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Tag der offenen Tür des Bezirks Oberbayern

Was tun, wenn Angehörige Pflege brauchen? Wer kann helfen und wer übernimmt die Kosten? Und welche neuen Erkenntnisse gibt es zu Pflege und Alter? – Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt der Tag der offenen Tür des Bezirks Oberbayern am Sonntag, 19. Mai von 9.30 bis 17 Uhr. Er steht dieses Mal unter dem Motto „Blickpunkt Pflege“ und bietet zahlreiche Erkenntnisse und Erfahrungen zu dem hochaktuellen Thema.

Der Schwerpunkt wurde gewählt, weil die ambulante und die stationäre Hilfe zur Pflege seit kurzem beim Bezirk Oberbayern in einer Hand sind. Damit Menschen mit Behinderungen an der Veranstaltung teilnehmen können, ist das Gebäude rollstuhlgerecht ausgebaut, es gibt ein taktiles Leitsystem und Induktionsschleifen. Darüber hinaus kommen bei verschiedenen Programmpunkten Gebärdensprachdolmetscher  zum Einsatz. Angeboten werden auch eine Tastführung und eine Führung in Leichter Sprache.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer freut sich auf zahlreiche Gäste und lädt dazu ein, die Bezirksverwaltung kennen zu lernen. Sie bietet zusammen mit den Kliniken des Bezirks Oberbayern und ausgewählten Einrichtungsträgern Informationen und Einblicke in interessante Projekte. So können sich die Besucherinnen und Besucher beispielsweise von der Servicestelle des Bezirks und weiteren Ansprechpartnern zu allen Fragen der Sozialhilfe beraten lassen, einschließlich der ambulanten und stationären Hilfe zur Pflege. Und Unterstützung gibt es auch für alle, die Sorge haben, dass ein Angehöriger unter Demenz leidet. Das neu gegründete Memory-Zentrum am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost in Haar präsentiert sich am Tag der offenen Tür des Bezirks und bietet Beratung für diese wichtige Lebenssituation.

Tierische Therapeuten und Roboter-Assistenten

Vorgestellt werden aber auch besondere Projekte aus Pflege und Therapie. So ermöglicht es der Arbeiter- und Samariterbund (ASB) alten und pflegebedürftigen Menschen im Rahmen des Projekts „Wohnen im Viertel“, in der eigenen Wohnung zu bleiben. Tierisch wird es hingegen bei der „Hundestunde“: Zwei Therapiehunde, die in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Garmisch-Partenkirchen bei der Bewältigung seelischer Krisen und Traumata helfen, zeigen hier ihr Können. Und wie die Pflege der Zukunft aussehen könnte, zeigt die „Munich School of Robotics und Machine Intelligence“ (MSRM) der Technischen Universität München. Sie sucht nach Wegen, um Roboter als Assistenten im Alter und in der Pflege einzusetzen und stellt aktuelle Prototypen vor: ein spannender Ausflug in die Welt der künstlichen Intelligenz.

Der Tag der offenen Tür des Bezirks Oberbayern bietet zudem die Möglichkeit, Einschränkungen am eigenen Leib zu erfahren: So können Besucherinnen und Besucher in den Alterssimulationsanzug „GERT“ schlüpfen, um zu erspüren, wie im Alter Beweglichkeit und Kraft nachlassen. Und eine interaktive Reise in die Welt der Schwerhörigen ermöglicht der Fachverband für Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung BLWG. Vorträge und Diskussionen ergänzen das Programm. So stellt Dr. Jens Benninghoff, Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin (ZfAE) am Isar-Amper-Klinikum München-Ost, die Frage: „Autofahren und Demenz – geht das?“ Spannend wird es auch bei einer Podiumsdiskussion mit pflegenden Angehörigen und Experten, die sich mit der Frage beschäftigt, wie Pflege zuhause gelingen kann.

Kinder, Kuba, Kaffee

Aber auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz. Ein Höhepunkt ist der Auftritt der Band „CubaBoarisch 2.0 – Leo Meixner“, den Nachfolgern der berühmten „CubaBoarischen“. Die Fachberater des Bezirks Oberbayern geben Einblick in ihre Arbeit – von Imkerei und Fischerei über Trachteninformation und Volksmusikpflege bis hin zur Heimatpflege. Für das leibliche Wohl sorgt unter anderem die Kaffeerösterei der Lebenshilfe Werkstatt München, die frischen Kaffee aus eigener Produktion serviert. Und auch die kleinen Gäste kommen an dem Tag auf ihre Kosten. Am Stand des Freilichtmuseums Glentleiten dürfen sie Schafe basteln, und in der Kinderbetreuung können sie Stempel herstellen und gleich auf Papier, Stoff und Bilderrahmen ausprobieren.

Bericht: Bezirk Oberbayern – Fotos: © kbo-LMK (1), Uli Benz / TU München (2)

Anhang: Programmheft

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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