Tourismus

Rosenheims Kommunalpolitiker staunen bei Chiemsee-Schifffahrt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Herkömmlich ist die Chiemsee-Schifffahrt hauptsächlich aus dem Freizeit- und Urlaubsauge bekannt. Einmal einen Blick hinter die Kulissen des mit 80 Arbeitsplätzen in Prien bedeutsamen Familien-Unternehmens zu werfen, das ergab sich als sich knapp 30 Bürgermeister des Landkreises Rosenheim für einen Tag auf das Fahrrad setzten und zusammen mit Landrat Otto Lederer in Prien Station machten. Dort wurden sie von Orts-Bürgermeister Andreas Friedrich und von Michael Feßler, dem Geschäftsführer der Firma Chiemsee-Schifffahrt zu Füßen des derzeit und noch bis zum 15. September stehenden Riesenrades begrüßt.

Michael Feßler blickte bei seinen ersten Ausführungen weit zurück, vor 175 Jahren – also noch vor der Säkularisation und auch noch vor dem Bau des Schlosses von König Ludwig II. auf der Herreninsel – war es sein Ur-Ur-Großvater Josef Feßler, der als Kupferschmid den Kessel für das erste Chiemsee-Dampfschiff lieferte, das der Grassauer Zimmermann Wolfgang Schmid erbaut hatte. Nachdem die Schifffahrt nicht richtig in Schwung kam, überließ Schmid das Schiff seinem Kessellieferanten. Dies war der Beginn der Chiemsee-Schifffahrt durch die Familie Feßler. „Seither hat sich gerade bei den Schaufelrädern und überhaupt in der Technik viel geändert, das erfordert von unseren Leuten bei insgesamt 13 Schiffen viele handwerkliche Kenntnisse“ – so Michael Feßler, der hinzufügt, dass im Winter, wenn der zwar tägliche, aber etwas reduzierte Schiffsverkehr ruhiger ist, seine sommerlichen Schiffsbesatzungen als Handwerker oder als Fachkräfte für Instandsetzungen, Sicherheit und TÜV sorgen. Dabei behilflich ist das Spezialschiff Walli, das als schwimmende Werkstatt vor allem beim Stegbau eingesetzt wird. Aber nicht  nur auf dem Wasser, sondern auch auf dem Land hat sich viel getan und geändert in den letzten Jahrzehnten, unter anderem wurde Ende der 90er Jahre das gesamte Hafengelände überplant und neu strukturiert. „Der Chiemsee ist ein eiszeitliches Gewässer, der seit 10.000 Jahren still, aber sichtbar verlandet so dass es ihn nicht absehbarer Zeit wohl nicht mehr gibt“ – nachdem diese Information allerdings keine Sorgenfalten auf den Gesichtern der Rosenheimer Kommunalpolitiker verursachte, machte sich die Delegation auf einen Rundweg. Dabei staunten die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Landrat nicht schlecht, was sich bei der Chiemsee-Schifffahrt im Hintergrund, in der Logistik und in der Technik alles abspielt. Ob die Ver- und Entsorgung der Schiffe, die große eigene Tankstelle, eine moderne PV-Anlage oder die seit einem Jahr eingerichtete Hackschnitzel-Heizung – all dies braucht es, um energie-, umwelt- und gästefreundlich am und auf dem Chiemsee wirtschaften und agieren zu können. „Um sich über unser großes Hafengelände und über den See und über Prien einen entspannten Überblick zu verschaffen, empfehlen wir das heuer erstmals aufgestellte und 38 Meter hohe Riesenrad“ – mit diesen Worten bedankte sich der Chef der Chiemsee-Schifffahrt für Besuch und Interesse der Kommunalpolitiker.

Fotos: Hötzelsperger / Georg Huber  – Besuch der Rosenheimer Bürgermeister-Runde mit Landrat Otto Lederer bei der Chiemsee-Schifffahrt in Prien-Stock.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!