Land- & Forstwirtschaft

Projekt Berchtesgadener Land: gesunde Böden

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Es ist ein deutschlandweit erstmaliger Pilotversuch: Unternehmen und Landwirte aus dem Berchtesgadener Land engagieren sich für Klimaschutz, gesunde Böden und Humusaufbau. Ziel ist es, den Humusaufbau aktiv zu fördern und so zusätzliche Mengen an CO2 aus der Atmosphäre zu binden.

Die Idee dahinter: Nicht zu vermeidende CO2-Emissionen sollten am besten dort kompensiert werden, wo sie emittiert worden sind. 1 Prozent mehr Humus pro Hektar bindet mindestens 50 Tonnen CO2, das ansonsten als klimaschädliches Gas in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt beitragen würde. Die Molkerei Berchtesgadener Land und weitere vier Unternehmen aus dem Landkreis beteiligen sich zusammen mit fünf Landwirten aus dem Landkreis Berchtesgadener Land an einem deutschlandweit erstmaligen Pilotversuch zur humusaufbauenden Bewirtschaftung
von landwirtschaftlich genutzten Böden. Erreicht werden soll dies durch Maßnahmen hin zu einer regenerativen Landwirtschaft. Die Landwirte machen dazu Fortbildungen in Theorie und Praxis. Die Unternehmen finanzieren das Programm und vergüten nach drei Jahren den erreichten Humusaufbau bzw. die CO2 Speicherung finanziell. Gleichzeitig soll im Rahmen des Feldversuches nachgewiesen werden, in wie weit Humusaufbau die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen verbessert. Koordiniert wird das Projekt über Positerra. Die gemeinwohlorientierte Plattform bringt Unternehmen und Landwirte zusammen. Unternehmen werden Positerra-Paten und unterstützen damit Landwirte dabei, auf regeneratives Wirtschaften umzustellen.

Fünf Unternehmen und fünf Landwirte haben dazu auf dem Biohof Lecker in Laufen gemeinsam mit Landrat Bernhard Kern sowie Christoph Fischer als Vertreter von Positerra eine Absichtserklärung zur Umsetzung unterzeichnet und eine symbolische Spatenprobe genommen. Der Feldversuch läuft zunächst über drei Jahre. Ziel ist, durch Humusaufbau vermehrt CO2 in die Böden zu binden und weitere Vorteile für die Region zu erzielen (z.B. reduzierte Geruchsbelästigung durch Gülleausbringung) – Prognosen gehen dabei von rund 45 Tonnen Humus pro Hektar aus; jeder der Landwirte stellt fünf Hektar bereit. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es Ziel aller Parteien die CO2-Bindung über das Pilotprojekt zu erhalten und nach Möglichkeit auszubauen.

Die beteiligten Unternehmen aus dem Berchtesgadener Land sind:
 Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG
 Sparkasse Berchtesgadener Land
 Berghotel Rehlegg
 Privatbrauerei M.C. Wieninger
 Stahlwerk Annahütte
Die drei Landwirte der Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land sind:
 Bernhard Rehrl aus Saaldorf-Surheim
 Stefan Huber aus Saaldorf-Surheim
 Philipp Lindner aus Teisendorf
Außerdem
 Josef Maltan aus Ramsau
 Dr. Johann Lecker aus Laufen

Bericht und Fotos: Milchwerke Berchtesgadener Land

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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