwältigend, und so fuhren nach gründlicher Vorarbeit durch viele Helfer drei vollbepackte Transporter Reit im Winkler Firmen mit zwei Hängern nach Polen kurz vor der ukrainischen Grenze.

„Nach der ersten Kriegswoche wollte ich irgendwie helfen und tätig werden“, sagte Uwe Oberste-Hetbleck beim Beladen der Fahrzeuge. Zuerst wandte er sich an die ihm bekannten Hilfsorganisationen im Landkreis. Teils bekam er aber keine, teils nur unbefriedigende Antworten. Also schaute er sich im Dorf um. „Wer macht schon was, wo kann ich mich anschließen“, überlegte er sich. Er schrieb in die sozialen Medien, die im Ort gelesen werden.

„Es war noch nirgendwo etwas geplant. Also musste ich selbst was tun. Schließlich war ich mir sicher, bei Günter Dirnhofer junior laufe ich offene Türen ein. Etwa eine Woche lang steckten wir die Köpfe zusammen, trafen uns immer wieder“, so Oberste-Hetbleck weiter. Sie recherchierten im Internet und nahmen mit mehreren Gruppen Kontakt auf, die schon erste Hilfstransporte hinter sich hatten. Dann wandten sie sich an Irina Förmer vom Apartmenthaus Kaiserhof, die Nachbarin von Günter Dirnhofer, eine gebürtige Ukrainerin, die schon seit vielen Jahren im Landkreis lebt. Sie sollte das Sprachrohr in die Grenzregion Polen/Ukraine werden und sagte zu. Es wurde ein Spendenaufruf im Dorf gestartet. „Die Hilfsbereitschaft war und ist überwältigend. Die Bürger aus Reit im Winkl spenden mehr als wir uns erträumt haben. Bis jetzt ist ein Spendenvolumen im guten fünfstelligen Bereich eingegangen“, freuten sich die Initiatoren. Auch etliche Reit im Winkler Unternehmen zeigten sich nach ihrer Aussage sehr großzügig.

Etwa die Hälfte der Spenden wurden als Sachspenden geleistet, die andere als Geldspenden, die ausschließlich zum Einkauf weiterer Hilfsgüter verwendet wurden. Zum Teil wurde bei den örtlichen Lebensmittelhändlern eingekauft, zum Teil auch bei Lebensmittelgroßhändlern. Die Lebensmittel und sonstigen Hilfsgüter waren beziehungsweise wurden in Kartons verpackt und mit der Angabe des Inhalts beschriftet. Die Dolmetscherin Irina Förmer übersetzte die Beschriftungen ins Ukrainische. Viele Helfer sortierten alles und beluden die Kartons in die Transportfahrzeuge. Am Freitag in aller Früh startete dann der Hilfskonvoi mit dem Ziel der in etwa 1200 Kilometer entfernten polnischen Stadt Przemysl an der ukrainischen Grenze, wo mit zwei Hilfsorganisationen ein reger Austausch bestand. Diese betreiben dort Lager, in denen die Hilfsgüter weiter kommissioniert und dann in die Ukraine geliefert werden. Sie werden dort teils weit ins Land gefahren, teils werden die wartenden Flüchtlinge im Grenzgebiet damit versorgt.

Vor Ort angekommen, werden die Reit im Winkler dann entscheiden, welche Hilfe weiter geleistet werden kann. Dies kann auch eine Mitfahrgelegenheit für Flüchtende sein. Auch sind sie mit hiesigen Hilfskräften vernetzt, die sich um eventuell mitreisende Ukrainer kümmern und ihnen Wohnraum anbieten werden.

Bericht und Fotos:  Sepp Hauser – Viele Helfer sortierten die gespendeten Hilfsgüter und beluden sie in die bereitstehenden Fahrzeuge.

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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