Brauchtum

Schönramer Trachtenkinder im „Home-Office“

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Enttäuschung war groß, als für die Kinder- und Jugendgruppe der Untersurtaler Schönram feststand, dass der am 20.03. geplante Probenstart 2020 bis auf weiteres verschoben werden muss. Zu dieser Zeit wurde noch davon ausgegangen, dass schon nach den Osterferien wieder mit den Proben begonnen werden könnte. Die andauernde Corona-Problematik und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen ließen bedauerlicherweise auch diesen verzögerten Start ins Trachtenjahr platzen. Nun war der Erfindungsgeist der Jugendleiter gefragt. Kurzerhand wurde ein Konzept erarbeitet, anhand dessen die Kinder und Jugendlichen auch ohne Probenbesuch, sondern von Zuhause aus ein wenig üben und trachteln können – sozusagen digital im „Trachtler-Home-Office“. Immer freitags wurden die Jungtrachtler dann mit Video- und Bildmaterial versorgt. Jede Woche gab es ein neues Programm – angefangen mit verschiedenen Plattlern und Tänzen, über Ausmalbilder und Liedtexte bis hin zu Anleitungsvideos für Flechtfrisuren oder Tipps fürs Wadl-Krafttraining. Um die digitalen Proben nicht nur im Sender-Empfänger-Modell abzuhalten, sollten die Kinder und Jugendlichen dann auch ihrerseits digital festhalten, wie sie die Tipps oder Anregungen aus den Jugendleiter-Videos umgesetzt haben – selbstverständlich unter Auslobung einer Prämie in Form einer kontaktlosen Zustellung einer süßen Überraschung am darauffolgenden Wochenende.

Nichtsdestotrotz hofft die Kinder- und Jugendgruppe, schon zeitnah wieder den Probenbetrieb im Vereinsheim aufnehmen zu können – schließlich lassen sich Gemeinschaftsgefühl und soziale Kontakte nur schwerlich durch digitale Zwischenlösungen ersetzen.

Bericht und Foto: Vroni Pastötter, 1. Vorstand GTEV Untersurtaler Schönram

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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