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Soldaten-Erinnerungs-Fahrt nach Peronne

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Von Heinrich Rehberg – Alles begann In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts mit einer Wette über das Orientieren im Gelände: der Großvater meinte, er könne sich an jedes Detail einer Landschaft erinnern in der er einmal war. So sei ihm auch heute über 50 Jahre nach dem großen Krieg noch jede Einzelheit präsent, trotz der langen Zeit, die seither vergangen sei, traue er sich noch sein Schützenloch aus dem Krieg zu finden und die Stellungen, in denen er 1914 viele Wochen verbracht habe. Die Gegend sei so nachhaltig vom Krieg gezeichnet gewesen, da stehe bis heute kein Stein auf dem anderen. Der Enkel hielt dagegen: in 50 Jahren seien die damaligen Löcher längst durch die Witterung und die Vegetation wieder eingeebnet, außerdem habe der Mensch das Land nach dem Ende des Krieges aufgeräumt und wieder bearbeitet, die zerstörten Städte und Dörfer von damals seien wieder aufgebaut. Zunächst konnte keiner der beiden beweisen, dass seine Ansicht richtig und die andere falsch sei, Peronne, Arras und die Somme waren weit weg, irgendwo im Norden von Frankreich, aber dann war es so weit: Der Großvater hatte seinen 80. Geburtstag und der Enkel war gerade zum Leutnant befördert worden, so beschlossen sie sich in den Renault R 4 des Enkels zu setzen und gemeinsam das damalige Schlachtfeld aufzusuchen. Gutes Kartenmaterial und die „Geschichte des Königlich bayerischen Infanterieregiments Nr. 12 „Prinz Arnulf“ boten eine gute Voraussetzung für diese Fahrt in die Vergangenheit.

Großvater hatte nie viel vom Krieg erzählt, wenn am Stammtisch die Erlebnisse ausgetauscht wurden, dann war von ihm bestenfalls der Kommentar zu hören: „Beim Franzosenhüten in der Etappe kann man große Heldentaten verrichten, die lautesten Biertischkrieger haben nie eine Kugel pfeifen gehört. Die Erlebnisse des Schützengrabens kann man nicht erzählen, weil den Zuhörern alles fehlt um diese Erzählung zu begreifen, sie können sich keine Vorstellung machen vom Dreck und Schlamm in den Gräben und Unterständen, vom überall gegenwärtigen Gestank, von herumliegenden verwesenden Leichenteilen, von Ratten und Läusen, von Artillerie- und Maschinengewehrfeuer und der Bedrohung durch die allgegenwärtigen Scharfschützen. Wer tatsächlich ganz vorne mit dabei war, wird nie etwas erzählen wollen, weil dadurch auch nach Jahren und Jahrzehnten diese kaum vernarbten seelischen Wunden alle wieder aufreißen und lange vor sich hineitern, bis sie sich wieder für Wochen oder Monate schließen. Wenn sein Bruder Sepp, der bei einer Feldbäckerei weit im Hinterland seinen Dienst verrichtete, in seinen späten Jahren davon erzählte, dass er nach dem Dienst gerne auf seiner Zither für die Kameraden spielte, dann konnte er richtig grantig werden: auf der Zither spielen, uns hat man einen anderen Marsch geblasen, als mit der Zither; außerdem, wer hätte die schon getragen oder wo hätte man die im Graben vorne aufheben sollen? So eine Spinnerei!.

Auf dieser Fahrt war es etwas anders, plötzlich erzählte er ein wenig von seiner Soldatenzeit, nichts von der Front, nur ein paar Anekdoten.

Während seiner aktiven Zeit als Infanterist vor dem großen Krieg war er mit gerade 20 Jahren in den Kasernen auf dem Münchner Oberwiesenfeld, damals war alles noch ganz still in München, kein Lärm kein Trubel. Wenn man da nachts auf Posten stand, hörte man die Glockenschläge aller Kirchturmuhren und da war es dann keineswegs so, dass alle gleich gingen: die letzte Kirchenuhr schlug gerade Mitternacht, da schlug die erste bereits Viertel. Die aktive Dienstzeit war für einen Burschen vom Land schon eine Belastung, vor allem die ersten Wochen und Monate, in denen die Unteroffiziere den Rekruten das „Leben beim Barras“ zeigten. Aber wenn man die Regeln begriffen hatte, dann konnte man immer eine Nische finden. Eine eiserne Regel galt immer: „Melde dich nie, wenn zu irgendetwas Freiwillige gesucht werden, die ausgelobten Vergünstigungen sind meist den gesteigerten Aufwand nicht wert“. Beeindruckend war die Mobilisierung im Juli/August 1914: täglich kam der Postbote oder der Gemeindebote mit neuen Gestellungsbefehlen ins Dorf, die ganze männliche Jugend nahm Abschied von den Familien, von den Freunden und den Mädchen und fand sich in den Münchner Kasernen wieder. Mit ihnen wurden auch die Pferde aus den Ställen geholt und für die Aufstellung der Ersatztruppenteile verwendet, so waren zur Haupterntezeit im Sommer 1914 die Frauen mit den alten Männern und den Kindern alleine um die Ernte einzubringen. Vorgespannt wurden ein paar alte Rösser, die fürs Militär nicht mehr taugten, Ochsen oder mühsam abgerichtete Kühe. Im Jahr darauf fiel die Ernte schon viel schlechter aus, weil im Frühjahr 1915 die Bestellung der Felder nicht richtig gemacht wurde.

In den Kasernen auf dem Oberwiesenfeld ging es im Sommer 1914 hoch her, die Ersatzreservisten wurden in Empfang genommen, aus den umliegenden Magazinen eingekleidet – nicht mehr in die bunten Friedensuniformen, sondern ins einheitliche Feldgrau – und zu den Ersatztruppenteilen in Marsch gesetzt. Aus den Bauernburschen und Handwerkern wurden über Nacht wieder Soldaten, die in Schnellkursen „wieder auf Vordermann gebracht wurden“. Auch bei den aktiven Regimentern wurden die Lücken mit Reservisten geschlossen und so war die königlich bayerische Armee in kürzester Zeit kriegsbereit. Endlose Züge brachten die Regimenter in den Westen, in einem vergilbten Notizbuch hielt Großvater mit seinen 22 Jahren die Strecke mit allen Bahnhöfen und Haltestationen fest. Irgendwo auf einem kleinen Haltepunkt im Nirgendwo wurde der Zug entladen, jetzt ging es nur noch zu Fuß weiter. Das Königlich bayerische Infanterieregiment Nr. 12 „Prinz Arnulf“ trat zu Beginn des Ersten Weltkriegs mit etwa 90 Offizieren, 3300 Unteroffizieren und Mannschaften, 235 Pferden sowie 75 Fahrzeugen an. Es war der 4. Infanterie-Brigade unter Generalmajor Maximilian von Kirschbaum, im weiteren der 2. Infanterie-Division unter Generalleutnant Maximilian von Höhn unterstellt. Der erste Einsatz war die Schlacht um Lothringen, „wir sind auf endlosen Straßen marschiert, marschiert und wieder marschiert, endlose Kolonnen, alles tat weh, die Füße von den Stiefeln, die Schultern vom Gepäck, alles war voller Staub und Dreck, vom Feind haben wir lange Zeit nichts gesehen“. Dann kamen wir an den Feind, die ersten Verluste, überall hat es gekracht, aber wir wussten eigentlich nicht was los war. Was auf den Karten der Führung als wohlgeordnetes Truppenmanöver ablief, war für die Infanteristen mit unsäglich langen Märschen verbunden. „Irgendwann war es dann dort zu Ende und wir wurden herausgezogen und nach Norden verlegt, um den Preußen an der Somme zu helfen, die dort dringend unsere Unterstützung brauchten“. Das Regiment kam nach Peronne und an die Somme. Die Stadt und die Dörfer waren noch nicht von der Zivilbevölkerung geräumt und so herrschte trotz der Besetzung durch den Feind noch ziviles Leben zwischen all den Soldaten. Eines Abends beobachtete Großvaters Gruppe, die in einem Gehöft am Westrand von Peronne im Quartier lag, wie ein Fischer seine Reusen in einem Bach auslegte, der zur Somme hinführte. Da Schmalhans auch bei der königlich bayerischen Armee als Küchenmeister diente, beschlossen sie des Nachts die Reusen zu kontrollieren und damit den ewigen „Drahtverhau“ aus Dörrgemüse und Konservenfleisch etwas mit frischem Fisch anzureichern. Ein Spähtrupp ging bei Mitternacht los und fand auch tatsächlich die Reusen, konnte sie aber an Ort und Stelle nicht leeren. So nahmen sie die Fischgeräte mit ins Quartier. Bei der Beleuchtung der Petroleumlampe und einiger Hindenburglichter schütteten sie die Beute auf den Fußboden, doch war der Schrecken groß, als sich plötzlich Dutzende von Schlangen in der kleinen französischen Bauernstube ringelten. Mit ihren Gewehrkolben, mit Bajonetten und Holzprügeln versuchten sie die gefährlichen Viecher zu erledigen, doch zu ihrem Schrecken waren sie nicht tot zu kriegen. Sogar wenn sie in der Mitte auseinandergeschnitten wurden, war noch Leben drin. Irgendwann war der Spuk vorbei und ein Mordsblutbad angerichtet, ein Fischessen war das nicht gerade. Irgendwann kam dann einem die Erleuchtung: das sind Aale, ob man die essen kann, wusste allerdings niemand. So machte sich die gesamte Korporalschaft dran, die Spuren des nächtlichen Gemetzels zu beseitigen, damit am nächsten Tag keiner von den Vorgesetzten die nächtlichen Ereignisse nachvollziehen könne. Der Treppenwitz daran ist, dass der Großvater nach seiner Heimkehr aus dem Krieg eine Fischerstochter heiratete, seinen Fischermeister machte und fast 50 Jahre lang auf dem Chiemsee fischte – auch Aale.

In den nächsten Tagen ging es dann aus der Bereitstellung nach vorne, der Bewegungskrieg war vorbei, das Regiment grub sich ein, immer wieder gestört vom Feuer der Franzosen. Dieses erste Deckungsloch vom September 1914 war das Ziel der Reise nach knapp 60 Jahren. Eigentlich war es klar, dass es nicht mehr da sein konnte, wurden doch die ersten Stellungen schon bald zu einem Grabensystem mit Lauf- und Verbindungsgräben zusammengefasst. Aber Großvater glaubte genügend Landmarken in Erinnerung zu haben, um die Stelle des ersten Spatenstichs wieder zu finden. Die ganze Zeit waren die Soldaten beschäftigt, aus der direkten Waffenwirkung des Feindes zu kommen und sich in den selbst gegrabenen Stellungen notdürftig einzurichten. Über den Winter 1914/15 lag das Regiment bei Feuillières und Péronne und hatte vergleichsweise nur geringe Verluste zu ertragen. Die Gräben waren noch nicht vergleichbar mit den späteren Grabensystemen und Stellungen an der Westfront, doch boten sie ausreichenden Schutz gegenüber den vorhandenen gegnerischen Waffen.

Zeitlebens konnte Großvater den „Mussinan-Marsch“ nicht hören, bei der Fahrt wurde es klar warum: irgendein Duodezfürst eines mitteldeutschen Fürstentums hatte sich im Winter 1914 bei der Division zur Besichtigung angesagt und die Division hatte zum Empfang des Gastes einen großen Bahnhof arrangiert, mit dem Musikkorps mit Fahnen und einer Ehrenkompanie. Dieses Ereignis musste entsprechend vorgeübt werden und diese Vorübungen blieben auch dem Feinde nicht verborgen; die fremde Exzellenz traf mit dem Divisionskommandeur ein, das Musikkorps spielte den Parademarsch der Feldartillerie, den Mussinan-Marsch – pünktlich beim Abschreiten der Front eröffnete eine französische Fernkampfbatterie das Feuer und die Granaten schlugen in den angetretenen Paradeverband ein. Es gab Tote und Verletzte, wie durch ein Wunder blieb Großvater unverletzt – aber den Mussinan Marsch konnte er niemals mehr hören, ohne an das damalige Ereignis zu denken. Im Frühjahr 1915 wurde er krank und kam ins Lazarett von Peronne, damit begann eine lange Reise durch deutsche Lazaretteinrichtungen, die bis nach Rawitsch in die Provinz Posen, nach Augsburg und Neu Ulm führten. Fast zwei Jahre war er beim Ersatzheer in Bayern, beschäftigt mit der Ausbildung des Nachersatzes, mit Urlaub war nicht allzu viel drin. Wenn er während seiner Neu Ulmer Zeit Sehnsucht nach den Bergen hatte, ging er über die Donaubrücke ins württembergische Ulm, stieg auf den Münsterturm und von dort oben aus konnte er dann die Berge sehen, auch wenn es nicht die heimatlichen Chiemgauer Berge waren. 1917 war es dann soweit, die Blutmühle von Verdun hatte viele Rekruten des Nachersatzes verschlungen, die Entente begann auf breiter Front nach Osten anzugreifen.

Jetzt erhielt er plötzlich noch einmal Urlaub, durfte von Neu Ulm aus nach Hause bis nach Rosenheim fahren, die 20 Kilometer bis nach Bachham waren für einen Infanteristen auch mit voller Ausrüstung nur ein Spaziergang. 14 Tage blieben ihm noch bei den Eltern und den jüngeren Brüdern, Maxl mit gerade 17 und Toni mit 14 Jahren waren noch zuhause, dann ging es wieder zurück. Einen Abschied gab es nicht, wortlos schulterte er am Abend sein Gewehr und ging noch schnell in den nahen Wald, ein kleiner Rehbock hing am nächsten Tag an der Tür, für die Buam als Zubrot im Hungerjahr 1917. Das Krickl hatte er zeitlebens als Erinnerung im Schlafzimmer hängen.

Bereits vor dem Urlaub wusste er, dass es nun wieder nach vorne gehen sollte, alle Garnisonstruppenteile wurden durchgekämmt und die feldbrauchbaren Soldaten kamen mit Marschbataillonen zu den Frontdivisionen. Die 8. Kompanie des Infanterieregiment Nr. 20 „Prinz Franz“ wurde seine neue militärische Heimat, das Regiment war im Sommer 1918 in der Champagne und an der Marne im Einsatz. Es hielt seine Stellungen bis zum Tag des Waffenstillstandes am 11. November 1918. Am 20. September 1918 erhielt er das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, wofür hat er nie erzählt. Am 9. Oktober 1918 war der Krieg für ihn weitgehend zu Ende, das wusste er da aber noch nicht. Wegen einer Krankheit wurde er ins Reservelazarett nach Blankenheim nach Thüringen verlegt, hier erreichte ihn die Nachricht, dass im Westen der Waffenstillstand geschlossen wurde und er zur Demobilisierung nach Lindau zum Ersatztruppenteil müsse. Hier wartete eine letzte Entscheidung auf ihn: sollte er zu einem der Freikorps gehen, die versuchten soviel wie möglich deutsches Land im Osten des Reiches vor den Polen zu retten – oder sollte er nach Hause gehen. Er entschied sich für das Heimgehen, sechs Jahre Soldat waren ihm genug. Am 21. Januar 1919 wurde er in Lindau ärztlich untersucht und für gesund befunden: K.V. also kriegsverwendungsfähig steht als letzter Eintrag im Soldbuch, dann schließt das Soldbuch mit der allerletzten Eintragung des Bezirksamtes Rosenheim: 14.2.1919 angemeldet für Bachham, Gemeinde Wildenwart. Anderthalb Jahre später war er in Prien verheiratet, drei Mädchen gingen aus der Ehe hervor. Er lebte ein gutes Leben voller Arbeit und starb 1977 in Prien. Nach Frankreich kam er – bis auf diesen Ausflug nach Peronne – nie wieder.

Und wie ging denn nun die Fahrt nach Peronne aus? Als nach über 900 Kilometern schon die Wegweiser Peronne auftauchten, war ihm die Gegend immer noch fremd, unmittelbar am Ort störten ihn die Bäume, die gab es damals nicht, auch die Kirche – damals eine Ruine –  war wieder aufgebaut, ebenso die Häuser des Ortes. In der Truppengeschichte des Infanterieregiments Nr. 12 „Prinz Arnulf“ gab es Kartenmaterial und gute Skizzen, mit denen der Einsatz nachvollzogen werden konnte – aber entweder verliefen die damaligen Stellungen mitten durch die Neubaugebiete, liefen quer durch Industriegelände oder waren unter Straßen und Wegen verschwunden. Ein Besuch im Museum der Stadt brachte dann doch noch einige Antworten und mit dieser Kenntnis war es dann auch im Gelände wieder möglich, vor allem die späteren Stellungssysteme der Sommeschlacht in den Jahren 1917/1918 aufzufinden. So war die Entscheidung gefallen: das Deckungsloch von 1914 gab es nicht mehr, aber die Wunden, die der große Krieg der Stadt und der Landschaft schlug waren auch nach 60 Jahren noch nicht verheilt. Im Mai 1940 wurde die gerade notdürftig wieder aufgebaute Stadt erneut zerstört. Auch heute noch 100 Jahre nach dem Geschehen gibt die Erde immer wieder die Überreste von Soldaten, von militärischer Ausrüstung oder Munition frei. Auch heute noch sterben Menschen oder werden verletzt, weil sie auf einem der meist umkämpften Schlachtfelder der Weltgeschichte an der Somme Landwirtschaft betreiben.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Sebastian Staffner, Teilnehmer des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 im Jahr 1973 mit seinem Enkel Heinrich Rehberg

Ausweispapiere aus dem großen Krieg, der Militärpass, das Schießbuch und ein Notizbuch mit der Aufzählung der Bahnhöfe auf irgendeinem Verlegungstransport zur Front

Der vorletzte Eintrag im Militärpass mit dem Marschbefehl ins Lazarett und dem Eintrag der Kampfhandlungen von 1918 bei der 8. Kompanie des Infanterieregiments Nr. 20 Prinz Franz

Ausgezeichnete Schießleistungen 57 von 60 möglichen Ringen – gefordert waren 25.

Oben die Schulterklappen des Mantels, die im Feld nicht mehr getragen wurden. Die Schulterklappen gehörten zum kgl. Bayerischen Infanterieregiment Nr. 1 König und wiesen mit den Initialen M und J auf den Max Josefs Orden hin, mit dem das Regiment ausgezeichnet war. „Mädchenjäger“ taufte der Volksmund diese Initialen des stolzen Regiments um und auch auf diese Bezeichnung waren die Einser sehr stolz.

Darunter das Ehrenkreuz für Frontkämpfer von 1935, das Verwundetenabzeichen in Schwarz und das Eiserne Kreuz zweiter Klasse mit der Miniatur fürs Knopfloch.

Entlassungsschein ausgestellt am 03.12.1918 in Lindau vom Ersatztruppenteil 2./Ersatzbataillon des 20. Infanterieregiments

Das Ehrenkreuz für Frontkämpfer von 1935

Mitbringsel aus dem großen Krieg aufgelesen 1918 und mitgenommen ins Lazarett. Oben links der kupferne Führungsring einer Granate, umgearbeitet zum Armband, rechts fünf Knöpfe fürs Drillichzeug. Knöpfe aller Art rissen im Graben schnell ab, man konnte nie genug davon haben.

Darunter zwei Granatsplitter, sie wurden gerne als Talisman mitgeführt, denn nach altem Aberglauben trifft die Artillerie nie zweimal ins gleiche Loch – wenn man also schon einen Splitter einer Granate mit sich führte, dann wurde man nicht mehr getroffen.

Links darunter aufgelesene Geschoße aus dem Graben und daneben abgeschossene Patronenhülsen

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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