Natur & Umwelt

Tipps der Waldeigentümer zur Schwammerlzeit

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Übergang in den Herbst mit sehr guter Pilzsaison – Dr. Irene Seling: „Vorsicht walten lassen und Regeln beachten“ / AGDW gibt Tipps rund um das Sammeln von Steinpilzen, Maronen, Pfifferlingen   –   Nach einem regenreichen und warmen Sommer erlebt die Pilzsaison im September ihren Höhepunkt mit einer großen Auswahl an Steinpilzen, Maronen oder Pfifferlingen. Viele passionierte Sammler berichten derzeit von einem sehr guten Pilzjahr. „Pilze sind nicht nur in unserer Küche sehr beliebt, sie haben auch für den Wald eine wichtige Funktion bei der Versorgung mit Nährstoffen“, sagte Dr. Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer. In den privaten Wäldern seien Pilzsammler herzlich willkommen, sie müssten nur Vorsicht walten lassen und einige Regeln beachten. 

 Weitgehend unbekannt ist, dass der oberirdische Pilz nur ein kleiner Teil des gesamten Pilzkörpers ist. Unter dem Fruchtkörper, der nur sporadisch durch den Waldboden bricht, erstreckt sich das Myzel, ein Geflecht aus dünnen, weißen Fäden. Pilze leben mit Bäumen und Pflanzen in einer Art symbiotischen Beziehung, von der beide profitieren. Der Pilz verhilft dem Baum zu einer verbesserten Mineralstoffaufnahme, während der Pilz mit Nährstoffen versorgt wird. „Wer Maronen oder Steinpilze sammelt, sollte also vorsichtig vorgehen, um nicht das ganze Myzel zu gefährden“, sagte die Hauptgeschäftsführerin.

Darüber hinaus machte sie darauf aufmerksam, dass rund zwei Drittel der Wälder (67 Prozent) in Deutschland in der Hand der zwei Millionen privaten Waldeigentümer, der Kommunen und Körperschaften sind. „Waldbesucher sind herzlich willkommen in den Wäldern“, sagte Dr. Irene Seling. „Sie sollten jedoch darauf achten, dass sie auf und an den Wegen bleiben, wenn sie Pilze sammeln, und diese nur für den Eigenbedarf mitnehmen.“ So ist es nicht erlaubt, eingezäunte Waldstücke, Schonungen oder Dickungen zu betreten. Auch ist laut Bundesartenschutzverordnung nur das Sammeln von bestimmten Pilzarten erlaubt. Manche Pilze wie Trüffel oder Kaiserling stehen unter Artenschutz und dürfen nicht mitgenommen werden. Die Menge der Pilze, die für den Eigenbedarf gesammelt werden dürfen, sowie das Betretungsrecht wiederum variieren von Bundesland zu Bundesland, dies wird in den jeweiligen Landeswaldgesetzen geregelt.

 Tipps zum Pilzsammeln:

Die wichtigsten Speisepilze   –   Typische Pilzarten sind Marone, Steinpilze, Pfifferlinge, Parasol oder Birkenpilze. Viele Pilze sind im rohen Zustand unverträglich und müssen daher vor dem Verzehr angebraten oder gedünstet werden.

Die richtigen Orte   –  Pilze brauchen zum Wachsen Feuchtigkeit und Wärme. Nach regenreichen und warmen Sommern wird man daher schnell fündig. Bevorzugte Standorte im Wald sind feuchte, bemooste Mulden und Hänge sowie nasse Baumstümpfe. Manche Arten wachsen nur unter Laubbäumen, andere nur in der Nähe von Nadelbäumen.

Wie erntet man am besten?   –   Um den Pilz aus dem Boden zu nehmen, sollte er oberhalb des Bodens mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. Bei der Mitnahme aus dem Wald sollten die Pilze in einem Korb, nicht in einer Plastiktüte, transportiert werden. Der Grund: In einer Plastiktüte können die Pilze nicht „atmen“ und verlieren ihre Frische, Würze und Bekömmlichkeit.

Wieviel ist erlaubt?   –   Pilze dürfen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist das Sammeln nur an Stellen erlaubt, die keinem Betretungsverbot unterliegen. In Naturschutzgebieten und Nationalparks etwa ist das Sammeln verboten. Was vor Ort gilt, ist in jedem Fall am besten vor dem Sammeln zu ermitteln, denn bei einem Verstoß drohen erhebliche Bußgelder. Dazu kann man sich bei den zuständigen Forst- und Naturschutzbehörden erkundigen.

Safety First   –   Auf Sicherheit muss man immer achten, da viele Pilzarten giftig sind und den essbaren Sorten zum Verwechseln ähneln. So unterscheiden sich zum Beispiel der hochgiftige Knollenblätterpilz und der beliebte Wiesenchampignon nur unwesentlich. Wer sich noch nicht auskennt, sollte die gesammelten Pilze durch zertifizierte Pilzsachverständige überprüfen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hält auf ihrer Seite viele Informationen rund um das Thema bereit.

Weitere Informationen: https://www.dgfm-ev.de/

Bericht: AGDW – Die Waldeigentümer

Foto: Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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