Landwirtschaft

Reiches Obst- und Schnaps-Jahr am Samerberg

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein ungewöhnliches Obstjahr beschert heuer eine außergewöhnliche Ernte. Dies wirkt sich auch auf die Obst- und Schnapsbrenner aus – wie ein Besuch beim „Laberger“ Andreas Weyerer in Laberg am Samerberg zeigt, einem von mehreren Bauern, die am Samerberg ein Brennrecht haben.

Rund 100 eigene Obstbäume im Garten nahe dem Anwesen hat Andreas Weyerer, Zwetschgen, Äpfel und Birne werden davon geerntet. „Heuer war schon die Ernte eine immense Arbeit, aber diese machen wir gerne, denn nach dem heißen und trockenen Sommer hätten wir nicht gedacht, dass die Ernte so groß ausfällt, gegenüber den letzten Jahren fällt sie sogar übermäßig und üppig aus“, so der Obstbrenner, der derzeit das Obst für die weiteren Schritte zur Schnaps- und Brandherstellung vorbereitet. Nach der Ernte beginnt das Einmaischen, es folgt die Vergärung, dann das Brennen und letztlich wird das Brenn-Produkt auf Trinkstärke eingestellt. „Für die Ausbeute des Obstes und damit für den Ertrag ist hauptsächlich der Oechsle-Gehalt des Obstes verantwortlich“, so Andreas Weyerer, der in seinem Sortiment mehrere Apfel-, Birnen- und Obstler-Sorten hat. Darüber hinaus gibt es fertige Brände mit Trauben, Zwetschgen, Kirschen und Mirabellen. Für die Vermarktung seiner Produkte muss sich Andreas Weyerer wie alle Schnapsbrenner etwas umstellen, denn das staatliche Monopol ist weggefallen; bislang hatte der Staat gewisse Mengen garantiert für besondere Verwendungen abgenommen. „Das macht schon was aus und das braucht jetzt noch mehr Qualitätsanstrengungen, um auf dem Markt den gewünschten Absatz zu erzielen“ – mit dieser Reaktion ist Andreas Weyerer sicher nicht allein und der Endverbraucher hat wohl davon einen Vorteil. Bis der Schnaps oder Brand im Verkaufsregal steht oder vom Hof (in Laberg montags, mittwochs und freitags von 14 Uhr bis 17 Uhr) abgeholt werden kann, ist ein großer Zeitaufwand erforderlich. Allein der Gär-Prozess dauert vier bis fünf Wochen. Das fertige Produkt geht dann je nach Sorte ein Jahr bis drei Jahre in das Lager. Die viele Arbeit macht dem Schnapsbrenner vom Samerberg nichts aus – im Gegenteil: wenn das Produkt fertig ist, dann kann er sich ein Stamperl gönnen und mit seinen Kunden auf ein ganz besonders gelungenes Obst- und Schnaps-Jahr anstoßen.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke beim Schnapsbrenner Anderl Weyerer im Obstgarten und in der Brennerei

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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