Brauchtum

Trachtlerwallfahrt nach Birkenstein abgesagt

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Trachtenwallfahrt des Oberlandler Gauverbands muss auch 2021 entfallen – geplant war am 13. Mai –  2. Absage der Wallfahrt nach dem Krieg

Ein paar Gedanken des Gauvorstandes Hans Schwaiger zur Wallfahrt nach Birkenstein:

„Im Jahr 1923 zogen 30 der damals 35 Trachtenvereine des Oberlandler Gauverbands und Neuburgler von Vagen, Immergrün Au bei Bad Aibling, Edelweiß von Dettendorf-Kematen und der Verein zur Erhaltung der Volkstracht im Leitzachtal von Bayrischzell zur Muttergottes nach Birkenstein. Bei der Wallfahrt wurde vor allem der Gefallenen im Weltkrieg 1914 -1918 gedacht und gebetet. Zur Erinnerung an die 1. Wallfahrt ist an der Südseite der Kapelle ein Tafel angebracht worden, auf dem alle Vereine aufgeführt sind. Die Tafel ist heute noch an der gleichen Stelle. Ab 1933 war es nicht einfach eine Wallfahrt zu machen, da es verboten war, bei Wallfahrten/Fronleichnamsprozessionen und kirchlichen Anlässen Fahnen mitzutragen. 1938 musste der Gauverband aufgelöst werden. 1947 war dann wieder die 1. Wallfahrt nach dem 2. Weltkrieg. Wieder war eine große Zahl an Gefallenen zu beklagen. Dazu kamen viele Vermisste, von denen man befürchten musste, dass sie ebenfalls nicht mehr am Leben waren. Bis 1970 konnte die Wallfahrt ohne jegliche Genehmigung ablaufen. Seitdem immer mit Genehmigung des Landratsamtes Miesbach – wobei dies nie ein Problem dargestellt hat. Seit 1970 treffen sich die Wallfahrer an der Schule in Fischbachau und beten von dort hinauf zur Heiligen Muttergottes. Zuvor wurde immer von Hammer aus gebetet, da von dort die meisten mit dem Zug gekommen sind. Und nachmittags hatte die Fischbachauer-Blasmusik die Pilger wieder zurück zum Bahnhof Hammer gespielt. Seit 1949 wurden zur Entlastung des Birkensteiner Kurat Gröbmeier andere Geistliche gewonnen. 1973 wurde das 50-jährige Bestehen der Wallfahrt besonders herausgestellt. Es war erstmals ein Bischof zu Gast. Weihbischof Schwarzenbeck, der auch 1982 die Wallfahrt hielt. 1990 Weihbischof Matthias Defregger. 2009 zog mit uns Erzbischof Reinhard Marx nach Birkenstein und 2013 Weibischof Wolfgang Bischof.
I mächt bei allen vergelts Gott sagn die immer dazua beitragen, dass die Wallfahrt so gut und unkompliziert abläuft. Bei Kurat Hans Schweiger von Birkenstein, bei den Schwestern die alles so schön herrichten und beim Mesner. Bei der Fischbachauer Musi, für des scheene eine spuin und der musikalischen Umrahmung der Messe. Beim Harrasser Sepp, der jahrelang die Geistlichen ausgesucht hat. Bei der Feuerwehr und Rettungsdienst. Bei de Böllerschützen Eyrain-Jedling. Ein besonderer Dank an den Fischbachauer Trachtenverein für die guade Organisation und bei allen Trachtlerinnen und Trachtlern die alle Jahre mit gehen zu Wallfahrt nach Birkenstein.
Ich hoffe dass de 2. Absage der Wallfahrt eine Ausnahme bleibt und beten wir in aller Stille zu unserer Muttergottes zur Birkenstein, dass die Epidemie bald ein Ende hat und wir uns bald wieder gemeinsam treffen und feiern können. Zum Schluss noch ein Zitat vom Seesteller Hans:

„Bleibt’s beim Glauben eurer Väter,
wird’s an Herrgott ned Verräter,
vom Himmel losts eich ned vertreibn!
Wos boarisch is muass boarisch bleib!” „

Bleibt’s alle gsund, euer 1. Gauvorstand Hans Schwaiger

Bericht und Foto: Verena Assum / Oberlandler Gauverband

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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