Natur & Umwelt

Simon Bauer, der letzte Wetterbeobachter im Priental

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit 1991, also seit nunmehr 30 Jahren schaut Simon Bauer aus Stein (vormals Gemeinde Sachrang, nunmehr Gemeinde Aschau i. Chiemgau) nach dem Wetter und stellt seine Feststellungen tagtäglich dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zur Verfügung. Damit ist der 92jährige Austragsbauer der einzige und letzte Wetter-Aufzeichner im Priental.

Seit 1931 gibt es die regelmäßigen Wetter-Aufzeichnungen, Simon Bauer kam zu dieser Aufgabe als er seinen Hof übergab und weil ihn seine Schwägerin, die bereits in Sachrang für den Wetterdienst tätig war, dem DWD vorgeschlagen hatte. Anfangs galt es noch viele Aufzeichnungen mit der Hand vorzunehmen, dazu Simon Bauer: „Da hatten wir zwei Behälter, in einem war eine Uhr, die jeden Tag aufgezogen werden musste und die dank Schuber und Nadel die Niederschlagsmenge anzeigte“. Im Buch trug der Wetterwart dann auch die weiteren Wetterbeobachtungen ein, für Schneeflocken, Nieseln, Sicht, Nebel und Wind gab es je drei Stufen. Dazu galt es festzuhalten wie es um den Erdbodenzustand bestellt ist, z. B. ob er gefroren oder feucht ist. Im Laufe der Jahre und der technischen Entwicklungen hat sich Vieles vereinfacht. Die Wetterstation zum Auffangen und Auswerten der Niederschläge ist inzwischen mit Strom versorgt und die Aufzeichnungen erfolgen meistenteils automatisch. Bestimmte Angaben wie zum Beispiel zu Schneefall, Schneeart und Schneemenge fügt Simon Bauer noch persönlich ein – aber nicht mehr im Tagebuch, sondern mit einem Tablet. „Mit der Natur war ich schon immer verbunden, als Bauer musste ich das Wetter ja im eigenen Interesse beobachten und beachten, so dass mir diese Beschäftigung mit der Wetterstation direkt vor der Haustür leicht fällt“ – so der rüstige Wetterwart, der sich auch allgemein für klimatische Veränderungen interessiert und hinzufügt: „Seit den Aufzeichnungen 1931 hat es nur einmal einen Monat gegeben, der ohne jeglichen Niederschlag und ohne einen Tropfen Regen war – es war ein November-Monat, das Jahr weiß ich allerdings nicht mehr genau“.

Plakette und Urkunde vom Deutschen Wetterdienst  –  Der Deutsche Wetterdienst ist sehr dankbar für die Tätigkeiten der ehrenamtlichen Wetterdienste. Simon Bauer, der im Falle einer örtlichen Abwesenheit von seiner Schwiegertochter Leni vertreten wird, hat in all den 30 Jahren alle Tage die Beobachtungen aufgezeichnet. Für sein 25jähriges Jubiläum wurde er vom DWD mit einer Urkunde und Plakette ausgezeichnet, auf dieser steht: „In Anerkennung ehrenamtlicher Mitarbeit und besonderer Leistungen für die Meteorologie“.

Foto: Hötzelsperger – 1. Simon Bauer mit Tablet bzw. mit der Wetterstation  –  2. Plakette vom DWD

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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