Land- & Forstwirtschaft

Regionale Lebensmittelreise zum Stoa-Hof

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Beim vierten Teil der regionalen Lebensmittelreise verschlug es Kreisrätin Sosa Balderanou und Vize-Kreisobmann Michael Hamburger auf dem Stola-Hof in der Gemeinde Taufkirchen. Betriebsleiter Martin Wegmann betreibt in Stadl zusammen mit seiner Familie, seiner Partnerin Roswitha und Ihren Kid´s, eine Milchtankstelle mit Hofladen. Direkt neben der Bundesstraße B388 ist das Verkaufshäuschen gut erreichbar. Das ist ein großer Vorteil für die Stola´s, für die sich der viele Verkehr auf der Bundesstraße sonst eher störend auf den Arbeitsalltag ausgewirkt hat.

Besonderes Interesse zeigte Sosa Balderanou an den beiden „Tiny Häusern“, in denen die Legehennen des Betriebes wohnen dürfen. Die Junghennen kommen i. d. R. mit einem Alter von etwa 18 Wochen auf den Betrieb und beginnen nach zwei bis drei Wochen mit dem Eier legen. Besonders wichtig ist Martin Wegmann der regionale Zukauf der Junghennen sowie der regionale Verkauf der Althennen, die er als Suppenhühner anbietet. Martins Mobilställe sind mit einem mit Hackschnitzel ausgelegten Kalt-Scharraum ausgestattet. Über einen Aufgang gelangen die Hühner in den Stallbereich, wo sich die Legenester, das Futter und das Wasser befinden. In der Nacht ist das Federvieh in ihrem Stall sicher vor dem Fuchs, am Tag kommen die Hühner immer an die frische Luft zu saftigen Gras auf wechselnden Weideflächen. Potenzielle Gefahr stellen hier  zwei Habicht-Paare dar, die aber durch mehrere am Hof nistende Turmfalken-Paare immer wieder vertrieben werden.

Sorgen bereiten dem Landwirt die hohen Preise für Futtermittel für die Milchkühe und Hühner. Martin reagiert darauf mit einer etwas reduzierten Milchleistung: “Ich gehe bei der Leistung der Tiere nicht ans Maximum, dann sind meine Mädels entspannter bei der Arbeit und es werden hohe Folgekosten wie etwa für den Tierarzt vermieden“. Fürs Melken hat er eine absolute Fachkraft im Haus, seine Partnerin Roswitha arbeitet auch noch auf einem großen Milchviehbetrieb in der Nähe als Melkerin Positive Rückmeldung von Kunden lassen Wegmann seine Hühner und Kühe mit Begeisterung halten, z. B. „Ich kaufe lieber regionale Eier vom Stola-Hof als Bio-Eier aus wer weis wo her“. Die Kunden im SB-Hofladen sind hauptsächlich Stammkunden, darunter auch viele Pendler. Aktuell ist der Eierabsatz recht gut, aber es gibt auch saisonale Schwankungen nach Ostern, im Sommer und an Weihnachten.

Vize-Kreisobmann Michael Hamburger beschäftigt aktuell das Thema Kitzrettung. Wegmann schaffte sich im vergangenen Jahr selbst einige „Kitzretter“ an. Die Kosten von gut 100 Euro pro Gerät sind sehr gut angelegt, um die Jäger bei der Suche der jungen Rehkitze vor dem Mähen der Wiesen technisch zu unterstützen. Der Retter sendet ein unregelmäßiges akustisches und optisches Lichtsignal aus. Am Vorabend des ersten Schnittes des Grünlandes sorgen die Kitzretter, verteilt auf die Flächen dafür, dass die Rehmütter ihre Kitze aus der Fläche herausführen. Direkt vor dem Mähen gingen dann die Jäger mit dem Hund nochmal die Wiesen ab und so konnten insgesamt acht Jungtiere gerettet werden.

Balderanou und Hamburger haben diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, um den Bürgern die Landwirtschaft in unserer Region mit all ihren Facetten vorzustellen und die Verbraucher für regionale Lebensmittel zu sensibilisieren. Lassen Sie sich überraschen, welcher Hof auf der regionalen Lebensmittelreise der nächste sein wird.

Bericht und Bilder: Michael Hamburger – BBV-Vize-Kreisobmann Erding  –

Bild 1: Kreisrätin Sosa Balderanou, Martin Wegmann mit Partnerin Roswitha, BBV Vize-Kreisobmann Michael Hamburger

Bild Kitzretter: Martin Wegmann und Michael Hamburger mit Kitzretter – Bild V: Michael Hamburger und Martin Wegmann bei den Kälbern

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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