Land- & Forstwirtschaft

Stallbau-Informationen: Holz aus dem eigenen Wald

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Einfach und einzigartig – so einfach kann landwirtschaftliches Bauen sein!  Der Arbeitskreis Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informiert zum Stallbau.  

Im Landkreis Rosenheim werden auf ca. 2.100 Betrieben ca. 63.000 Kühe gehalten. Der Landkreis kann also durchaus als „Milchvieh-Region“ bezeichnet werden. Die Milchviehwirtschaft prägt die Kulturlandschaft in unserer Region in besonderem Maße. Das Wohl der Kühe steht für unsere Bauern an erster Stelle. Ein wichtiger Baustein hierbei ist die Errichtung von Laufställen, die den Tierkomfort erhöhen. Die Kühe können sich frei bewegen. Jede Kuh hat einen Liegeplatz, der von der Lauffläche getrennt ist. Für den Umbau oder Neubau von Laufställen werden im Argrarinvestitionsförderprogramm vom Staatsministerium Zuschüsse bereit gestellt. Trotzdem ist eine Investition in einen Stallumbau eine große finanzielle Herausforderung für viele Betriebe.

Daher lud der Arbeitskreis für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Besichtigung des Laufstalls im Milchviehbetrieb der Familie Raßhofer in Thankirchen bei Dietramszell ein. Der Laufstall ist ein gutes Beispiel dafür wie mit überschaubaren Mitteln ein herausragendes Ergebnis erzielt werden kann. Für den Bau des neuen Stalls war von der Familie ein enges Budget gesetzt worden. Der neue Laufstall für 60 Kühe wurde daher mit dem naturbelassenen Holz aus dem eigenen Wald und sehr viel Eigenleistung errichtet. Das Holz wurde im benachbarten Sägewerk geschnitten und vom Bauherren selbst mit einem Zimmerer abgebunden und verbaut. Ohne Folien und Bleche kamen Dachziegel als Dachhaut auf das Lattungsgerüst. Das Güllelager unter dem Stall bildet ein stabiles Fundament und spart zusätzliche Lagerstätten. Der Führung durch das Stallgebäude und das Melkhaus folgte ein angeregte Diskussion über das Gebäude, den Bauablauf und die Betriebsprozesse.

Der Stall der Familie Raßhofer ist somit nicht nur preiswert und gut für die Tiere, sondern auch ein baukulturelles Highlight. Die auffallend einfach Forme mit der eigens entworfenen Konstruktion in Tragwerk und Detail macht aus dem Nutzbau  ein herausragendes Statement der regionalen Landwirtschaft. Der Stall wurde u.a. mit dem Deutschen Holzbaupreis ausgezeichnet. Der Entwurf stammt vom Bruder und Schwager des Ehepaars, Professor Florian Nagler, gelernter Zimmerer und Architekt.

Bericht und Bilder: Max Bredow

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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