Wirtschaft

Raubling: 125 Jahre Prechtl – Der Wohlfühl-Markt

Was bitte, soll denn an einem Supermarkt so besonders sein? Kunden gehen rein, füllen sich ihren Einkaufswagen, schauen nach Angeboten und freuen sich am Ende, wenn es auch noch preisgünstig war. Und doch gibt es Märkte, die offensichtlich etwas anders machen als die anderen, zu denen die Kunden deshalb besonders gerne kommen. Wie die Prechtl Frischemärkte zum Beispiel. Seit 125 Jahren ist das Unternehmen in der Region verankert und in all den Jahren kontinuierlich gewachsen. Vom einstigen kleinen Gemischtwarenladen in Raubling, zu einem stattlichen Markt auf 1.000 Quadratmetern. Erst vor wenigen Jahren wurde das Stammhaus komplett umgebaut und erneuert. Dazu kamen in all den Jahren zusätzliche Märkte in Brannenburg, Bad Aibling und Bad Feilnbach. Was also ist das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens?

Vertriebsleiter und Geschäftsführungsmitglied Jochen Aumüller beantwortet das mit dem Slogan der Firma: „Hier geht’s mir gut.“ Tatsächlich, so beteuert er, sei das keine leere Phrase, sondern gelebte Unternehmensphilosophie. Hier ist zum Beispiel der gute Umgang mit Lieferanten und Produzenten obligatorisch. „Wir legen schon immer großen Wert auf eine faire und nachhaltige Partnerschaft“, sagt Aumüller und verweist auf jahrelang gewachsene Geschäftsbeziehzungen mit den Händlern. Eine Seite kann so der anderen vertrauen, die Qualität steht über allem. Auch den rund 400 Mitarbeitern bei Prechtl soll es im Arbeitsleben so gut wie möglich gehen. Deshalb setzt der Betrieb auf flache Hierarchien. Die Geschäftsführung ist immer für alle ansprechbar. Weitere Punkte, die für eine Karriere bei Prechtl sprechen, sind die Aus- und Weiterbildung an der „Prechtl-Akademie“, das Fördern von eigenständigem Handeln und das „Kompetenz-Programm“ für Führungskräfte. Der Erfolg gibt dem Unternehmen recht: Vor allem auf den Führungspositionen gibt es bei Prechtl kaum Fluktuation. Mitarbeiter profitieren hier auch vom Familiengefühl.

Das kommt auch bei den Kunden an. Sie genießen das Wissen der Angestellten und den Service in den Filialen. „In Zeiten, in denen bei vielen anderen Märkten die Bedienungsabteilungen gestoppt wurden, sind wir den anderen Weg gegangen und haben daran festgehalten“, erzählt Jochen Aumüller. „Bei uns gibt es seit jeher Theken mit fachkundiger Bedienung.“ Er weiß: Freundliches Personal mit viel Produktwissen ist die Visitenkarte des Betriebs. Dabei sind die Anforderungen an die Verkäuferinnen und Verkäufer hoch – etwa 15.000 Artikel sind derzeit im Sortiment, und die Ansprüche der Kunden sind in den vergangenen Jahren gewachsen.

Aumüller: „Die Käufer sind heute informierter. Gerade die Themen Tierwohl, Work-Life-Balance und Regionalität sind wichtiger denn je.“ Auch deshalb setzen die Prechtl-Märkte auf so viel Regionalität wie möglich. Der große Vorteil ist hier die immer noch überschaubare Größe der Firma. „Wir sind immer noch klein genug, um mit den Lieferanten den direkten Kontakt zu halten“, sagt der Vertriebsleiter.

Bei 125 Jahren Firmengeschichte will man sich bei Prechtl allerdings nicht zurücklehnen und sich über die Vergangenheit freuen. Wie in all den bisherigen Jahren geht der Blick nach vorne. Die in Raubling, Brannenburg und Bad Aibling gut eingeführten „Self-Check-Out-Kassen“ sind nur ein Fingerzeig in die digitale Zukunft. Aumüller ist sich sicher, dass der Trend noch viel weiter in Richtung Digitalisierung gehen wird. „Wir arbeiten an Prozess-Automatisierungen, durch die Produkte noch schneller und lückenloser verfügbar sein werden. Das Online-Shopping wird zunehmen, wir werden in Zukunft mehr Lagerhäuser und kleinere Verkaufsflächen haben. Und ich bin mir sicher, dass der Verzehr vor Ort zunehmen wird. All das wird bei uns möglich sein“, sagt er.

Auch um die personelle Zukunft bei Prechtl ist es gut bestellt. Während derzeit noch Andreas und Monika Prechtl sowie Petra Prechtl-Mareth das Zepter in der Hand halten, steht mit Simon Mareth schon die fünfte Generation des Familienunternehmens in den Startlöchern, um ein weiteres Kapitel in der Prechtl-Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Text: af – Bilder: Prechtl

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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