Brauchtum

Trachtlergedenken in Wildenwart und Prutdorf – Teil 1

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In guter Tradition war es heuer wieder möglich, dass die Trachtenvereine „Daxenwinkler“ Atzing (Gemeinde Prien) und „Die lustigen Wildenwarter“ (Gemeinde Frasdorf) ihren gemeinsamen Jahrtag für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Trachtenkameraden feiern konnten. Der Festtag begann mit der Aufstellung bei der Schlosswirtschaft Wildenwart und mit einem Kirchenzug, den die Musikkapelle Wildenwart unter der Leitung von Sebastian Graf anführte und der sich die beiden Trachtenvereine mit ihren Fahnenabordnungen sowie Mannerleuten und Röckefrauen anschlossen.

Bei kühler und nebliger, aber trockener Witterung fand der Gedenk-Gottesdienst mit Weisen der Blaskapelle im Freien statt, die Feier mit Pfarrvikar Gottfried Grengel wurde aber auch ins Kircheninnere übertragen. Pfarrer Grengel erinnerte in seiner Predigt daran, dass Jesus Christus den Reichtum, der sich für manche Menschen ergibt, nicht für eine persönliche Bereicherung gedacht hat. Vielmehr gilt es, all das, was man hat, im Sinne der christlichen Nächstenliebe und zur Ehre Gottes einzusetzen. Schweigend ging es dann in Begleitung der Frasdorfer Bürgermeister Daniel Mair und Gabriele Stein zum Krieger- und Friedensdenkmal nach Prutdorf. Dort erinnerte Vorstand Michael Schlosser vom Trachtenverein Atzing an die Zeit der Pandemie mit den Worten: „Corona hat das Vereinsleben fast zum Stillstand gebracht. Wer hätte gedacht, als die ersten Meldungen aus China kamen, dass dies auch uns und letztlich die ganze Welt betrifft. Sorgen wir dafür, dass die durch Corona mehr gewordene Freizeit nicht zu weniger Bereitschaft für ein Ehrenamt im Verein führt“. Diesen Gedanken verband der Vorstand mit der Erinnerung, dass es gerade die Ehrenamtlichen nach den beiden Weltkriegen waren, die das Vereinsleben aufgebaut und mit Leben erfüllt haben. „Das muss uns ein Vorbild bleiben“ – so Michael Schlosser, der dann mit Wildenwarts Trachtenvorstand Peter Voggenauer einen Kranz zu Ehren der Verstorbenen beider Vereine niederlegte. Der Totenehrung dienten auch die Weisen vom „Guten Kameraden“ der Wildenwarter Blaskapelle und ein dreifacher Kanonensalut ehe es wieder mit Marschmusik zurück nach Wildenwart ging. Das geplante gemütliche Beisammensein mit Frühschoppenkonzert im Biergarten der Schlosswirtschaft fiel allerdings dem hartnäckigem Nebelwetter zum Opfer.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom gemeinsamen Jahrtag der Trachtenvereine Atzing und Wildenwart  1. Pfarrvikar Gottfried Grengel mit den Trachtenvorständen Michael Schlosser (li.) und Peter Voggenauer. 2. Gedenk-Gottesdienst im Freien in Wildenwart 3. Gedenkfeier in Prutdorf.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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