Kirche

Sachranger Kirchen-Renovierung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Kirche Sankt Michael in Sachrang geht es nass ein, aber das Gerüst zum Trockenlegen steht bereits vollständig. Voraussichtlich bis zum Beginn des Winters im Oberen Priental werden Kirche und Turm verhüllt bleiben. Die bisherige Eindeckung aus kanadischen Zedernschindeln hielt über 30 Jahre, aber jetzt muss sie komplett ausgetauscht und durch einheimische Lärchenschindeln ersetzt werden. Die letzten großen Arbeiten am Dach waren im Jahr 1987, damals deckte man das Kirchenschiff und den Turm mit Holzschindeln ein, anstatt der Blechdeckung, die immer wieder gestrichen werden musste.

Pfarrer Paul Janßen erklärt das Konzept für die Sanierung des Daches des Kirchenschiffes: die Haltbarkeit der Schindeln soll wesentlich verbessert, daher wird heimisches Lärchenholz verwendet. Kupferstreifen zwischen den einzelnen Schindellagen wirken dabei der Vermoosung entgegen und ebenso dem Schädlingsbefall. „Dabei haben die Holzschädlinge in den letzten fünf Jahren wohl einen Grünspecht so begeistert, dass er faustgroße Löcher in das Dach gehämmert hat“. Eine Entscheidung über die Eindeckung des Turmes steht derzeit noch aus. Die Friedhofsmauer und die beiden Kapellen werden ebenfalls mit Lärchenschindeln eingedeckt; das entspricht auch den denkmalpflegerischen Auflagen für das besondere Ensemble in Sachrang.

Die Arbeiten stehen unter der Leitung der beiden Architekten Stefan Lippert und Birgit Ströbitzer vom Architekturbüro Krug-Grossmann aus Rosenheim, ausgeführt werden sie von der Zimmerei Josef Schnitzenbaumer aus Bad Feilnbach.

„Es ist ein Millionenprojekt, das zum größten Teil vom Erzbischöflichen Ordinariat in München finanziert wird. Die kleine Kirchengemeinde mit knapp 300 Katholiken versucht eine so dauerhafte Lösung wie möglich zu erreichen, auch wenn sie nur wenige Eigenmittel zuschießen kann. In den letzten Jahren wurden auf dem Sachranger Handwerkermarkt bereits Mini-Dachziegel als Finanzierungshilfe für die Renovierung des Kirchendachs verkauft. Es haben sich schon einige bedeutende Spenden angekündigt, so dass die Optimierung vorangetrieben werden kann“, so Pfarrer Janßen und der für den Erhalt der Kirche St. Michael zuständige Kirchenpfleger Georg Graf Saurma.

Im Gebiet des Erzbistums von München und Freising stehen zurzeit Sanierungen von über 300 Gebäuden an, dabei sind viele kunsthistorisch wertvolle Kirchen. Um die Finanzierung der Baumaßnahme auf weitere Schultern zu verteilen, wurden Zuschussanträge an die Gemeinde Aschau sowie weitere öffentliche Einrichtungen und Behörden gestellt. Zusätzliche Spenden sind willkommen, um die Besonderheit für das Ortsbild, die Pfarrei und Region so dauerhaft wie möglich gestalten zu können. Kontakt: Kirchenstiftung St. Michael Sachrang, Pfarrbüro Aschau, Telefon 08052-4428.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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