Freizeit

Wander-Tipp: Schwarzenberg-Überschreitung von Mühlau zum Hocheck

Genau genommen ist der Schwarzenberggipfel kein sehr ergiebiges Ziel. Denn der Gipfel ist zugewachsen, sodass die Sicht recht eingeschränkt ist. Ende der 2010er Jahre wurde hier etwas abgeholzt, sodass zumindest einige Weitblicke möglich sind. So lässt sich jetzt auf die Nachbarn Brünnstein und Traithen ein vollständiger Blick werfen, auch ein Teil des Kaisergebirges und der ferne Großvenediger schimmern ein wenig durch die Bäume. Aber gerade wegen der fehlenden Sicht und seiner Abgeschiedenheit kann der Schwarzenberg für eine bestimmte Personengruppe ein lohnendes Ziel sein, nämlich für diejenigen, die in der Einsamkeit ein ruhiges Platzerl zum Entspannen suchen. Rund um das einfache Gipfelkreuz findet man immer Gelegenheit, wie einen herumliegenden Baumstamm und sogar ein Stück sonnige Wiese, um dort die mitgebrachte Brotzeit zu sich zu nehmen. Spätestens am Berggasthof Hocheck, den man nach dem Abstieg passiert, trifft man wieder auf den üblichen Rummel. Zumal hier auch die Bergstation der Sesselbahn endet.

Startpunkt:

Brünnstein-Parkplatz Mühlau-Kreith, erreichbar über die Inntalautobahn Ausfahrt Oberaudorf, über den Luegsteinsee bis nach Mühlau und weiter zu den beiden kleinen Parkplätzen.

  • GPS-Punkt für’s Handy:  N47 37.784 E12 08.696

Aufstieg:

Los geht es am Parkplatz Mühlau/Kreit auf der bekannten Rodelbahn zum Brünnsteinhaus. Bis wir bei der Rechenau den Wald verlassen, sind wir sicher nicht allein. An dieser Stelle halten wir uns im Gegensatz zu den restlichen Wanderern rechts, gehen ein paar Meter bergab und biegen gleich darauf bei einer Gabelung links ab. Kurz darauf folgen wir nach rechts dem Wegweiser zum Schwarzenberg. Nun können wir den Weg zur Ramserer Alm bzw. Schwarzenberg nicht mehr verfehlen, denn wir bleiben immer auf dem Hauptweg, Abzweigungen oder Kreuzungen gibt es nicht. Der oft steile Aufstieg erfolgt durch lichten Wald mit sonnigen Abschnitten, und erst bei der Ramserer (Ramsauer) Alm erreichen wir schließlich freies Gelände. Die Alm ist nur sporadisch bewirtschaftet. Wir können jedoch auf der windgeschützten Bank eine kleine Pause mit Blick zum Kaisergebirge und zu den Kitzbüheler Alpen einlegen, bevor der Endspurt zum Gipfel beginnt. Hierzu gehen wir zu der kleinen Kapelle, nach ihr einige Meter bergab und entdecken etwas versteckt ein Schild „Schwarzenberg“. Der nicht immer erkennbare Steig führt nun genau nach Westen bis kurz vor den Waldrand, wo wir rechts abbiegen und in den steilen Wald gelangen. Dieser bleibt uns nun bis zum Gipfel erhalten. Teilweise ist der Weg mehr oder weniger gut zu sehen, manchmal entdecken wir auf den Bäumen auch alte Markierungen. Schließlich erreichen wir den Ostgrat des Berges und folgen kurz einem steinigen Karrenweg. Diesen verlassen wir bald wieder nach links und gelangen auf den weichen Waldboden, queren kurz noch einmal einen breiten Karrenweg und sehen bald das etwas windschiefe Gipfelkreuz vor uns. Direkt dahinter ragt der pyramidenförmige Traithen in den Himmel.

Abstieg:

Zunächst geht es auf dem gleichen Weg wieder hinunter bis zu der kleinen Almkapelle. Dort halten wir uns links und wandern über den reizvollen, alten Waldweg bis zum Skigebiet von Hocheck. Hinter dem Berggasthof folgen wir zunächst dem Fahrweg, queren die Skipiste und verlassen die Straße nach einer Linkskurve (Wegweiser „Mühlau über Ramserer Stein, 1 1/4 h“). Auf dem zunächst kaum erkennbaren Wiesenweg gelangen wir bald in den Wald, und wir wandern, immer in südlicher Richtung, bis zu dem Weiler Ramsau. Nach 100 Metern verlassen wir die Asphaltstraße und folgen dem schmalen Weg zum Gasthof Wall. Nach dem Hauptgebäude biegen wir rechts ein und erreichen nach wenigen Minuten den Wanderparkplatz Mühlau.

Informationen kompakt:

  • Dauer ca. 4 – 4,5 Std.
  • Höhenunterschied: 650 hm
  • Schwierigkeit: leicht, nur oberhalb der Ramserer Alm führt der Steig durch den Wald für wenige Meter sehr steil über Wurzeln.
  • Einkehr: Hocheck (Berggasthof) , Ramsauer Alm (sporadisch)

Mehr Info und GPS-Track zum Download:  bit.ly/schwarzenberg-runde

Text und Fotos: Reinhard Rolle / roBerge.de

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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