Brauchtum

Reges Vereinsleben beim Rossholzener Trachtenverein

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine angenehme Überraschung gab es zu Beginn der 122. Jahresversammlung beim Trachten- und Schützenverein Almenrausch Rossholzen als Vorstand Martin Schober und Jugendleiterin Irmi Fink bekanntgeben konnten, dass sich derzeit mehr Dirndl und Buam in der Kinder- und Jugendgruppe befinden als vor Beginn der Corona-Pandemie. 26 Kinder mit einem kleinen Überhang an Buben üben sich derzeit unter den gegebenen Auflagen im Platteln und Tanzen. Aber das war nicht die einzige gute Nachricht bei der gut besuchten Zusammenkunft im Vereinslokal, dem Gasthof Badwirt.

Überaus zufriedenstellend waren die Rechenschaftsberichte für die Jahre 2020 und 2021 von Schriftführerin Angelika Gaßbichler und von Kassenwart Hans Weiß junior. Obwohl viele Aktivitäten wegen Corona eingebremst und die großen Veranstaltungen abgesagt werden mussten, gab es doch Einiges zu vermelden. Besonders beim Nachwuchs und bei den Aktiven war man bemüht, die Kontakte aufrecht zu erhalten. So war ein Osterei-Bastel-Wettbewerb mit anschließender Ausstellung in der Kirche von Rossholzen sehr gelungen und gut angekommen waren auch Baschtler Gaudipackerl und die Nikolaus-Sackerl, die anstelle von Faschings- oder Nikolaus-Feiern den Familien ins Haus gebracht wurden. Simon Maurer berichtete, dass die vereinszugehörige Goaßlschnalzer-Gruppe derzeit 22 Mitglieder hat und dass in den vergangenen eineinhalb Jahren ein paar Auftritte bei Hochzeiten und auf Almen möglich waren. Vorstand Martin Schober freute sich auch über Mitgliederzuwachs. So hat der Rossholzener Trachtenverein, dessen Einzugsgebiet Steinkirchen-Rossholzen rund 700 Einwohner hat, inzwischen erstmals über 350 Mitglieder. Zwei dieser Mitglieder haben sich im vergangenen Jahr besonders verdient gemacht: Gisela Schober und Ludwig Staber haben schadhafte Figuren des Rossholzener Maibaumes auf eigene Kosten und ehrenamtlich in mühevoller Arbeit ausgebessert, wofür ihnen mit einem Präsentkorb gedankt wurde. „Ob der Maibaum schon 2022 oder erst 2023 erneuert werden muss, das entscheidet sich bei der herbstlichen Begutachtung, in jedem Falle haben wir mit Florian Griebl bereits einen Spender für den neuen Maibaum“ – so Martin Schober, der noch bekanntgab, dass zwischenzeitlich und bis zur nächsten Neuwahl im kommenden Jahr Angelika Schober das Amt der Dirndlvertreterin Elisabeth Bogenhauser übernommen hat. Schützenmeisterin Gertraud Schober, die sich als Trachtenwartin auch um die Gewandausstattung beim Dirndl-Nachwuchs verdient gemacht hatte, gab bekannt, dass sich 27 Frauen und Männer beim Jahresschießen beteiligt hatten, dass aber die Preisverteilung bislang noch nicht möglich war.

Viele Termine in Planung

Geplant sind beim GTEV Rossholzen derzeit folgende Termine: am Samstag, 9. Oktober und Sonntag, 10. Oktober ist der Vereinsausflug nach Abtenau im Dachsteingebiet, Anmeldungen nimmt die Vorstandschaft entgegen. Am Freitag, 26. November soll der traditionelle Hoagascht im Moarhof stattfinden. Im kommenden Jahr sind das Gaufest vom Gauverband I am 16./17. Juli in Bad Endorf sowie das 100-jährige Gründungsfest in Hirnsberg am 13./14. August die größten Termine. Hans Schober vom Leonhardiverein lud für Sonntag, 7. November zum heurigen Leonhardiritt sowie für Samstag, 28. August  zu einem Ausflug (auch für Nicht-Mitglieder) zum Wasmeier- und Gaiwagerl-Museum im Oberland ein. Bekanntgegeben wurde auch noch, dass am Sonntag, 22. August in Rossholzen das Kirchenpatrozinium mit Standkonzert im Freien stattfinden und besucht werden soll.

Auftrittsreise mit Musikkapelle und GTEV Grainbach 2022 zur Landesgartenschau in Beelitz

Gemeinsam mit Gemeinde und Gäste-Information Samerberg sowie mit dem örtlichen Busunternehmen Rieder gibt es im kommenden Jahr vom Freitag, 5. August bis Sonntag, 7. August eine Auftritts- und Besucher-Reise nach Berlin und nach Beelitz mit dortigem Auftritt bei der Landesgartenschau. Hierzu können sich neben den aktiven Plattlern, Tänzern und Goaßlschnalzern auch interessierte Mitglieder beteiligen. An dieser Fahrt nehmen auch die Musikkapelle Samerberg und der Trachtenverein Hochries-Samerberg teil.

 Ehrungen für 50 Jahre und 70 Jahre Mitgliedschaft

Zwei besondere Ehrungen konnten die Vorstände Martin Schober und Maxi Maurer vornehmen. Eine Nadel mit Urkunde für 50 Jahre Vereinstreue bekam Cilly Schweinsteiger und gar 70 Jahre gehört Sepp Fembacher dem 122 Jahre alten Rossholzener Trachtenverein an. Zu den Gratulanten gehörte auch Zweiter Bürgermeister Christoph Heibler, er bezeichnete die gute Nachwuchs- und Aktiven-Situation als Motor und Zukunft des Vereins und er zeigte sich sehr überrascht, wie aktiv der Verein bislang über die Corona-Zeit gekommen ist. „Vor Corona wurden die Feste immer größer, jetzt, wo sie weniger und kleiner geworden sind, sind sie uns auch bewusster geworden, was sogar ein Vorteil ist“ – so der Zweite Bürgermeister. Diakon Günter Schmitzberger ließ in einem Grußwort mitteilen, dass es für Kirche und Gesellschaft auf dem Samerberg und in Roßholzen gut ist, dass es den „Baschtler“ Trachtenverein gibt.

Fotos: Hötzelsperger

  • Ehrung: von links 2. Vorstand Maxi Maurer, Sepp Fembacher, Cilly Schweinsteiger und 1. Vorstand Martin Schober
  • Dank für Maibaumpflege: von links: Gisela Schober, Ludwig Staber, Maxi Maurer und Martin Schober
  • Die Vorstandschaft von links: 1. Vorstand Martin Schober, Schriftführerin Angelika Gaßbichler, 2. Vorstand Maxi Maurer, Kassenwart Hans Weiß junior und 2. Kassenwart Hans Schober junior

Weitere Informationen: www.trachtenverein-rossholzen.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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