Leitartikel

Trauer um Ehren-Landesschützenmeister Wolfgang Kink

Der Bayerische Sportschützenbund trauert um seinen Ehren-Landesschützenmeister Wolfgang Kink, der nach schwerer Krankheit am 14. Mai 2024 im 77. Lebensjahr verstorben ist. Tief betroffen nehmen die bayerischen Sportschützen von ihm Abschied. Der langjährige Landesschützenmeister öffnete den BSSB für die neue digitale Welt und sorgte mit einer effektiven Medienpolitik für eine breite Anerkennung und das heutige hohe Ansehen des bayerischen Schützenwesens in der Gesellschaft. Er war der Brückenbauer zwischen den gesellschaftlichen Kräften und den Schützinnen und Schützen. Insbesondere baute er die engen Verbindungen zur Landes- und Bundespolitik sowie mannigfache Kontakte zur Zivilgesellschaft auf und pflegte diese bis zu seinem Tod.

Wolfgang Kink wurde am 19. Januar 1948 in Bernau am Chiemsee geboren. Hier verlebte er seine Jugendjahre und wurde Mitglied beim örtlichen Schützenverein.

Wolfgang Kinks Lebensmittelpunkt verlagerte sich bald nach München. Grund war die Karriere bei der bayerischen Landespolizei, die er einschlug. In der Landeshauptstadt wurde er Mitglied des heutigen Polizei-Sportschützenvereins, wo er in die Position des Schützenmeisters gewählt wurde und den Verein bis zu seinem Tod umsichtig leitete. Als 2. Bezirksschriftführer und als Pressereferent im Schützenbezirk München sammelte er Erfahrungen für weitere Ämter und empfahl sich für weitere Aufgaben. Er erwarb alle nationalen und internationalen Kampfrichterlizenzen, dann die Trainer-C-Lizenz, und nicht zuletzt ließ er sich nach erfolgreicher Ausbildung von der Regierung von Oberbayern zum Sachverständigen für die „Sicherheit von nichtmilitärischen Schießstandanlagen“ öffentlich bestellen und beeidigen. Die mit diesen Ausbildungsgängen verbundenen Aufgaben lagen ihm sehr am Herzen. Er betreute sogar als Trainer und Mannschaftsführer neben der höchst-erfolgreichen DSB-Pokal-Mannschaft des PSSV München auch bis zu seinem beruflichen Ruhestand am 31. Januar 2008 die bayerische und deutsche Schießsportequipe der Polizei bei zahlreichen nationalen und internationalen Meisterschaften.

Ferner hatte er – seit 1967 Mitarbeiter beim Oktoberfest-Landesschießen – die Schießleitung des weltgrößten Freischießens zunächst als stellvertretender und später als 1. Schießleiter übernommen. Am 31. Mai 1987 begann im Kolping-Saal zu Regensburg Wolfgang Kinks Engagement im Landesschützenmeisteramt zunächst als stellvertretender Schatzmeister. 1990 wurde er zum stellvertretenden Landesschützenmeister gewählt und übernahm am 31. Mai 2008 die Führung des Bayerischen Sportschützenbundes als 1. Landesschützenmeister. Seine Ära, in der er den BSSB zu einer neuen Blüte führte, endete am 15. Juni 2019, als er seinem Nachfolger Christian Kühn einen finanziell gut aufgestellten und gesellschaftlich anerkannten BSSB übergab. Insbesondere die Kaderschützen sind Wolfgang Kink zum Dank verpflichtet, setzte er doch die Planstellen für Leistungssportler bei der Bayerischen Polizei durch und kämpfte um Zuschüsse für eine noch bessere Trainerausstattung des Landesleistungszentrums und Bundesstützpunktes Olympia-Schießanlage. Besonders herauszuheben sind auch zahlreiche Veranstaltungen, die neben dem Oktoberfest-Landesschießen untrennbar mit dem Namen des Landesschützenmeisters verbunden sind. Neben der Polizei-Europameisterschaft 1999 bleiben die ESK-Europameisterschaft im Jahr 2000 sowie die Eröffnungsfeier zur ISSF-Weltmeisterschaft im Jahr 2010 auf dem Münchner Marienplatz in positiver Erinnerung.

Bis zuletzt waren die beiden letzten Wochen im September Wolfgang Kinks „fünfte Jahreszeit“. Das Oktoberfest-Landesschießen war ein Teil von ihm. Seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass sich das weltgrößte Freischießen nach wie vor größter Beliebtheit erfreut, ja sogar zu einem Werbeträger für das Sportschießen geworden ist. Auf seine Initiative hin, wurde das Oktoberfest-Landesschießen in das Landesverzeichnis Bayern des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Auch auf vielen weiteren Gebieten – etwa bei der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes – war Wolfgang Kink ehrenamtlich tätig. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde Wolfgang Kink 2006 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, und 2017 erhielt er aus den Händen des damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer den Bayerischen Verdienstorden. Auch beim Deutschen Schützenbund war Wolfgang Kink die Stimme Bayerns. Seit 1994 war er Mitglied des Gesamtvorstandes des DSB und übernahm von 2013 bis 2017 das Amt des 1. DSB-Vizepräsidenten. Wolfgang Kink erwarb sich in diesem Amt große Verdienste um die Entwicklung und Umsetzung der innerverbandlichen Strukturreform, vor allem durch seine Mitarbeit in der Satzungskommission, und hat damit einen gewichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Verbandes geleistet. Seit jeher sah Wolfgang Kink in der Darstellung des Schützenwesens – als ideale Kombination aus Breiten- und Leistungssport mit traditionsverbundener Heimatliebe, Geselligkeit und jahrhundertealter Volkskultur – eine Hauptaufgabe der Verbandsführung sowohl in Bayern als auch auf Bundesebene. So war es nur folgerichtig, dass sich Wolfgang Kink 2017 in Frankfurt am Main in das wichtige Amt des DSB-Vizepräsidenten Öffentlichkeitsarbeit wählen ließ, das er bis 2021 ausfüllte. Tiefbetroffen würdigte 1. Landesschützenmeister Christian Kühn Wolfgang Kink als einen Glücksfall für das bayerische Schützenwesen. „Die Vielzahl seiner ehrenamtlichen Aktivitäten haben ihn längst zu einem Botschafter seiner bayerischen Heimat und unseres Schützenwesens gemacht. Für den Bayerischen Sportschützenbund ist sein Tod ein großer Verlust. Wolfgang Kink war ein Vorbild für alle unsere Funktionäre und sein Wirken sorgte dafür, dass sein Name auf Dauer einen festen Platz in der Geschichte des BSSB einnimmt.“

Das Requiem für den Ehrenlandesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbundes Wolfgang Kink findet am 23. Mai 2024, 11 Uhr, in der Pfarrkirche St. Paul, Sankt-Pauls-Platz 11, 80336 München, statt. Anstelle von Kränzen oder Blumen wünscht sich die Familie im Sinne des Verstorbenen eine Spende zugunsten des Fördervereins Wasserrettung Bernau e.V.,  Volksbank-Raiffeisenbank, IBAN: DE77711600000008021635, BIC: GENODEF1VRR oder zugunsten des Polizei-Sportvereins München, VR-Bank Ismaning Hallbergmoos Neufahrn e.G., IBAN:   DE61 7009 3400 0000 0099 11, BIC: GENODEF115V.

Unser tiefempfundenes Mitgefühlt gilt seiner Ehefrau Christine und seinen Kindern und Enkeln. Kondolenzschreiben an die Familie richten Sie bitte an die Adresse der Geschäftsstelle des BSSB, Ingolstädter Landstraße 110, 85748 Garching-Hochbrück.

Bericht und Bildmaterial: Bayerischer Sportschützenbund (BSSB)

Redaktion

Toni Hötzelsperger

Samerberger Nachrichten

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