Wirtschaft

Start für die Holzbauregion Rosenheim an der TH Rosenheim

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Rund 150 Gäste waren bei der Auftaktveranstaltung für die Holzbauregion Rosenheim an der TH Rosenheim dabei. Die neue Initiative will mit einem Zusammenschluss aller Beteiligten den Holzbau in der Region stärken und vom allgemeinen Trend zum Bauen mit dem nachhaltigen Werkstoff profitieren.

Nach der Begrüßung durch TH-Präsident Prof. Heinrich Köster, der auf die traditionsreiche Bedeutung des Holz-Standorts Rosenheim verwies, erläuterte Dr. Max von Bredow, Vorstand der Quest AG und einer der Initiatoren der Holzbauregion Rosenheim, die Hintergründe und Ziele der Initiative. „Die Bauwirtschaft ist aus Sicht des Klima- und Umweltschutzes sehr problematisch. Rund 40 Prozent der CO²-Ausstoßes und mehr als ein Drittel des Festmülls fallen in diesem Wirtschaftszweig an“, so von Bredow. Holz als nachhaltiger Rohstoff sei mit diversen Vorteilen die perfekte Lösung und biete eine ganze Reihe von Vorteilen: „Niedriger Preis, umweltfreundlich, langlebig, vielseitig verwendbar, angenehmes Raumklima – kurz und gut, wir bauen noch viel zu wenig mit Holz.“

Allein im Landkreis Rosenheim gebe es rund 48.000 Hektar Waldfläche. Es komme künftig darauf an, diese „riesige Baustofffabrik“ optimal zu nutzen und die Wertschöpfung in der Region zu halten, sagte von Bredow weiter. Ziel müsse sein, dass nicht nur generell mehr mit Holz in der Region gebaut werde, sondern auch Holz verwendet wird, das die Region nicht verlassen hat. „Um das zu erreichen, müssen alle an einem Strang ziehen: Bauherren, Kommunen, Architekten, Planer, Zimmereien, Holzbaubetriebe, Sägewerke, Forstbetriebe und die TH Rosenheim als wissenschaftlicher Partner“, ergänzte Julia Baumann, TH-Mitarbeiterin im Zentrum für Forschung, Entwicklung und Transfer und Mit-Initiatorin der Holzbauregion Rosenheim. Als nächsten Schritt soll ein Verein gegründet werden, um die Initiative weiter voranzubringen. In einem Fachvortrag stellte die Südtiroler Architektin Michaela Wolf vom Büro bergmeisterwolf, die als Professorin an der TH Rosenheim lehrt, verschiedene Holzbau-Projekte aus ihrer Heimat vor. „Moderne Architektur spiegelt die regionale Identität wider und versetzt sie in eine neue Zeit“, so die Expertin. Es sei dabei wichtig, auf den alten Erfahrungsschatz aufzubauen, um spezielle örtliche Gestaltungsmerkmale aufzunehmen. „Wir Architekten brauchen für unsere oft experimentell geprägte Arbeit Bauherren und Handwerker, die mit uns neue Wege gehen wollen“, ergänzte Wolf.

Einen Einblick in den „Holzbau heute“ gab Prof. Hermann Kaufmann aus dem Bregenzerwald, der als passionierter Architekt der Holzbauweise viel Erfahrung mit diesem Baustoff hat. Er berichtete, wie das Land Vorarlberg zu einer Holzbauregion wurde. „Dieses Thema ist in der Gesellschaft angekommen, weil es gelungen ist, die Kommunen mit ins Boot zu holen. Diese haben Vorbildcharakter“, so Kaufmann. Nicht weniger wichtig sei es, die Architekten aktiv einzubinden. „Sie können hier in der Region auf vieles aufbauen. Bündeln Sie Ihre Kräfte und haben Sie einen offenen Austausch, dann werden Sie erfolgreich sein“, gab Kaufmann der Initiative mit auf den Weg. Bei der anschließenden Führung auf die Baustelle des Campus RO konnten sich die Teilnehmer von einer modernen, nachhaltigen Bauweise überzeugen. Die Studentenappartements des Campus RO verdeutlichte den Gästen die positive Eigenschaft des Holzbaus.

Bericht: TH Rosenheim

Bilder:  Das Foto mit den Architekten (Eckpfeiler_Holzbauregion-rosenheim 10 (2)) stellt dar: v.l. Architektin Michaela Wolf von Bergmeisterwolf, Prof. Hermann Kaufmann, Initiatoren: Max von Bredow und Julia Baumann – Foto stammt von Michaela Weininger, Valentum Kommunikation

Die Fotos mit Campus-RO-Holzbauevent stammen von Simon Meirandres; Copyright © CampusRO Projektentwicklungs GmbH & Co. KG / SKAZ Film Production /

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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