Corona-Krise

Stadt und Landkreis Rosenheim: COVID-19-Lagebericht

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 02.06.2022 24 Uhr. Wir bitten zu beachten, dass der aktuelle Lagebericht die infektionsepidemiologische Lage der letzten zwei Wochen abbildet. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

  1. Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Lagebericht mit Stand 19.05.2022 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 1.594 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Das Infektionsgeschehen hat sich laut Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, in den letzten zwei Wochen weiter abgeschwächt, die aktuelle Welle klingt weiter ab. Zu beachten ist bei der Bewertung der Infektionsaktivität jedoch, dass die Zahl der durchgeführten PCR-Tests im Testzentrum auf der Loretowiese sowie den Teststellen in Stadt und Landkreis in den letzten Wochen stark abgenommen hat, was zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Infektionszahlen führen kann. „Aufgrund der zunehmenden sozialen Kontakte der Bevölkerung, z.B. auf Frühlingsfesten aber auch im täglichen Leben, und dem weitgehenden Fehlen von Abstands- und Hygienemaßnahmen ist zu befürchten, dass die Infektionszahlen wieder deutlich ansteigen werden. Die Pandemie ist noch nicht beendet. Aktuell ist in Portugal ein deutlicher Anstieg der Infektionszahlen sowie der Todesraten, verursacht durch die Omikron-Variante BA.5, zu beobachten. Der Anteil dieser besorgniserregenden Variante ist laut Robert Koch-Institut in Deutschland mit 5,2 Prozent derzeit noch gering. Das Gesundheitsamt beobachtet die Lage weiter genau. Es gilt, wachsam zu bleiben“, mahnt Hierl.

Tabelle: Gemeldete Fälle, Genesene* und Verstorbene, berechnete 7-Tage-Inzidenz (Stand: 02.06.2022 24 Uhr); Bettenbelegung der Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim durch Patienten mit einem COVID-19-Nachweis am 03.06.2022

  aktueller Berichtszeitraum (Zeitraum von zwei Wochen) Letzter Wochenbericht

(Zeitraum von einer Woche)

  Stadt und Landkreis Rosenheim Stadt Landkreis Stadt und Landkreis Rosenheim Stadt Landkreis
Neufälle 1.594 249 1.345 1.359 220 1.139
Fälle gesamt 137.188 26.312 110.876 135.325 26.003 109.322
Genesene* 77.483 15.546 61.937 76.216 15.328 60.888
Verstorbene (an und mit COVID) 873 129 744 859 127 732
7-Tage-Inzidenz 255,14 199,71 268,61 417,75 345,96 435,2

 

 

  03.06.2022 20.05.2022
Patienten in stationärer Behandlung 106 143
davon Intensiv­stationen 6 5

Von den 873 verstorbenen Personen waren 40 (am 19.05.2022: 40) Personen unter 60 Jahren. 575 (am 19.05.2022: 566) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Seit dem letzten Lagebericht wurden dem Gesundheitsamt 14 verstorbene Personen gemeldet. Fünf der verstorbenen Personen waren in einem Heim betreut worden. Zwei Personen sind in den letzten zwei Wochen verstorben. Keine Person war unter 60 Jahre und neun Personen waren über 80 Jahre.

 

* Mit den Begriffen „Genesung und Genesene“ werden „nicht aktive Fälle“ bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um „Genesene im Sinne des § 2 Nr. 4 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung“. Somit sind diese Personen – sofern nach 90 Tagen nach der akuten, PCR-bestätigten Infektion keine zusätzliche Impfung erfolgt ist – grundsätzlich nach 3 Monaten wieder als empfänglich für eine Infektion anzusehen.

 

  1. Situation in den Krankenhäusern:

Nach Aussage des Ärztlichen Leiters Krankenhauskoordinierung, Dr. Michael Städtler, sind die Belegungszahlen mit COVID-19 auf den Normalstationen weiter abnehmend, auf den Intensivstationen gleichbleibend niedrig. Ein gleiches Bild zeigt sich im gesamten bayerischen Raum. Die Auslastung der Kliniken auch auf den Normalstationen ist unter anderem durch aufgeschobene Behandlungen insgesamt sehr hoch.

 

  1. Situation in den Heimen:

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereignete sich bei Bewohnern und Mitarbeitern weiterhin eine hohe Zahl an Infektionen, insgesamt nimmt die Infektionsaktivität in den Einrichtungen aber ab. Dabei ist der Anteil der positiv getesteten vollständig geimpften und größtenteils geboosterten Bewohner und Mitarbeiter weiterhin sehr hoch; die Verlaufsformen sind in der Regel jedoch milde und es besteht eine nur sehr geringe Rate an Hospitalisierungen der Bewohner. Dies ist als klarer Erfolg der Impfung zu werten. Aktuell bestehen COVID-19-Infektionsgeschehen in 12 (vor zwei Wochen: 17) Alten- und Pflegeheimen, in 2 (vor zwei Wochen: 4) Einrichtungen ereigneten sich dabei Ausbrüche mit jeweils 5 und mehr Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt 38 (vor zwei Wochen: 43) Bewohner und 12 (vor zwei Wochen: 55) Mitarbeiter. 3 (vor zwei Wochen: 5) Heimbewohner (= 8%) mussten hospitalisiert werden.

 

  1. Situation in Kindertagesstätten und Schulen:

In den zwei zurückliegenden Wochen wurden dem Gesundheitsamt keine Gruppenschließungen in Kitas übermittelt.

  1. Impfungen:

Tabelle: COVID-19-Impfungen in Stadt und Landkreis Rosenheim verbreicht durch das Impfzentrum Rosenheim und Arztpraxen; Impfquoten berechnet auf Gesamtbevölkerung von Stadt und Landkreis Rosenheim (Stand: 02.06.2022)

  Erst­impfungen Impfquote Zweit­impfungen Impfquote 1. Auffrisch­impfungen 2. Auffrisch­impfungen
aktuell 210.077 64,58% 215.670 66,30% 150.403 8.219
letzter Bericht 210.019 64,56% 215.619 66,28% 150.130 7.721

 

Die berechneten Impfquoten sind ungenau, da keine Impfungen, die in anderen Landkreisen/Städten durchgeführt wurden, keine betriebsärztliche Impfungen und seit Oktober 2021 keine Klinik-Impfungen enthalten sind; zudem werden auch Personen aus anderen Landkreisen/Regionen in Stadt und Landkreis Rosenheim geimpft.

Insgesamt wurden durch das Impfzentrum 1.544 Impfberatungsgespräche geführt.

Aktuell können impfwillige Bürger ab 5 Jahren im Impfzentrum in Rosenheim geimpft werden. Eine Registrierung ist unter www.impfzentren.bayern sowie in Ausnahmen telefonisch unter 08031/ 58 169 6666 möglich. Auf diesen Wegen können Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vereinbart werden. Daneben können im Impfzentrum auch Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Dabei kann es allerdings zu längere Wartezeiten kommen, sodass eine Terminvereinbarung dringend empfohlen wird.

  1. Fallzahlen in den Gemeinden:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Bericht: LRA Rosenheim

Luftbild: Rainer Nitzsche – Stadt Rosenheim

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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