Land- & Forstwirtschaft

Studie: Der Hof soll in der Familie bleiben

Für Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ist die Sicherstellung der familiären Hofnachfolge eine zentrale agrarpolitische Aufgabe. „Wenn der Hof in der Familie bleibt, trägt das wesentlich zur Zukunftssicherung der bäuerlich geprägten Landwirtschaft in Bayern bei“, sagte Ministerin Kaniber in München. „Wichtigstes Ziel ist und bleibt es, eine möglichst große Zahl an landwirtschaftlichen Unternehmen, unabhängig von Betriebsgröße, Produktionsausrichtung und Betriebsform zu erhalten oder zu etablieren. Dies gewährleistet am besten die von der Gesellschaft gewünschte Versorgung mit regionalen Qualitätslebensmitteln, die flächendeckende Bewirtschaftung des Landes und den Erhalt attraktiver, vitaler ländlicher Räume“.

Voraussetzung dafür ist, dass eine möglichst große Zahl an motivierten gut ausgebildeten jungen Bäuerinnen und Bauern bereit ist, landwirtschaftliche Betriebe zu übernehmen und durch die richtigen Entscheidungen und die notwendigen Investitionen in eine gute Zukunft zu führen. Um mehr Klarheit zu bekommen, welche Rahmenbedingungen die Hofnachfolge begünstigen und welche Unterstützung sich die Landwirte dabei wünschen, hat die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums rund 2.200 Betriebsleiter befragt. Die Auswertung der Umfrage zeigt: Das mit großem Abstand gewünschte Modell ist die Hofnachfolge innerhalb der Familie. Für eine gelungene Generationenfolge ist es dabei sehr wichtig, dass sie frühzeitig eingeleitet und die ganze Familie einbezogen wird. Die Landwirte wünschen sich dazu eine unabhängige Erstberatung, die den ganzen Betrieb betrachtet und neben der ökonomischen Situation auch soziale Aspekte berücksichtigt.

„Wir werden diese wertvollen Erkenntnisse der Umfrage nun genau bewerten und für die von mir geplante Hofnachfolge-Strategie nutzen. Ziel dieser Strategie ist es, für die Hofübernahme entsprechende Anreize zu setzen sowie die Nachfolger bei der Hofübernahme bestmöglich zu begleiten“, sagte Landwirtschaftsministerin Kaniber. Als wichtigen ersten Schritt werde jedem Betrieb, der dies wünscht, eine gesamtbetriebliche Beratung angeboten. Diese bezieht die sozioökonomischen Fragen ebenso mit ein, wie den Auf- und Ausbau weiterer Unternehmensstandbeine und die Hofnachfolgesituation. Innerhalb der anstehenden Neuaufstellung der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sei dies eine vorrangige Zukunftsaufgabe.

Foto von Ministerin Michaela Kaniber mit den Autoren der Studie der HSWT Prof. Dr. Martin Spreidler (l.) und Prof. Dr. Markus Beinert (r.) (Hauke Seyfarth / StMELF)

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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