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Special Olympics: LIVE startet ins Leben

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

LIVE bezeichnet ein bundesweites Modellprojekt von Special Olympics Deutschland (SOD), bei dem der Anspruch schon im Namen steht: „LIVE – Lokal Inklusiv Verein(tes) Engagement“. Ermöglicht und gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und auf drei Jahre ausgelegt, geht es in diesen Tagen in die operative Umsetzung. Gerade hat das SOD-Präsidium die fünf dafür vorgesehenen Modellregionen beschlossen: Baden-Württemberg gemeinsam mit Hessen, Brandenburg, Hamburg gemeinsam mit Bremerhaven, Niedersachsen, Sachsen gemeinsam mit Sachsen-Anhalt.

SOD-Athletensprecher und Vizepräsident Mark Solomeyer erläutert: „Lokal steht für Kommunen, die mitmachen. Und für Ansprechpersonen vor Ort. Inklusiv für Menschen mit Behinderung, die geschult werden und in den Kommunen aktiv mitarbeiten können. Vereine steht für den Sport. Und vereintes Engagement steht für mehr inklusive Angebote, die die Gesellschaft darauf aufmerksam machen, dass wir alle zusammengehören. Denn unser Motto ist ‚Gemeinsam stark‘“. Ausgangspunkt für die Initiative zum Projekt war die Situation von Menschen mit geistiger Behinderung: Deren Partizipationsmöglichkeiten haben sich in Deutschland trotz UN-Behindertenrechtskonvention noch nicht ausreichend verbessert – gesamtgesellschaftlich gesehen, aber auch bezogen auf die Teilhabemöglichkeiten am Sport und insbesondere am Sportvereinsleben. „Hier setzt SOD mit seiner Kompetenz für Inklusion im und durch Sport an und möchte mit diesem Projekt auch inklusive Strukturen in weiteren gesellschaftlich relevanten Bereichen befördern,“ sagt Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland. „Das ist Ausdruck unserer ganzheitlichen Sichtweise, über den Sport hinaus die Lebenswelten von Menschen mit geistiger Behinderung und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft im Blick zu haben. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Kommunen, die inklusiver werden müssen, wenn wir als Gesellschaft den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention nachkommen wollen.“

Das Projekt bietet Kommunen in den fünf Modellregionen bis Ende 2023 Beratung und Begleitung für Bewegungs- und Sportangebote. Über die fünf hauptamtlichen Projektkoordinierenden sollen in insgesamt 25 Kommunen Netzwerke aus dem organisierten Sport, der Behindertenhilfe, aus Kultur, Bildung, regionaler Wirtschaft und Lokalpolitik entstehen und inklusive Strukturen möglichst nachhaltig etabliert werden. Pro Region sind im Projektzeitraum 18, insgesamt 90 Veranstaltungen – Fortbildungen, Workshops und Netzwerktreffen – geplant. In den beteiligten Kommunen soll ein Aktionsplan für eine nachhaltige Fortführung der kommunalen Inklusionsvorhaben entstehen. Zentraler Bestandteil des Projekts ist die Mitwirkung von Menschen mit Behinderung als Expertinnen und Experten in eigener Sache. Mindestens 50 Menschen mit geistiger Behinderung sollen als Teilhabe-Beraterinnen und Teilhabe-Berater geschult werden und sich aktiv in die Netzwerk- und Beratungsarbeit einbringen. Das Projekt LIVE ist als zentrales Element der Kampagne von Special Olympics Deutschland zur Kommunalisierung, Strukturentwicklung und Stärkung der Teilhabe vor Ort eingebunden. Während das Projekt „Wir gehören dazu – Menschen mit geistiger Behinderung im Sportverein“ auf Sportvereine in den Regionen vor Ort zielt, nimmt auch das Projekt „170 Nationen – 170 inklusive Kommunen“ in Vorbereitung der Special Olympics World Games 2023 Kommunen in den Fokus.  „Insofern liegt eine enge Vernetzung der Projekte auf der Hand, um Synergien zu schaffen, sich gegenseitig Impulse zu geben und gemeinsam nachhaltig zu agieren“, sagt Sven Albrecht, SOD-Bundesgeschäftsführer und Vorstand des Organisationskomitees der Weltspiele 2023. „Wir wollen in das LIVE-Projekt involvierte und aktive Kommunen auch anregen, sich beim Projekt 170-170 als Host Town für die Weltspiele 2023 zu bewerben. Das bringt nochmal zusätzlichen Schwung in beide Projekte und Benefit für die Kommunen.“

Begleitet wird das Projekt LIVE durch eine Steuerungsgruppe, die sich in den kommenden Wochen konstituiert und mit bundesweiten Akteuren aus dem Sport und der Behindertenhilfe besetzt sein wird. Die Projektleitung liegt bei der SOD-Bundesgeschäftsstelle in Berlin.

Bildunterschrift: Das Special Olympics Handball-Team vom TSV Munkbrarup bei den Nationalen Sommerspielen 2018 in Kiel. Foto: SOD/Sarah Rauch

www.specialolympics.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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