Tourismus

Übersee: Mehr Übernachtungen trotz Corona 2020

Erfreuliche Nachrichten konnte der Überseer Tourist-Infoleiter Mike Wielandner gegenüber unserer Zeitung verkünden. Trotz der coronabedingten Einschränkungen gab es im vergangenen Jahr 4,6 Prozent mehr Übernachtungen (202 275) als 2019. Allerdings kamen mit 44 719 Personen um 14,05 Prozent weniger Gäste als im Jahr zuvor.

Seit längerem ergibt sich aus dieser Statistik erstmals wieder ein Anstieg der Aufenthaltsdauer. Waren es 2019 noch 3,7 Tage pro Gast, so blieben die Gäste 2020 durchschnittlich 4,5 Tage in Übersee.

Vor allem der Campingbereich habe 2020 wieder eine große Rolle gespielt. Von den Übernachtungszahlen fielen 63,49 Prozent und bei den Gästen 65,35 Prozent auf die Camper, stellte Wielandner fest. 2020 gab es in Übersee 92 Betriebe, davon 71 privat bis einschließlich neun Betten geführt, 768 Betten (235 privat) sowie vier Campingbetriebe mit insgesamt 428 Stellplätzen.

„Wenn man davon ausgeht, dass die Touristik- und Dauercamper sowie die Reisemobilisten durchschnittliche Tagesausgaben von 40,20 Euro haben und diese im Bettenbereich im Schnitt bei 96,70 Euro liegen, dann hatte Übersee 2020 einen touristischen Jahresumsatz von 12,31 Millionen Euro“, so der Tourist-Infoleiter. Dabei seien die Umsätze der Tagestouristen noch nicht mitgerechnet.

Für diese Saison gab er in Sachen des Badebusses eine Neuerung bekannt. So soll in einem Testlauf die Strecke vom Bahnhof bis zum Strandbad um die Haltestellen „Gröben“ und „Almdorado“ erweitert werden. Der Betrieb des Shuttles startet am 4. Juni, und zwar immer freitags, samstags, sonntags und am Feiertag.

In diesem Zusammenhang sprach Wielandner von einer Zukunftsvision. Man will Übersee als einen Urlaubsort bekanntmachen, in dem man sein Auto stehen lassen kann, „weil man es aufgrund der guten Infrastruktur einfach nicht braucht.“ Die Bahnanbindung mit eigenem Bahnhof, die Chiemseeringlinie, die Achentallinie, der Orts- beziehungsweise Badeshuttlebus, ein Autoverleiher, zwei Fahrradverleiher, eventuell künftig auch E-Roller könnten ein Netzwerk bilden, mit dem man sich in erster Linie im Ort, aber auch über seine Grenzen hinaus bewegen kann.

Mit diesen Möglichkeiten könnte das Auto während des kompletten Aufenthaltes beim Gastgeber stehen bleiben oder die Gäste sogar ohne eigenes Auto anreisen. Laut Wielandner seien zwei Drittel dieses Zieles bereits erreicht, da über 60 Prozent der Gäste Camper sind, die ihre Caravans und Wohnwägen stehen lassen und sich mit E-Bikes, Rädern und Rollern fortbewegen.

Erfreut  über die touristische Entwicklung äußerte sich Übersees neuer Bürgermeister Herbert Strauch: „Die steigenden Übernachtungszahlen zeigen uns, dass wir in Übersee gute Übernachtungsangebote in allen Formen haben, und als Luftkurort touristisch attraktiv sind. Als Gemeinde sind wir sehr daran interessiert, den Urlaubsgästen aber auch den Tagestouristen gleichermaßen einen geordneten Zugang zum Seeufer zu ermöglichen. Daher stehe ich auch hinter dem Badebus, wenn er auch aufgrund der wenigen Fahrgäste in der Vergangenheit von den Einheimischen oft belächelt und in Frage gestellt wurde. Da sich auch das Nutzungsverhalten ständig ändert, werden wir für die Besucherlenkung am Chiemseestrand nie die perfekte Lösung haben.“

Text: Bärbel vom Dorp

Foto: Chiemgau Tourismus

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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