Brauchtum

Sozialer Frasdorfer Trachtenmarkt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der „Irmengardhof“ der Björn Schulz Stiftung und das Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgungsteam der Jakobus SAPV für Stadt und Landkreis Rosenheim erhielten jeweils 400 Euro aus dem Erlös des Frasdorfer Gwandmarktes vom vergangenen Jahr für ihre Organisationen. Zwei Dutzend Frauen aus Frasdorf und Umgebung organisieren jedes Jahr einen Tauschmarkt für gebrauchte Trachtenkleidung. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf geht jedes Jahr an soziale Projekte in der Region

„Seit der Eröffnung des Irmengard-Hofs kommen kontinuierlich immer mehr Gäste in das Erholungshaus der Björn Schulz Stiftung für Familien mit schwer kranken Kindern nach Mitterndorf. Wir sind sehr froh, dass unser Angebot an die Familien deutschlandweit immer bekannter wird und immer mehr betroffene Familien davon Gebrauch machen“, so Ingrid Staar von der Björn Schulz Stiftung.

Die Björn Schulz Stiftung begleitet seit mehr als zwei Jahrzehnten lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Familien mit stationären und ambulanten Angeboten auf dem großen ehemaligen Bauernhof unmittelbar am Chiemsee. Da die Sozialkassen die Kosten für die Aufenthalte am Irmengard-Hof nicht erstatten, werden die Preise durch die Björn Schulz Stiftung subventioniert. Die Stiftungsarbeit ist daher dringend auf Spenden angewiesen. Neben der Kinderbetreuung führt das Sozialpädagogische Fachteam auch Erholungstage für betroffene Mütter sowie vielfältige Freizeitaktivitäten durch.

Dr. Marion Mertl-Rötzer, Andrea Weigl und Alice Schlarb nahmen den Scheck für das Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgungsteam der Jakobus SAPV für Stadt und Landkreis Rosenheim entgegen. Diese Einrichtung will für Patienten mit unheilbaren, fortgeschrittenen und weiter fortschreitenden Erkrankungen, aber auch für deren Angehörige ein jederzeit erreichbarer, fachlich kompetenter Begleiter sein. „Zentrale Schwerpunkte unserer Arbeit sind die zur allgemeinen (Palliativ-)Versorgung ergänzende medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung des Patienten in allen Fragen einer Leidenssymptomatik zu Hause“, so Dr. Mertl-Rötzer und Andrea Weigl, „das Wohlergehen der betroffenen Menschen und ihrer Umgebung steht für uns stets im Vordergrund. Wir wollen mithelfen durch Leidenslinderung und Lebensqualitätsverbesserung, Raum zu schaffen für menschliche Begegnung und weitere Entwicklung, auch oder gerade weil die begrenzte Lebenszeit für den Patienten und seine Angehörigen nun ins Bewusstsein gerückt ist“.

Die Festsaison steht schon vor der Tür, die Trachtler, Schützen, Feuerwehrleute und Veteranen der Umgebung feiern groß mit ihren Festzelten. Alles was Trachtler und Schützen für die kommende Saison an Joppen, Hosen und Hüten, an Gewand, Schürzen und Miedern brauchen nach dem Verkaufsmotto „Gebrauchtes rund um die Tracht“ gab es auf dem Frasdorfer Gwandmarkt in der Lamstoahalle zu kaufen. Seit den Anfängen im Frasdorfer Pfarrsaal sind mehrere Jahre ins Land gegangen und heute reicht die Lamstoahalle gerade noch aus, um das fast unüberschaubare Angebot an guter gebrauchter Trachtenbekleidung präsentieren zu können.

Für die Kenner und Liebhaber des Trachtengwands haben die Frasdorferinnen immer ein paar besondere Schmankerl bereit: so lagen in diesem Jahr mehrere Lederhosen mit ausgesuchten Hosenträgern für Männer und Buben auf den Verkaufstischen, dazu Trachtenschmuck, ein paar Münzen und Anhänger für den Charivari, ausgesucht schöne Messer und Stiletts, selbst gestrickte Trachtenstrümpfe und Loiferl und, und und …. Ein schier unerschöpfliches Angebot an Blusen, Schürzen und Dirndlkleidern mit allen Accessoires soll den Frauen und Mädchen helfen, stets passend gewandet über die Sommersaison zu kommen. Kaffee und Kuchen gab’s auch und nach den Strapazen des Einkaufs blieb auch noch genug Zeit für einen kleinen Ratsch.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg – Der „Irmengardhof“ der Björn Schulz Stiftung und das Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgungsteam der Jakobus SAPV für Stadt und Landkreis Rosenheim erhielten jeweils 400 Euro aus dem Erlös des Frasdorfer Gwandmarktes vom vergangenen Jahr für ihre Organisationen.

Martina Enzinger (links) übergab das Geld an Dr. Marion Mertl-Rötzer, Andrea Weigl und Alice Schlarb vom Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgungsteam der Jakobus SAPV für Stadt und Landkreis Rosenheim und Ingrid Staar von der Björn Schulz Stiftung. (von links)

Allerhand rund um die Tracht beim Frasdorfer Gwandmarkt

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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