Kirche

Sanierung historischer Kirche im Erdinger Holzland beendet

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Bischofsvikar für die Seelsorgsregion Nord, Weihbischof Bernhard Haßlberger, feiert am Sonntag, 11. Juli, anlässlich des Renovierungsabschlusses der Filialkirche St. Laurentius und St. Stephanus Ebering in der Gemeinde Steinkirchen im Landkreis Erding einen Freiluftgottesdienst. Dieser findet gemäß den angesichts der Corona-Pandemie geltenden Infektions­schutzbestimmungen statt. Die spätromanische Kirche, deren Geschichte in die Zeit um das Jahr 1300 zurückreicht, gehört zu den ältesten Kirchen im Landkreis Erding. Da die Kirche aufgrund ihres hohen Alters und den vielen Originalbefunden an Wandmalerei und Oberflächen aus den verschiedenen Phasen der Baugeschichte einen großen volkskundlichen Wert besitzt, konnte über Bundesmittel und mehrere Zuschussgeber eine Instandsetzungsmaßnahme finanziert werden.

Nachdem Alter und Feuchtigkeit den Zustand der Filialkirche im Pfarrverband Holzland über Jahrzehnte verschlechtert hatten, begann im Jahr 2016 die umfassende Sanierung. Hauptziel der Maßnahme war, die vorhandenen Originaloberflächen zu sichern und zugleich ein stimmiges Gesamterscheinungsbild zu erzielen, in dessen Zentrum die barocke Ausstattung steht. Da die Hauptschadensproblematik die hohe Luftfeuchtigkeit war, wurde eine Lüftungsanlage eingebaut. Nach der Ertüchtigung des Dachtragwerks wurde die Raumschale restauriert. Dabei traten hinter den abgebauten Seitenaltären Reste von mittelalterlicher Malerei zutage. Einige mittelalterliche Befunde an Wandmalereien wurden als Zeitfenster so belassen. Die Raumschale erhielt eine Fassung in gebrochenem Weiß in Anlehnung an die ermittelte barocke Fassung. Die Empore wurde statisch gesichert, die Oberflächen gereinigt. Der Bodenbelag aus in Sandbett verlegten Platten aus Solnhofer Kalkstein wurde gereinigt, zerbrochene Platten ersetzt.

Auch die Ausstattung wurde gereinigt, gefestigt, und in Teilen retuschiert. Die Treppen an Empore und Kanzel wurden gesichert, fehlende Teile ergänzt. Das instabile Gestühl wurde zerlegt und zu einem Gestühlblock zusammengesetzt. Zusätzlich wurden sechs neue, lose Bänke gefertigt sowie drei Hocker, die als Sedilien im Gottesdienst genutzt werden können. Ein neuer Ambo und ein Tisch zur Auflage der liturgischen Geräte runden das Ensemble ab. Der alte Sakristei-Schrank wurde restauriert.

Die Arbeiten an der Fassade liefen parallel ab. Im Bereich des Daches wurde die Turmzwiebel erneuert und der Glockenstuhl saniert. Die in weiten Teilen eingestürzte Mauer auf der Nordseite der Kirche wurde durch eine neue Sichtziegelmauer ersetzt. Erstmals erhielt das Gotteshaus auch einen eigenen Stromanschluss. Die Kosten für die Gesamtrenovierung beliefen sich auf rund 780.000 Euro. Davon übernahm die Erzdiözese München und Freising rund 363.000 Euro, die Kirchenstiftung beteiligte sich mit knapp 59.000 Euro inklusive eines Zuschusses von der politischen Gemeinde. Hauptfördergeber war der Bund mit 200.000 Euro, weitere Zuschüsse kamen von der bayerischen Landesstiftung (62.000 Euro), dem Bezirk Oberbayern (45.000 Euro), dem Landratsamt Erding (31.000 Euro) und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (20.000 Euro). (uq/hs)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Fotos: Hans Kronseder

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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