Freizeit

Radl-Tipp: Die Chiemgauer 4-Seen-Radrunde

Wenn in den Bergen noch Schnee liegt, es im Alpenvorland aber schon grünt, bietet sich diese ideale Radltour an. Die abwechslungsreiche Halbtagesrunde streift vier Seen: Hofstätter-, Rinser-, Siferlinger und Simssee.

Der Chiemsee ist der größte und bekannteste See des Chiemgaus. Doch findet auch man viele weitere kleine Seen, bei denen es (außer im Sommer bei den Badeplätzen) wesentlich ruhiger zugeht. Man denke nur an die vielen Moorseen der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte. Die hier vorgestellte abwechslungsreiche Radrunde führt rund um Prutting und streift vier Seen, von denen den meisten am ehesten noch der Simssee vom Baden oder Segeln ein Begriff ist. Weitere Seen sind der Hofstätter, Rinser und Siferlinger See.

Start unserer Radtour ist in Rosenheim. Da es sich um eine Rundtour handelt, kann man sie auch in Stephanskirchen oder Prutting beginnen. Es wird empfohlen, diese Tour anhand des GPS-Tracks nachzufahren, der auf www.roBerge.de heruntergeladen werden kann.

Start:

Rosenheim-Innbrücke bzw. Parkhaus P9 „Am Klinikum“, alternativ in Stephanskirchen oder Prutting

Kurzbeschreibung:

Die Tour führt im Uhrzeigersinn über den östlichen Inndamm zum Hofstätter und weiter zum Rinser See. Nach der Umrundung des Siferlinger Sees durch das Stucksdorfer Moos fahren wir nach Süden. Oberhalb des Simssees gelangen wir von dort über Baierbach zurück zum Ausgangspunkt.

Ausführliche Beschreibung und weitere Infos (für alle, die ohne den GPS- Track unterwegs sind):

Vom nördlichen Ende des Parkhauses fahren wir auf der Ellmaierstraße oder vom seinem südlichen Ende jeweils nach Osten über einen Fuß-Radweg auf dem Inndamm. In wenigen Minuten fahren wir dann flussaufwärts zur Innbrücke. Wir fahren bis zur Straße, überqueren sie aber nicht und fahren links auf die Brücke. Nach ihr geht es wiederum links in die Hofau, wobei wir auf dem Inndamm bleiben und diesen erst wieder nach ca. 2,5 km verlassen. Über einen Verbindungsweg gelangen wir über den Badwirt zur St. Leonhardsquelle und weiter kurz bergauf über den Doblergraben nach Haidbichl. In der Ortsmitte biegen wir links nach Obernburg ab. Am höchsten Punkt der Straße biegen wir rechts ab, gelangen hinunter zu einer Autostraße, die wir überqueren und über einen Wiesenweg zu einer Forststraße und weiter nach Hofstätt gelangen. Hier haben wir einen schönen Blick auf einen Teil des Hofstätter Sees. Eine Schautafel informiert über den Moorlehrpfad „Burger Moos“, der am Nordufer des Sees beginnt und hier endet. Wir folgen dem geräumigen Hauptweg durch den Wald und biegen bei einer Lichtung rechts auf eine Autostraße ab. Nach 500 m halten wir uns vor dem Weiler Kalkgrub links und dann nach weiteren 500 m in dem Weiler Leiten rechts. Durch weite Wiesen geht es zügig hinunter Richtung Rinser See. Bei der ersten Gabelung halten wir uns jetzt rechts, bei der darauffolgen links. Nun ist es noch 1 km bis zum Badeplatz Rinser See. Ein kleiner Abstecher lohnt sich, denn im Sommer hat dort ein Badekiosk an dem Wiesenstrand geöffnet und es gibt leckeres selbstgemachtes Rinser-Eis. Mehre gemütliche Bänke laden zu einer Rast ein.

Anschließend erreichen wir eine Autostraße, biegen rechts ein und verlassen diese wieder nach 200 m Richtung Siferling. Den Ort erreichen wir aber nicht, sondern biegen nach 200 m nochmals links in einen unmarkierten Nebenweg ab. Die nächsten 2 km geht es auf nun fast durchgehend kerzengerade durch das Stucksdorfer Moos. Dieses ist ein Hochmoor und wird nur von Regenwasser gespeist, deshalb sind Hochmoore extrem nährstoffarm. Den See erblicken wir nicht, dafür durchfahren wir jede Menge Schilf, Rohr und Heidekraut. Der Weg wird auch Russenweg genannt, er wurde nach alten Erzählungen von russischen Kriegsgefangenen während des Ersten Weltkrieges durch das Moor gebaut.

Dann biegen wir rechts ab und können uns nach 250 Meter gleich nochmals rechts halten. Dieser Weg wird später auf dem Waldboden etwas ruckelig, der eine oder andere muss vielleicht kurz absteigen. Wer das vermeiden will, fährt besser geradeaus weiter und biegt bei der nächsten Straße rechts ab, um über Osterfing zurück zur Hauptstraße zu gelangen. Auf diese gelangen wir auch über den vorgenannten „ruckeligen“ Weg. In beiden Fällen fahren wir nun links die Autostraße ein, halten die Grundrichtung nach Süden bei und gelangen über die Ortschaften Ullerting nach Salmering, um dort rechts abzubiegen und weiter nach Edling und Inzenham zu fahren. In der Ortsmitte von Baierbach nehmen wir die nach Westen führende Baierbacher Straße nach Schömering und von dort aus nach Waldering. Vor Kleinholzen biegen wir links ab. Über den Kleinholzener Weg gelangen wir nach Kragling. Vor den ersten Häusern fahren wir rechts in eine Nebenstraße ein und gelangen schließlich nach Schloßberg. Dort fahren wir hinunter zur Innbrücke und auf dem bekannten Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Die Anakonda vom Siferlinger See:

Von einigen Tourismus-Webseiten wird der Siferlinger See, ein kleiner Moorsee am Ende des großen Stucksdorfer Moores, als schöner Badesee gepriesen. Schön ist er, doch gibt es kaum eine Badegelegenheit, da der See fast durchgehend von einem dichten Schilfgürtel umgeben ist. Die wenigen Plattformen auf der Ostseite des Sees sind für die Fischerei reserviert. Doch im Sommer 2016 machte der See wegen eines ungebetenen Badegastes bundesweit Schlagzeilen: Es wurde mehrmals eine Schlange gesichtet, die an die zwei Meter lang sein sollte. Von einer gelben Anakonda war die Rede. Mehrere Wochen lang hatte die Schlange die Region auf Trab gehalten. Die zuständige Gemeinde hatte sogar ein Badeverbot verlassen. Seitdem wurde regelmäßig nach dem Tier gesucht. Ein Münchner Ehepaar, der Mann ist ein Schlangenexperte, hatte dann im September Glück. Die beiden waren extra an einem Wochenende angereist, um nach der Schlange zu suchen. Bei einem ausgiebigen Sonnenband konnte es dann tatsächlich am Ufer des Sees eine Anakonda fangen. Es war noch ein junges Tier, unter 1,50 Meter lang und verhielt sich nicht aggressiv. Die Schlange wurde in eine Auffangstation nach München gebracht, wo man ihr den Namen Ambrosius gab. Den Herbst hätte die Anakonda am See vermutlich nicht überlebt.

Informationen kompakt:

  • Schwierigkeit: leicht
  • ca. 29 Kilometer
  • ca. 3 – 3,5 Stunden
  • 280 Höhenmeter

GPX-Track und mehr Info unter bit.ly/4seenrunde.

Text und Fotos: Reinhard Rolle / roBerge.de

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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