Leitartikel

Trachtler Erich Hagner feierte 90. Geburtstag

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Einer erstaunlichen Rüstigkeit konnte sich Trachtler Erich Hagner vom Trachtenverein Chiemgauer-München an seinem 90. Geburtstag erfreuen. Die geplante Geburtstagsfeier in größerer Runde fiel coronabedingt zwar ins Wasser, aber dennoch warteten seine Trachtenkameraden und weitere Gratulanten auf.

Ganze 77 Jahre lang füllte der Jubilar –zum Teil zwei Ämter parallel –  ein Ehrenamt aus, nur vier Jahre waren beruflich bedingt eine Pause. Erich Hagner war der erste Jugendleiter des Vereins, er war dies 11 Jahre lang von 1970 bis 1980 bevor er das Amt an seinen Sohn Christian weitergab. Dazu erinnert er sich: „1975 war der erste Gaujugendtag des Chiemgau-Alpenverbandes mit dem damaligen Gaujugendwart Toni Fleindl in Reit im Winkl, da waren wir unter anderem mit meinen Kindern und mit dem Zwoasteyerer vertreten“. Ein weiteres wichtiges Amt für den Münchner Trachtenverein, der seit seiner Gründung ein enges Verhältnis mit dem Chiemgau pflegte, weil es Chiemgauer waren, die arbeitssuchend in die Stadt gingen, war das Amt des Zeugwarts. Wichtig deswegen, weil alle Vereins-Unterlagen und Wertgegenstände wie gewonnene Preise privat verwaltet wurden. „Diese Aufgabe habe ich von meinen Eltern übernommen, auch meine leider schon verstorbene Frau Elisabeth (sie war auch Fahnenmutter) hat sich einige Jahre dafür zur Verfügung gestellt, so dass unsere Familie rund 45 Jahre das Amt des Zeugwarts innehatte“ – so Hagner, der auch 25 Jahre Erster Revisor und in dieser Funktion auch Mitglied der Vorstandschaft war. Weitere Tätigkeiten waren nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Wiederaufnahme der Vereinsaktivitäten die Verantwortung als Zweiter und dann als Erster Vorplattler. 1989 erklärte er sich bereit, das Amt des Ersten Vorstands zu übernehmen. In seiner achtjährigen Vorstandsperiode fiel auch die Ausrichtung des 100jährigen Vereins-Jubiläums, hierzu erinnert er sich besonders gerne wie folgt: „Das war für unseren Trachtenverein in der großen Stadt eine hohe Herausforderung, dank der Unterstützung der Stadtverwaltung und des Chiemgau-Alpenverbandes wurde es zu einem besonderen Erlebnis“. Sein Nachfolger als Erster Vorstand wurde dann Herbert Jackstieß. Und dessen Nachfolger Florian Hähle war es dann, der im Jahr 2019 die 125-Jahr-Feier mit großer Chiemgauer Beteiligung in München organisierte und durchführte – mit Unterstützung von Erich Hagner.

Vorstand Florian Hähle ließ es sich am 90. Geburtstag von Erich Hagner nicht nehmen, diesen mit einer kleinen Abordnung und einigen Vereinsmusikanten zu überraschen. Einem Ständchen vor dem Haus folgte noch ein gemütliches Beisammensein in der Wohnung, dabei dankte Hähle dem Jubilar für seine akkurate und immense Arbeit zum Wohle der Chiemgauer-München. Als Geschenk gab es neben einem Korb kulinarischer Köstlichkeiten einen Riesen-Neunziger aus geflochtenem Brezenteig sowie einen Ehrentanz mit Vereinsmitglied Regina Wallner aus Prien a. Chiemsee.  Mit dabei war auch Chiemgaus Standartenträger Christian Härtl, der ebenfalls Münchner Vereinsmitglied ist.

Trachtenverein ist das Eine, Berge sind das Andere

Für Erich Hagner gibt es keinen Münchner Vorberg, den er nicht selbst erwandert oder bestiegen hat. Diesem frühen Freizeit-Hobby folgten ab seinem 60. Lebensjahr mit Freunden Klettersteige in Bayern, Österreich und der Schweiz – und es ging immer höher hinauf. Hagner, der in der Matterhornstraße in München wohnt, fing ab dem 75. Lebensjahr an, mehrtägige und geführte Touren auf Mehrtausender zu unternehmen, unter anderem auf den Kilimandscharo und in Nepal. „Als ich auf dem Kilimandscharo knapp unter 6.000 Metern war, hatte ich einen Heimat- und Trachtenboten dabei, machte ein Foto und habe damit das höchste Zeugnis für unsere Trachtler-Zeitschrift“ – so der auch heute noch rüstige Bergwanderer. Gerne unternimmt er auch Touren mit seinen Freunden aus dem Chiemgau, zuletzt mit Gauvorstand Miche Huber vom Chiemgau-Alpenverband.

Der Trachtenverein „Chiemgauer“ München, der sein Vereinslokal in der Naupliastraße 2 im Gasthaus „Gartenstadt“ hat, hat derzeit rund 150 Mitglieder. Zuletzt organisierte Sohn Christian Hagner als derzeitiger Musikwart eine Weihnachtsfeier in der Kirche „Heilige Familie“ neben dem Vereinslokal. Dazu bereiteten sich die verschiedenen Gesangs- und Musikgruppen des Vereins getrennt voneinander vor und mit dem nötigen Abstand sowie unter dem Motto „Geimpft und Getestet“ wurde dann gefeiert. „Das war schön und ergreifend“ – so der fitte und fidele Jubilar.

Fotos: Hötzelsperger – Erich Hagner – 1. 2019 beim letzten Gaufest des Chiemgau-Alpenverbandes in Bernau – 2. Als Diskussions-Teilnehmer bei der Gauversammlung des Verbandes in Amerang im Herbst 2021.  3. Eindrücke vom Überraschungs-Besuch der Abordnung vom Trachtenverein Chiemgauer-München.

Weitere Informationen: www.chiemgau-alpenverband.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Samerberger Nachrichten

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!