Leitartikel

Rosenheimer Krankenschwester beim Hanznhof in Bernau zur Erholung

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Urlaub statt Applaus“ – dieses klare Motto gab nach fast zwei Jahren der Pandemie die Ferienplattform www.landreise.de heraus und der Ruf fand beim Mitgliedsbetrieb Hanznhof in Bernau Gehör. Die Inhaber Sandra und Eduard Wierer beteiligten sich als einer von 53 Betrieben von der Ostsee bis Südtirol und nahmen Bewerbungen für einen fast einwöchigen und kostenlosen Erholungs- und Erlebnis-Urlaub entgegen. Die Wahl fiel letztlich auf die Fachkrankenschwester für Intensiv- und Anästhesiepflege Elisabeth  aus Rosenheim mit ihrem vierjährigen Sohn Lukas.

Für Sandra Wierer, die auch Geschäftsführerin der Anbietergemeinschaft „Urlaub auf dem Bauernhof Chiemsee-Wendelstein“ ist, war es eine schnelle Entscheidung und Selbstverständlichkeit, dem bundesweiten Aufruf zu folgen, sie sagte. „Natürlich erleben wir seit der Pandemie große Nachteile für unseren Übernachtungsbetrieb, aber was Leute im Pflege- und Intensivbereich leisten, das wollen wir mit einer konkreten Tat honorieren. Verstärkt wurden wir in dieser Entscheidung als uns ein junger Stammgast von seinem Intensiv-Aufenthalt und von der von ihm erfahrenen Pflege erzählte“.  Für Elisabeth ist die Aufenthalts-Spende in der Fünf-Sterne-Ferienwohnung nicht nur eine Überraschung und ein Dankeschön, sondern vor allem eine Wohltat. Seit 14 Jahren ist sie als Krankenschwester bei der RoMed-Klinik in Rosenheim tätig, einige Zeit auch in der Intensiv-Abteilung. Auf die Frage, was sie seit Corona am meisten bedrückt, erklärte sie: „Wenn Angehörige lange Zeit ihre Lieben und Kranken nicht besuchen können, ist das hoch-emotional. Selbst hat man natürlich auch Angst, dass man eine Ansteckung mit nach Hause bringt“. Wie sie weiter sagt, hatte sie bereits bei der ersten Corona-Welle ebenso wie ihr Sohn den Virus, zum Glück beide mit einem guten Verlauf.

„Jede Pflegekraft, die wir verlieren, wird schwer fehlen“

Für die Allein-Erziehende mit Nacht-Schicht-Dienst ist die berufliche Erfüllung nicht einfach, sie wird allerdings daheim von ihren Eltern und ihrer Oma unterstützt und gestützt. Zur Impfpflicht gefragt meint sie: „Die behördliche Anordnung, bis März geimpft sein zu müssen, macht es für unseren Berufsstand spannend. Schließlich sind wir global die einzige, noch dazu am Limit arbeitende Berufsgruppe, für die es gilt. Falls es da zu Kündigungen kommt, wird es bei der eh schon ausgereizten Arbeitsplatz-Situation fatal, jede Pflegekraft, die wir verlieren, wird schwer fehlen“. Als makaber bezeichnete sie die Rosenheimer Demos gegen Corona im Angesicht der Intensiv-Abteilung vom RoMed-Klinikum. Für ihren Sohn Lukas waren die Tage bei der Familie Wierer mit traditionellem Hof-Wochen-Programm etwas Außergewöhnliches. Vom Pony-Reiten am ersten Tag, über Ziegen-Füttern, Kühe-Melken und Meerschweinchen-Streicheln ging es über eine Nachtwanderung mit Feuerschalen-Atmosphäre zu einer Kutschfahrt mit dem Seppnbauernhof. „Es hat uns wirklich gut getan!“ – Dieses Resümee trafen sowohl die Krankenschwester als auch die Gastgeber. Diese erklärten zudem, dass sie –je nach aktuellem Pandemie-Verlauf- die Einladungs-Aktion gerne wiederholen wollen.

Auch die Tourist-Information Bernau war von der Aktion „Urlaub statt Applaus“ angetan. Deren Marketing-Leiterin Claudia Rieling bedankte sich auch namens der Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber mit einem kleinen Präsentkorb mit regionalen Spezialitäten bei der Fachkrankenschwester.

Fotos: Hötzelsperger – 1. Willkommen auf dem Hanznhof – von links: Eduard Wierer, Claudia Rieling(TI Bernau), Lukas und Elisabeth   sowie Sandra Wierer.

  1. Fühlten sich wohl auf dem Hanznhof – von links Eduard Wierer, Lebenspartner Sirko, Lukas und Elisabeth und Sandra Wierer.
  2. Die Gastgeber Eduard und Sandra Wierer mit ihren Gästen Elisabeth und Lukas.
  3. Der Hanznhof in Bernau a. Chiemsee

Weitere Informationen: www.landreise.de/landurlaub-fuer-pflegepersonal/www.hanznhof.dewww.bernau-am-chiemsee.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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