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Tierschutzverein Rosenheim informiert zu illegalen Hundetransporten

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde um 2:20 Uhr ein Transporter am österreichischen Grenzübergang Kiefersfelden angehalten. Der Fahrer und seine Begleitung hatten insgesamt 16 Hunde ungesichert in ihrem Fahrzeug. Es handelte sich durchweg um Cane Corso bzw. Cane Corso Mischlinge, davon 6 ca. 5 Monate alte Junghunde sowie zwei erwachsene Hündinnen und eine Hündin, die erst vier Tage zuvor 7 Welpen geboren hatte.

Der Transport war mit Start in Süditalien bereits über 30 Stunden unterwegs und sollte noch weiter nach Norddeutschland gehen. Papiere bzw. Impfausweise der Hunde waren nicht vorhanden. Die Bundespolizei stellte deswegen die Tiere sicher und informierte den Tierschutzverein Rosenheim, der die Hunde noch in der Nacht abholte und sicher im Tierheim unterbrachte. Es war geplant, einige der Tiere in weitere bayerische Tierheime zu verlegen, da durch die Aufnahme der Tiere die Quarantänestation im Tierheim Rosenheim an die Kapazitätsgrenzen gelangt war.

Leider stellte sich im Laufe des Tages heraus, dass die 6 Junghunde allesamt blutigen Durchfall hatten und der schlimme Verdacht der Pfleger bestätigte sich nach einem Parvovirus Schnelltest durch eine Tierärztin. Alle Junghunde hatten eine akute Parvovirus Infektion, die in vielen Fällen tödlich verläuft und hochansteckend ist. Da die Inkubationszeit 7-14 Tage beträgt und die Krankheit bereits ausgebrochen ist, ist davon auszugehen, dass die Hunde bereits im kranken Zustand in den Transporter verladen wurden. Leider verstarb ein Hund noch im Laufe des Tages, die anderen Hunde befinden sich in einer Tierklinik und werden mit Medikamenten und Infusionen versorgt. Ob die Tiere durchkommen, ist aber leider nicht sicher. Die einzige Möglichkeit, sein Tier vor einer Parvo-Infektion zu schützen, ist die Impfung, die normalerweise im Alter ab der 8. Lebenswoche in Form einer Grundimmunisierung erfolgt. Leider ist das bei den betroffenen Hunden wohl nicht geschehen. Die zwei erwachsenen Hündinnen sowie die Hundemutter mit den 7 Welpen sind derzeit nicht akut erkrankt. Da aber alle Hunde gemeinsam transportiert wurden, muss auch hier zunächst die Inkubationszeit von ca. 1 Woche abgewartet werden.

Für das Rosenheimer Tierheim grenzt die Aufnahme der Hunde an eine Katastrophe und ohne die bereits fertig gestellte Quarantänestation im Neubau, die komplett vom Vermittlungsbereich getrennt ist und einen eigenen Wirtschaftsraum hat, hätte es zum Drama für das ganze Tierheim werden können. Parvoviren können ohne richtige Desinfektion monatelang überleben. Auf die Tierpfleger kommt nun ein riesiges Arbeitspensum zu, immer mit dem belastenden Gedanken, dass die betroffenen Tiere sehr schlechte Überlebenschancen haben.

Dieser Transport zeigt wieder einmal auf, wie hier auf grausame Weise gegen den Tierschutz verstoßen wurde. Nicht nur, dass die zum Teil todkranken Tiere fast 2 Tage lang transportiert werden sollten, sondern es wurde billigend in Kauf genommen, dass eine Hundemutter mit Welpen, die noch nicht einmal die Augen geöffnet hatten, dieser Strapaze ausgesetzt wurde. Für Tierschützer stellt sich hier erneut die Forderung, dass angesichts dieser qualvollen Transporte endlich strenge Strafen sowohl gegen Veräußerer, Transporteure und Erwerber verhängt werden.

Presseinformation Tierschutzverein Rosenheim e.V.  –  Kontakt: a.thomas@tierschutzverein-rosenheim.de

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Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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