Natur & Umwelt

Seltene Orchidee im Priental entdeckt

Auch eine Sennerin, die schon mehrere Sommer auf der Alm verbracht hat, lernt niemals aus: Martina Bauer aus Sachrang, die sich als Landwirtin und Sennerin gut mit Pflanzen auskennt, staunte auf einer Weidefläche bei Sachrang nicht schlecht, als ihr ein unscheinbares Pflänzchen ins Auge fiel, das sie nicht sicher kannte und das für das Priental bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Sie sandte dem Biologen und Betreuer des Bergbauernmodells Sachrang und Aschau, Markus Höper, ein Foto der unscheinbaren Pflanze und bekam die Bestätigung, dass es sich bei der gefundenen Pflanze um die seltene Orchideenart „Herbstdrehwurz“ oder auch „Herbst-Wendelähre“ (wissenschaftlicher Name Spiranthes spiralis) handelt. Die Art gilt bayernweit als stark gefährdet und steht in Bayern unter der Gefährdungskategorie zwei auf der Roten Liste Bisher waren für die Orchidee nur einige kleine Bestände im Inntal und im Achental bekannt. Um diesen Fund an das Bayerische Landesamt für Umweltschutz in Augsburg weiterzugeben, machte sich Martina Bauer ans Zählen und ermittelte an dem Fundort über 200 Exemplare, die sich auf eine Fläche von etwa 1000 Quadratmeter verteilten. Die winzige Orchideenart, bei der die Blüten wie bei einer Wendel verdreht übereinander stehen, gedeiht nur auf extensiven Weideflächen, die im Herbst kurzrasig abgeweidet sind oder wo eine herbstliche Pflegemahd stattfindet. Ist die Fläche nur ein bisschen verfilzt oder wird von höher wachsenden Pflanzen eingenommen, verschwindet die Art, die nur eine Höhe von etwa 10 Zentimetern erreicht, schnell wieder.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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