Kirche

Trachtler-Gespräch mit Wieskirch-Pfarrer Gottfried Fellner

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Dass Geistliche der Katholischen Kirche den Brauchtums-Veranwortlichen in Bayern nahe stehen ist etwas „Normales“. Etwas „Besonderes“ ist es, wenn ein Pfarrer sich in der Öffentlichkeit auch in voller Tracht zeigt. So ist es immer wieder, wenn Wallfahrtspfarrer und Monsignore Gottfried Fellner von der welt bekannten  Wieskirche in der Gemeinde Steingaden im Pfaffenwinkel unterwegs ist. Jüngst machte sich Gottfried Fellner zu einer Feierstunde in der Münchner Residenz zusammen mit dem Gauvorsitzenden des „Oberen Lechgau-Trachtenverbandes“, Walter Sirch auf den Weg. Dabei traf er auch mit dem Landesvorsitzenden, Max Bertl und dem Ehrenmitglied Konrad Vogel vom Bayerischen Trachtenverband zusammen. „Das freut mich ganz besonders, ihn kennenzulernen, denn ich bin ein begeisterter Leser des Heimat- und Trachtenboten, durch diesen bin ich immer bestens informiert, was in ganz Bayern bei den Gauverbänden so los ist, der Heimat- und Trachtenbote ist ein ganz wichtiges Instrument für Trachtler und Trachten-Interessierte“, mit diesen Worten begrüßte Monsignore Fellner den seit über 50 Jahren verantwortlichen Herausgeber des Heimat- und Trachtenboten. „Wie kamen Sie zur Tracht?“ – diese Frage beantwortete der 73jährige, nicht im Ruhestand befindliche Geistliche mit folgenden Sätzen: „Meine Großmutter hatte immer ihre Rupertigauer Tracht mit dem  sogenannten Priener Hut. Meine Vorfahren waren Bauersleute in Tengling am Waginger See, und mein Vater in Waging vermittelte mir schon viel Heimat- und Brauchtums-Liebe. Als ich 2012 als Seelsorger zur Wieskirche kam, wurde ich gleich kameradschaftlich vom Trachtenverein Oberlandler-Wies aufgenommen. Bei der von mir gewünschten Anschaffung der Tracht wurde ich sofort unterstützt, meinen Gamsbart erwarb ich von einem mir schon durch meine Vorfahren mütterlichseits bekannten Gamsbartbinder am Offensee iim Salzkammergut“. Vor der Zeit in der Wieskirche („Diese Stätte zum Dienst an Gott und an den Menschen hätte ich mir vorher nie träumen lassen“) war Gottfried Fellner 40 Jahre in Dillingen an der Donau als Religionslehrer am Gymnasium, als Stadtpfarrer und als Regional-Dekan tätig. Bischof Dr. Konrad Zolarsa von Augsburg war es dann, der die Berufung an die Wieskuratie aussprach. Erst vor wenigen Monaten durfte der Geistliche –natürlich in Tracht- beim Gaufest des Oberen Lechgauverbandes den Gottesdienst zelebrieren und in der Festkutsche mitfahren. „Das war einer von vielen trachtlerichen Höhepunkten in meinem Leben, ein Weiterer war, dass ich als leidenschaftlicher Schnupfer eine von Papst Franziskus persönlich gesegnete Schnupftabakdose erhielt mit ganz besonderen Widmungen auf der Dose“, so der Pfarrer von der Wieskirche.

Foto/s: Hötzelsperger – 1. Von links in München bei der Residenz: Konrad Vogel, Herausgeber des Heimat- und Trachtenboten, Msgr. Gottfried Fellner und Landesvorsitzender Max Bertl. 2. Weitere Aufnahmen anl. des Zusammentreffens in München.  3. Die von Papst Franziskus gesegnete Schnupftabakdose.

Weitere Informationen: www.trachtenverband-bayern.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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