Leitartikel

Themenwanderung „Ludwig III. und Wildenwart“

Wie kamen die Wittelsbacher in den Besitz von Schloss Wildenwart? Wieso suchte die königliche Familie in der Revolutionszeit von 1918 gerade hier Zuflucht? Warum musste der greise Monarch auch von diesem Refugium noch zweimal fliehen? Spannende Fragen zum Ende der Monarchie in Bayern und zum Tod des Königs vor 100 Jahren beantwortet die Historikerin Martina Stoib vom Heimat- und Kulturverein Frasdorf in einer unterhaltsamen, leichten Talwanderung. Über den Schlossplatz von Wildenwart führt der Weg hinunter ins Priental zur Ramsl-Mühle und nach Vachendorf. Hier wird die Chiemgaubahn bestiegen und vorbei am ehemaligen Haltepunkt „Umrathshausen-Bahnhof“ mit seiner besonderen Geschichte geht es bis „Umrathshausen-Ort“. Weitere Stationen sind neben Umrathshausen die „Geiger-Alm“, Dösdorf und Öd.

Abschnittsweise führt die Wanderung über genau die Strecken, die die Prinzessinnen bei ihrer Flucht von Wildenwart nach Hintergschwendt im November 2018 und ein Jahr später der greise König von Wildenwart Richtung Leitenberg genommen haben. Bekanntlich musste der inzwischen verwitwete König nach der Ermordung Eisners im Frühjahr 1919, als die revolutionären Unruhen erneut aufkeimten, überstürzt Wildenwart verlassen und dann eine Nacht beim Gugghäusler an der heutigen Kreisstraße verbringen. Gemeinsam mit den Gemeinden Aschau und Bernau wurden diese Wegabschnitte als „Ludwig III. Wanderweg“ neu ausgeschildert.

Unter das Thema „Goldene Jahre?!“ haben die Museumsnetzwerke Chiemgau und Rosenheim zahlreiche Veranstaltungen gestellt, die ursprünglich als Rahmenprogramm für die Landesausstellung 2021 auf Herrenchiemsee gedacht waren. Die „Netzwerker“ haben sich entschlossen, trotz Verlegung der Ausstellung nach Regensburg und trotz Corona einen Großteil der vorgesehenen Aktionen durchzuführen. Der Heimat- und Kulturverein Frasdorf sowie das Höhlen- und Dorfmuseum beteiligen sich außer mit dieser Wanderung, die am 13. Oktober nochmals wiederholt wird, mit einer Sonderausstellung im Dorfmuseum „Tod und Leichenzug von König Ludwig III.“ (Eröffnung 1. August 16.00 Uhr) sowie einer Lesung mit Musik in Wildenwart am 25. September „Die letzten Jahre von König Ludwig III. in Wildenwart“. Dabei wird nicht nur die Chiemgauzeitung zitiert, auch die Prinzessinnen und Hofbeamten kommen in Tagebüchern und Aufzeichnungen zu Wort. Selbst Pfarrvikar Wildenrother hat in der Pfarrchronik von Prien die Ereignisse geschildert.

Treffpunkt zur Themenwanderung Freitag 16. Juli ist am Feuerwehrhaus in Wildenwart um 14.30 Uhr. Dauer ca. 3 Stunden. Es fällt ein Unkostenbeitrag an, in den die Bahnfahrt eingeschlossen ist. Nähere Informationen und Anmeldung bei Martina Stoib, Tel. 08052/5751.

Bericht und Repros: Rupert Wörndl, Ortsheimatpfleger von Frasdorf-Wildenwart

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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