Land- & Forstwirtschaft

Schwaiganger wird Bildungszentrum für Pferdehaltung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Haupt- und Landgestüt Schwaiganger wird zu einem modernen Ausbildungszentrum im Pferdebereich für ganz Bayern. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat heute den ersten Spatenstich für den neuen Lehrstall gesetzt. „Hier in Schwaiganger wird die gesamte Aus- und Fortbildung in der Pferdehaltung an einem Standort gebündelt. Ich bin stolz darauf, dass der Ausbau diesen traditionellen Standort noch weiter stärken wird“, sagte die Ministerin. Das neue Lehrgebäude bietet neben Pferdeplätzen auch funktionale Schulungsräume. Ein Internat und eine Reithalle sind künftig geplant und werden das Ausbildungszentrum, das weit über die Landesgrenzen bekannt ist, vervollständigen. Seit Anfang des Jahres gehört das Haupt- und Landgestüt zu den neu gegründeten Bayerischen Staatsgütern (BaySG).

Das Haupt- und Landgestüt hat eine über 1000-jährige Tradition. Hier werden alle Bereiche rund um die Pferdehaltung, Reiten, Zucht und Sport abgedeckt. Mit diesem breiten Spektrum ist Schwaiganger einzigartig in ganz Deutschland. Das Haupt- und Landgestüt setzt wichtige Impulse für die Zucht der traditionellen Pferderassen wie dem Deutschen Sportpferd, Süddeutsches Kaltblut, Haflinger und Edelbluthaflinger. Neben der Pferdezucht spielt vor allem der Bildungsbereich eine bedeutende Rolle. Hier finden überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen im Beruf Pferdewirt/-in mit vier verschiedenen Ausbildungsrichtungen und die Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister statt. Zudem gibt es zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen für Betriebsleiter, Ausbilder, Dienstleister und Interessierte. Außerdem werden rund 450 Hektar landwirtschaftliche Fläche nach ökologischen Vorgaben bewirtschaftet. „Mit seiner extensiven und ökologischen Grünlandbewirtschaftung wird der Freistaat Bayern auf dem Gestüt Schwaiganger seiner Vorbildfunktion gerecht“, sagte Michaela Kaniber beim Rundgang.

Pferdezucht, Pferdesport und Pferdehaltung haben in den letzten Jahrzehnten in Bayern deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Nachfrage nach einer fachlich fundierten Ausbildung im Pferdebereich steigt stetig an. Im Freistaat wurden im Jahr 2020 in über 15.000 landwirtschaftlichen Betrieben mehr als 106.000 Pferde gehalten. Der geschätzte Gesamtpferdebestand in Bayern liegt bei mehr als 135.000 Pferden. Die Pensionspferdehaltung ist für viele landwirtschaftliche Betriebe eine wichtige Einkommensquelle und schafft in Bayern über 32.000 Arbeitsplätze sowie einen Gesamtumsatz von rund 500 Millionen Euro pro Jahr.

Bericht und Foto (Judith Schmidbauer) – Bayerisches Landwirtschaftsministerium

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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