Leitartikel

Schwirtlichhaus in Neubeuern wiedereröffnet

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Schwirtlichhaus = Kunsthaus, das dominante Haus an der oberen Zeile des Marktplatzes von Neubeuern wurde nun nach umfasssender Innenrenovierung mit baulichen Veränderungen  wieder der Öffentlichkeit zum Besuch frei gegeben.

Funktional das Büro der Gästeinfo im Eingangsbereich. Gegenüber das neugestaltete und bereits in Nutzung befindliche Trauzimmer der Gemeinde. Im zweiten Obergeschoß wie bisher die Galerie der Neubeurer Künstler. Umgestaltet wurde der bisherige Museumsbereich. Im ersten Geschoss befindet sich nun das Museum der Schiffleutbruderschaft, ein Raum mit Ausstellungsstücken des Volkstrachten Erhaltungsverein Edelweiß Neubeuern. Ein Raum in Erinnerung an die Chorgemeinschaft Neubeuern mit dem Leiter Enoch zu Guttenberg, dessen Denkmal unmittelbar vor dem Eingang des Schwirtlichhauses erstellt wurde. Ferner ein Ort, der die wechselhafte, belebende Geschichte der Besitzer von Schloß Neubeuern, die Verbindung von „der Herrschaft“ wie man früher nur sagte, zum Dorf zeigt. Sowie die jetztige Zeit als Internat mit Verbindungen über den gesamten Globus. Ich freue mich, so Bürgermeister Christoph Schneider, in diesen Zeiten der negativen Meldungen  nach Einschränkungen, heute als Zeichen der Gemeinsamkeit, der Kultur, der Kunst mit den Verantwortlichen, den Sponsoren und Freunden der Öffentlkichkeit zugänglich machen zu können. Es tut gut zu zeigen, was Ideenreichtum, handwerkliches Geschick  und gemeinsames Handeln bewirken können, meinte der Bürgermeister. Verbunden auch mit einem Dank an Planer, Handwerker, Michael Fichtner von der Gästeinfo, den Vereinsvertretern und Frau Christina zu Hörst. Der Maler, kunstsinnige Sammler  und Bewahrer  Eduard Schwirtlich, war Besitzer des Anwesens, das seither den Namen „Schwirtlichhaus“ trägt.  Vieles war in dem Haus schon untergebracht, auch die Dienststelle der örtlichen Polizei. Nach dem Freiwerden einer Wohnung im zweiten Geschoß  entschloß sich die Marktgemeinde unter der Führung von Bürgermeister Tremmel  und dem Kultursausschuß dort eine Galerie, eine Heimat für die Neubeurer Künstler zu schaffen. Die Schiffleutbruderschaft hatte bereits im ersten Obergeschoß zwei Räume, in der an die Arbeit und Tradition dieser bedeutenden Zeit der  Neubeurer Geschichte erinnert wurde. Bodenfunde und Versteinerungen fanden in diesem Stockwerk ebenfalls Ausstellungsraum. Der Bereich einer weiteren Wohnung wurde frei  und konnte einer Erweiterung zugeführt werden. Mit dem überraschenden Tod von Enoch zu Guttenberg und der damit verbunden Auflösung der Chorgemeinschaft, konnte hier Raum geschaffen werden, in dem das Erbe der Chorgemeinschaft Neubeuern Verwahrung findet. Damit kann dieses Zeitdokument erhalten bleiben mit Bücher, Aufzeichzungen, Noten, Plakaten, Film-und Tondokumenten sowie Erinnerungen an Reisen und Konzerten. Wer in dieser Zeit dabei war, wird in dem Raum ein Stück Heimat finden.

Als Volkstrachten Erhaltungsverein Edelweiß  Neubeuern hat der Verein eine lange Tradition, bezogen auch auf alten Trachten. Das Beurer Gwand, das heute wieder vermehrt getragen wird, findet seine Wurzeln in der Gründungszeit des Verein. Gesammelte Stücke fanden ihre Verwendung bei „letzten Aufgebot“. In Vitrinen geschützt sind diese Exponate nun vor Zerstörung und Verlust geschützt. Vereinsvorstand Manfred Karl bedankte sich namentlich bei Sepp Englberger für die umsichtige Arbeit von der Planung bis zur Ausführung. Geologisches Wissen rund um  Neubeuern mit Darstellungen, Versteinerungen, Fossilien vermittelt ein Infostand, betreut von Sebastian Berndt. Dem Rundgang mit Bürgermeister Schneider schlossen sich die Amtsvorgänger  Hans Nowak, Sepp Trost und Hans Jürgen Tremmel an  sowie Landratstellvertreterin Andrea Rosner und Bezirksrat Wast Friesinger. Einziger Wermutstropfen an dem Tag, das Wetter spielte nicht mit. Schnell fand man Unterschlupf im Salettl des benachbarten Hofwirt, die Musikanten hielten tapfer und gut beschirmt im Freien aus.

Bericht und Bilder: Thomas Schwitteck  (Außen-Aufnahme von Rainer Nitzsche)

Foto zeigt Bürgermeister Schneider bei der Eröffnungsrede

Die Foto zeigen der Reihe nach Landratstellvertreterin Andrea Rosner, welche die Freude am Geschaffenen vermittelt  und preis gab bereits frühkindliche Beziehungen zu Neubeuern gehabt zuhaben– Sieglinde Berndt vom Künstlerkreis verwies auf 150 Ausstellungen seit der Gründungszeit, lud ein zur nächsten Ausstellung ab Freitag 15. Mai–Jörg Schönfeld, von der Schule Schloß Neubeuern zeigte sich dankbar für die Möglichkeit, Geschichtliches öffentlich zu machen–  Juliane Tiefenmooser ermunterte Tradition nicht nur zu konservieren,  sondern auch nach außen zu tragen, zum Beispiel mit dem Gwand

39/44 zeigendie Verterter des Trachtenverein Edelweiß Neubeuern mit Vorstand Manfred Karl -links- und Sepp Englberger-2. von rechts

46 Gertrud Dürbeck aus dem ehemaligen Büro Guttenberg- mit Jörg Schönfeld in der Schatzkammer der Chorgemeinschaft- links Dr.Elmar zur Hörst, ehemaliger Chorvorstand

Hinweis auf die Musikkapelle Neubeuern darf nicht fehlen im Kunsthaus- die geistlichen Pfarrer Miachel Kraus von der evangelischen Kirchengemeinde-links- und Pfarrer Christoph Rudolph rechts- beim Rundgang

56 Altbürgermeister und Ehrenbürger Hans-Jürgen Tremmel-Initiator der Galerie-Sebastian und Sieglinde Berndt

das neue Trauungszimmer und der das neu geschaffenen Büro der Gästeinfo mit Michael Fichtner

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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