Kultur

Städtische Galerie Rosenheim präsentiert schönen Jugendstil

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Schwärmerisch blickte man nach dem 1. Weltkrieg zurück auf die Zeit des ausgehenden  19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts und erklärte sie nachträglich zur „Belle Époque“ – zur „schönen Epoche“. Getragen vom technischen Fortschritt in allen Lebensbereichen, wuchs der Wohlstand des Bürgertums. Die neue materielle Sicherheit und allgemeine Aufbruchsstimmung schlug sich auch in der Kunst nieder, die von glanzvoller Eleganz und Sinnlichkeit durchzogen war und in Deutschland als Jugendstil bezeichnet wurde.

Die Ausstellung „La Belle Époque – Zauber des Jugendstils“, die vom 16. Dezember 2021 bis zum 1. Mai 2022 in der Städtischen Galerie Rosenheim zu sehen ist, führt zurück in die Ästhetik der damaligen Zeit und präsentiert international bekannte, aber auch regionale Werke des Jugendstils. Rosenheim erlebte in der Hochphase der „Belle Époque“ einen enormen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Kulturinstitutionen wurden gegründet, ambitionierte Bauprojekte veränderten das Stadtbild, eine öffentliche Kunstsammlung wurde eingerichtet. Rosenheim, Chiemgau und Inntal standen für Impulse aus den großen Kunstzentren Wien und München offen, was zur vergleichsweise frühen Etablierung des Jugendstils in der Region führte.

Kunsthistorikerin und Kuratorin Dr. Olena Balun hat für „La Belle Époque“ Jugendstil-Arbeiten aus der Sammlung der Städtischen Galerie, aus Schloss Neubeuern, dem Stadtarchiv Rosenheim sowie dem Städtischen Museum Rosenheim und der Kunstsammlung der Marktgemeinde Prien erschlossen. Gemeinsam mit einer Vielzahl privater Leihgaben und ausgewählter Leihgaben des Münchner Stadtmuseums sowie der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München offenbaren die Objekte in der Ausstellung nicht zuletzt die Mannigfaltigkeit des Jugendstils, die alle Genres von Zeichnung bis Grafik, Malerei, Bildhauerei und Angewandter Kunst durchdrang. Denn im Bestreben, eine stilvolle Kunst mit hochwertiger Qualitätsarbeit zu verbinden, erfasste der Jugendstil alle Lebensbereiche – vom Teller, über Weingläser bis hin zum Beistelltischchen, vom Haarkamm bis zu Zeitschriften, vom Treppenaufgang bis zur Hausfassade – alles wurde atemberaubend ästhetisch, märchenhaft mystisch und doch voll fließender Leichtigkeit gestaltet, um mit einer facettenreichen Pracht aus Farbe, Form und außergewöhnlicher Materialverarbeitung die menschlichen Sinne unvermittelt anzusprechen.

Neben Werken international berühmter Künstler wie Franz von Stuck, Henry van de Velde oder Alfons Mucha werden Arbeiten regionaler Künstler wie Emil Thoma, Hans Müller-Schnuttenbach oder Rudolf Sieck in der Ausstellung gezeigt und dabei die vielfältigen künstlerischen Interaktionen veranschaulicht, die sich eben keineswegs auf die europäischen Metropolen beschränkten. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, in die facettenreiche Eleganz der „Belle Époque“ einzutauchen und die künstlerische Raffinesse mit ihren liebevollen Umsetzungen bis ins kleinste Detail (wieder) zu entdecken.

Aufgrund der aktuellen Bestimmungen gilt für die Besucherinnen und Besucher der Städtischen Galerie die 2G-plus-Regel. Im gesamten Gebäude muss eine FFP2-Maske getragen werden (bis 12 Jahre medizinische Maske). Die tagesaktuellen Besucherregelungen können Sie auch unter www.galerie.rosenheim.de nachlesen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen

Alle Führungen und Veranstaltungen stehen unter Vorbehalt und können nur entsprechend der zum Veranstaltungszeitpunkt geltenden Bestimmungen durchgeführt werden. Eine Anmeldung ist in jedem Fall erforderlich unter Telefon +49(0)8031⁄ 3651447 oder per Email galerie@rosenheim.de Die Teilnehmerzahl ist grundsätzlich beschränkt.

Führungen mit der Ausstellungskuratorin Dr. Olena Balun

Sonntag, 23. Januar 2022, 15 Uhr

Sonntag, 13. Februar 2022, 15 Uhr

Ausstellungseintritt zzgl. 4 € Führung

Kunst zum Sonntag

Führungen mit Kunsthistorikerin Elisabeth Rechenauer, M.A.

Sonntag, 26. Dezember 2021, 15 Uhr

Sonntag, 9. Januar 2022, 14 Uhr

Sonntag, 30. Januar 2022, 14 Uhr

Sonntag, 6. Februar 2022, 14 Uhr

Sonntag, 13. März 2022,14 Uhr

Sonntag, 27. März 2022, 14 Uhr

Sonntag, 10. April 2022, 14 Uhr

Sonntag, 24. April 2022, 14 Uhr

Sonntag, 1. Mai 2022, 13 Uhr und 15 Uhr

Ausstellungseintritt zzgl. 4 € Führung

Kunst zum Feierabend

Führungen mit Kunsthistorikerin Elisabeth Rechenauer, M.A.

Donnerstag, 20. Januar 2022, 17.30 Uhr

Donnerstag, 24. Februar 2022, 17.30 Uhr

Donnerstag, 28. April 2022, 17.30 Uhr

Ausstellungseintritt zzgl. 4 € Führung

»Kamerad Anna, Dichterin« Anna Croissant-Rust: eine Autorin der Münchner Moderne im bayerischen Inntal

Matinée mit Prof. Dr. Michael Pilz (Institut für Germanistik, Universität Innsbruck)

Sonntag 13. Februar 2022 11 Uhr

Ausstellungseintritt zzgl. 3 €

Der literarisch-künstlerische Salon auf Schloss Neubeuern

Schlossführung mit Reinhard Käsinger (Leiter Archiv Schloss Neubeuern)

Samstag 19. Februar 2022 14 Uhr

Samstag, 9. April 2022, 14 Uhr

Führung: 5 €

Zwischen Aufbruch und Tradition – Jugendstilarchitektur in Rosenheim

Stadtführung mit Karl Mair (ehem. Stadtheimatpfleger Rosenheims)

Freitag, 11. März 2022, 15 Uhr

Freitag, 29. April 2022, 15 Uhr

Führung: 5 €

Bericht und Bilder: Städtische Galerie Rosenheim

Bildunterschriften:

  • Franz von Stuck, „Medusa“, Fächerelement (Detail), Öl/Holz/Pappe, 1902, Städtische Galerie Rosenheim (Inv. Nr. 380), Foto © Martin Weiand
  • Leo Putz, „Geburtstagstorte mit Kerzen“, Aquarell, Eintrag im Gästebuch (Band 3) des Schlosses Neubeuern, 11. Februar 1896, Abbildung © Schloss Neubeuern
  • Rudolf Sieck, Deckelvase, Ausführung Nymphenburger Porzellanmanufaktur, Porzellan, um 1910, Städtische Galerie Rosenheim, Foto © Martin Weiand
  • Ludwig von Zumbusch, „Scherzende Kinder“, Öl auf Pappe, 1909, Städtische Galerie Rosenheim (Inv. Nr. 479), Foto © Martin Weiand
  • JUGEND, Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben, 1898, Nr. 51, Privatbesitz München, Foto © Marianne Franke
  • Henri Vever, Schmuckkamm, Gold und Horn, Blätter in grünem Email, um 1901, Privatbesitz München, Foto © Marianne Franke

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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