Brauchtum

Samerberger Samer gratulierten Kollegen von Felbertauern in Tirol

Eine lange Tradition haben die Samer vom Samerberg, die früher das Privileg zum Salz-Säumen hatten. Ihre Blütezeit erlebten diese um das Ende des 14. Jahrhunderts und im 16. Jahrhundert. Vor 33 Jahren wurde die im Trachtenverein Hochries-Samerberg integrierte Gruppe der Samer neu gegründet. Nur drei Jahre später wurden die Tiroler Kollegen, die „Felbertauern-Samer“ gegründet. Diese feierten ihr 30-jähriges Jubiläum mit einer zweitägigen Festveranstaltung samt Samer-Wanderung. Michael Sattlberger, Leiter der hiesigen Samergruppe berichtete nach der Rückkehr der acht Samerberger Samer von einem eindrucksvollen Erlebnis.

„Die Einladung kam zustande, weil immer schon eine Verbindung mit den Freunden vom Felbertauern bestand und weil im Felberturm in Mittersill ein neues Samer-Museum errichtet wurde“, so Michael Sattlberger, der den Verlauf der zwei Festtage wie folgt beschrieb: „Die Felbertauern-Samer marschierten anlässlich ihres Jubiläums vom Ort Aschau in Kirchberg/Tirol über das Stangenjoch zum Zweitausender   Sonnalm. Von dort ging es am zweiten Tag nach Mittersill. Die Samer übernachteten auf der Sonnalm, die Rösser wurden nebenan im Almkaser untergebracht. Am Nachmittag auf dem Zweitausender wurden die ankommenden Felbertauern-Samer von den acht Samerberger, die ohne Rösser angereist waren, herzlich empfangen. Am Abend wurde auf der Sonnalm das Jubiläum gemeinsam gefeiert. Dazu erklangen Alphornklänge und die Gasteiner Tanzlmusi spielte schneidig auf.“ Zur Freundschaft und als hörbares Zeichen der Verbundenheit hat Michael Sattlberger eine lustige Rede in Versform gehalten. Eingefädelt hatte die Freundschaft der Samer zu den Tirolern vor Jahrzehnten Hans Sattlberger, der Ehrenvorsitzende des Grainbacher Trachtenvereins und der Historischen Samergruppe. Am nächsten Morgen und nach kurzem Schlaf wurde der Gedankenaustausch fortgesetzt, Bilder wurden zur Erinnerung gemacht und die Felbertauern-Samerkollegen wurden vor ihrer weiteren Wanderung nach Mittersill von den Samerbergern verabschiedet.

Michael Sattlberger erzählt weiter, dass das Privileg der Samerberger Samer zum Salz-Säumen um 1752 von Kurfürst Maximilian aufgelöst wurde und er ergänzt: „Das war dann das Ende für die Samerberger Samer, die sich dann noch rund 100 Jahre bis zum Ende der Warenschifffahrt auf Inn und Donau zugewandt hatten. Die Samerberger wurden dabei vor allem mit ihren zähen Rössern zum sogenannten „Treideln“ eingesetzt, was soviel bedeutet, wie eine beladene Plätte flussaufwärts mit den Rössern zu ziehen.

Über den Namen Samerberg:

Der Name Samerberg ist auf einen historischen Erwerbszweig der Region zurück zu führen und war schließlich auch Namensgeber der heutiegn Gemeinde: Als „Säumer“ (im bayerschen „Samer“) bezeichnete man ursprünglich jeden, der berufsmäßig Waren auf Samrossen beförderte. Da die Rossersberger (Samerberger) die einzigen privilegierten Salz- und Getreidehändler im Gericht Rosenheim waren, wurden sie von den Umwohnern schlichtweg als „Samer“ bezeichnet und der Rossersberg so in Samerberg umbenannt.

Text: hö – Fotos: Markus Beren / Felbertauernsamer

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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