Leitartikel

Rosenheim: Ein Krankenhaus für Teddybären

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Normalerweise macht das Teddybärkrankenhaus Rosenheim keine Kindergarten- oder Schulbesuche, damit die Kinder bewusst ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Aber durch Corona hat sich viel verändert und ein Event wie das Teddybärkrankenhaus mit über 600 Kindern an 2 Tagen und fast 100 ehrenamtlichen Helfern war undenkbar. Darum wurde das Teddybärkrankenhaus digitalisiert.

Nico Hanny ist Medizinstudent im letzen Jahr aus Rosenheim. Seit 2017 organisiert der 30-jährige das Teddybärenkrankenhaus Rosenheim, um so Kindern die Angst vor Arzt und Krankenhausbesuch zu nehmen.
2020 wurde das Teddybärkrankenhaus digitalisiert und kann damit jederzeit zu Hause durchgeführt werden. Aber „nur“ digital ist dem Gründer und Projektleiter Nico Hanny auch zu Coronazeiten nicht ausreichend. „Es bleibt das Zwischenmenschliche wie der Austausch mit den Kindern auf der Strecke. Ich wollte wissen wie es den Kindern geht und ihnen auch Perspektiven aufzeigen. Jeder kann selbst etwas für seine Gesundheit tun oder psychologischer formuliert, seine Selbstwirksamkeit stärken und Verantwortung übernehmen“

Themen jenseits von Corona

Und deshalb ging es für Nico Hanny und Magdalena Schmid in Kindergärten und Schulen, natürlich unter den geltenden Hygieneauflagen. Die Kindern waren über das Thema Corona sehr gut aufgeklärt und hatten nicht mehr viele Fragen dazu an die Teddydocs. Durch den mitgebrachten Organ-Teddybär Berni, ein Stoffbär in Kindergröße mit maßstabsgetreuen Stofforganen im Bauch und der Ernährungspyramide ergaben sich dafür aber viele andere Fragen.
„Es ist immer wieder eine neue Situation und es wird nicht langweilig, da jedes Kind andere Vorkenntnisse und Ideen mitbringt. Fragen jeglicher Art sind erlaubt und gewünscht und so kann es schon einmal vorkommen, dass ein Kind den Grund dafür wissen möchte, warum es mit einem Kaiserschnitt geboren wurde“ erzählt Nico Hanny.

Organspende, Ernährung und Sport

So ging es um ernsthafte Themen wie Organspende: „Ohne welches Organ können wir leben?“ oder „Mit einer Spende kann man mehrere Leben retten!“. Bis hin zur Erklärung der Widerspruchslösung in Deutschland, welche leider nicht zufriedenstellend ist, vor allem weil es an Aufklärung fehlt. Ebenso bei der Knochenmarksspende, bei welcher heutzutage die Stammzellen meistens aus dem Blut gefiltert werden können und man keine Angst mehr vor einer Knochenpunktion haben muss.
Weiter ging es mit Fragen zu Gehirnerschütterungen, warum ein Fahrradhelm Sinn macht, über Bauchschmerzen und Blinddarmentzündungen. Außerdem Fragen zur gesunden Ernährung und der Bedeutung von Bewegung und Sport im Alltag oder in Vereinen.

Ziele wurden erreicht

Und genau das war das Ziel des Besuches, den Kindern zu zeigen, dass es noch viel mehr gibt als nur Corona und dass sie sich auch untereinander über diese Themen austauschen. Vielleicht entdeckt ein Kind so ein bis dahin unbekanntes Sportangebot und kann seinen Klassenkameraden zum nächsten Training einfach begleiten.
Insgesamt konnten etwa 400 Kinder an dem Programm teilnehmen und etwas über ihren eigenen Körper und darüber hinaus lernen. Ermöglicht wird das Projekt Teddybärkrankenhaus Rosenheim durch die Sparkassenstiftung für die Stadt Rosenheim und Startklar Soziale Arbeit Oberbayern.
(Quelle: Teddybärenkrankenhaus Rosenheim)

Fotos: Teddybärenkrankenhaus Rosenheim

Ein Video über das Teddybärkrankenhaus Rosenheim gibt es bei innpuls.me

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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